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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
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Schneller 49 Schneller haster Ausfall, daß er die Geschichte an Schnürchen aufhänge; Hormayr'g Be merkung: er hebe mit Riesenkraft einen Strohhalm empor. Mit dem schönen Plane, von seinem Lieblingsautor Marc Aurel eine Polyglott-Ausgabe in acht Sprachen zu ediren, trug er sich sein Halbes Leben lang. Sein Talent, im Leben seine liebenswürdige Affectation sind bekannt. Auf seinen Anlaß zum Besten der abgebrannten Iudenburger spielten Particulierg Kotzebue'S „Kind der Liebe" auf dem Grätzel Theater,' er selbst den jungen Soldaten köstlich. Für vaterländische Zwecke wirkte er eifrig, wofür ihm das Linzer und Gratzer Ehren« bürgerrecht verliehen wurde. Castelli hätschelte er ob seiner dienstfertigen -Freundlichkeit." So charakterisirt ihn Gräffer. Als Mensch war er ein ferti» ger Charakter, nichts Verschwommenes, nichts Halbes, im Guten wie im Schlech» ten immer ganz. Er ist aufgeregt über etwas, vielleicht über die Striche deS Censors erbittert, so kommt er, um zu speisen, zu den „drei Laufern" im Lothringer Bierhause. Da ist ihm nichts recht und der Kellner muß das Bad aus« gießen, vor allen Leuten schilt er ihn laut, rücksichtslos au6. Der Kellner schweigt. Am nächsten Morgen entdeckt S,, daß er seine Brieftasche, die ein paar Hundert Gulden enthielt, verloren habe. Der Verlust ist ihm sehr unangenehm. Ehe er noch sich besinnt, welche Schritte zu thun. klopft eS an die Thüre und auf sein „Herein" erscheint der von ihm so hart gescholtene Kellner. „Sie haben mich, mein Herr, gestern vor allen Leuten im Gastzimmer rücksichtslos insultirt und in Ihrem Zorn die Brieftasche mit dem Gelde liegen gelassen. Hier bringe ich sie Ihnen. Ich empfehle mich." Sprach's und verließ den verdutzten Schneller, v. Nurzbach, biogr. Leiilou. XXXI. s.Vedr. Schneller ging wieder in das Gast» haus fpeisen, nach beendeter Mahlzeit zahlt er und läßt den Wirth zu sich bit> ten. Als dieser erschienen, erhebt sich Schneller, entschuldigt vor allen Leu» ten seine gestrige Verstimmung, erzählt den Vorfall mit Brieftasche und Kellner und bittet den Letzteren mit lauter Stimme förmlich um Vergebung, nennt seinen Namen und Charakter, und entfernt sich mit einer Verbeugung. Kellner. Wirth, Gäste sind ergriffen von diesem Vorgänge eines Ehrenmannes, der einzig in seiner Art ist. Dieser wahre Vorfall kennzeich, net ganz den Menschen Schneller. I . Schneller's Lebensumriß und vertraute Briefe an feine Gattin und seine Freunde. Herausgegeben uon E. Münch (Leipzig und Stuttgart !83i, Scheible. 8») ^bildet auch den l. Band von I . Schneller's „Hinte» lassenm Werken"), — Arabesken. Reist', Zeit< und Lebensbilder aus Steiermark (Gratz o. I . Il8Nl), Ferstl, 8°) S. 84. — Graf» fer (Franz), Kleine Wiener Memoiren (Wien 1843, Fr. Veck, 8".) Theil I, S , t i 1 , im Aufsätze.- „Ein Diner" ^Gr äffer läßt hier Schneller in Gesellschaft mit Brentano, Col l in , Fr. v, Schlegel, Steigen» tesch und ZachanaS Werner auftreten?. — Kehrein (Joseph), Biographisch'Iiterarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks, und Jugendschriftsteller im «2. Jahr» Hunderte (Zürch, Stuttgart, Würzburg 1871, L, Wöll. gr. 8°.) Vd. I I , S. 1>1. — Me'y e r (I.), Das große Eonuersations'Lerikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Vibliogr. Institut. Zr. ««.) Zweite Abthcttg. Bd. VII , S. 1l3?. — Neuer Nekrolog der Deut. schen (Weimar. N, F, Voigt, kl. 8°.) XI. Jahr. gang (l832), Theil I, S. »N0, Nr. 137. sDie letztgenannte» drei Werke geben den lV. Mai 1833 als Schneller's Tüdesdatum an,- er starb aber schon im Jahre 1832), — Oester« reichischeNational'Encyklopädie, von Gräffer und Czikann (Wien l«27, 8«.) Bd. IV, S. 3?1. — Springer (Anton), Geschichte Oesterreichs seit dein Wiener Frieden , 1809 (Leipzig 1884 u. l8N5, Hirzel, ar, 8».) Bd. I, S. 303. Schneller, siehe auch: Schnuller ^S.88^ 12. Oct. 1873.) 4
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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