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Schimpf 343 Schimpf
rials ein solches aus den eroberten un«
kaliberrnaßigen Mitteln zusammenbrachte,
und so eine raschere Uebergabe der Fe»
stung erwirkte, wodurch auch eine erleich»
terte Armeeverbindung erreicht wurde.—
I n der Schlacht an der Trebia (17. bis
49. Juni 1799). obwohl bereits General
Bogner daS Commando der Artillerie
übernommen hatte, hat doch Schimpf
durch seine f re iwi l l ige Mitwirkung,
indem er auf den unentschiedenen Puncten
mit seiner Artillerie erschien, wesentlich
zum siegreichen Erfolge beigetragen; er
hatte bei dieser Gelegenheit durch eine
feindliche Kugel eine Contusion am Arme
empfangen, welche ihn jedoch nicht hin»
derte, noch fernerhin am Kampfe theil«
zunehmen, bis ihn der Befehl des Com«
Mandanten zur Ausführung muer Dis«
Positionen aus der Schlachtlinie abberief.
— In der Schlacht von Novi (15. August)
hatte S. das gegen Serravalla gelegene
Thor von Novi einschießen laffen und
war dann mit den ersten Truppen in die
Stadt gedrungen; — in den Affairen bei
Savigliano, Bainette, Mondovi und bei
dem Uebergange über die Stura erschien
er überall, wo die Wirksamkeit des Ge-
schützes entscheidend war, und wenn ge-
eignete Officiere fehlten, half er durch
eigene rastlose Mitwirkung ab; — in der
Schlacht bei Genola bewirkte S. durch
geschickte Placirung feines Geschützes die
Räumung Genola's von den feindlichen
Truppen und so die Vorrückung unserer
Truppen bis Fofsano; — endlich zur Be«
wgerung von Cuneo meldete sich S. frei-
willig, erhielt das Commando über die
Nnterstütznngs'Attaquen und trug seine Mitwirkung wesentlich zur beschleunigten
Uebergabe der Festung bei. Für solch
ausgezeichnet tapferes und entscheidendes
Verhalten wurde S. in der 66. Pro-
motion (vom 48. August 480t), der
ersten, welche öffentlich — auf dem
Glacis zwischen dem Burg» und Schotten«
thore — vorgenommen wurde, mit dem
Ritterkreuze des Maria Theresien>Ordens
geschmückt und demgemäß noch im De«
cember desselben Jahres in den erblän-
dischen Freiherrnstand erhoben. Schimpf
rückte in der Folge zum Obersten in seiner
Waffe vor. wurde Artillerie-Districts.
Commandant und starb als solcher.
6l Jahre alt. zu Prag.
Freiherrnstand2<Diplom ääo. 6. Deccm»
ber tLül. — Hirtenfeld (I.). Der Militär.
Maria TheresiewOrden und seine Mitglieder
(Wien 1837. Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. «48
u. 1743. — Wappen. Ein aufrechter, oben
langer, unten rund in eine Spitze zusammen«
laufender, roth und blau gevierteter, mit
einem silbernen Herzschilde, welches mit einem
natürlichen Lordeerkranze belegt ist, geirrter
Schild, in dessen erstem und viertem Quartier
ein silberner Löwe. der in der vorgeworfenen
rechten Pranke eine springende Granate hält,
in dem zweiten und dritten Quartiere aber
eine natürliche rechtsgewendete und vorwärts
sehende Eule zu sehen ist. Den Schild bedeckt
die Freiherrnkrone, darauf ruht ein in's Visir
gestellter, goldgekwnter, zu beiden Seiten mit
einer silbernen, zur Rechten roth, zur Linken
blau vermischt herabhängenden Decke beklei.
detec Turnierhelm mit offenem Roste und
seiner goldenen Halskette. Aus der Krone des
Helms steigt der oorbeschriebene Löwe, der
aber die springende Granate in der linken,
hingegen in der rechten Pranke einen bloßen
Säbel mit goldenem Gefäß zum Hiebe hält,
zwischen einem Fluge, rechts roth und Silber,
links Silber und blau geuiertet. Schildhnl<
ter-. Zwei goldene Greifen.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon