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Schön, Bruno 106 Schön. Eduard
die Studien fortsetzte, bis er im Jahre
1828, damals l9 Jahre alt. in den
Minoi'itenordm eintrat. Nach beendig»
tem Noviziate hörte er an der Wiener
Hochschule uier Jahre Theologie und
erhielt im Jahre 1833 die Priesterweihe.
Nun trat er in die Seelsorge, und zwar
als Cooperator an der Klosterpsarce in
der Wiener Alfervorstadt, und dem Pre»
digtamte sich zuwendend, galt er bald
als einer der besten Prediger Wiens,
dessen Kanzelvorträge immer stark besucht
waren. In seinem Orden bekleidete er
in den Jahren 1834—1846 alle Aemter
desselben vom Novizenmeister bis zum
Klostervorsteher in Wien und Gratz. Im
Jahre 1884 wurde er zum Seelsorger in
der k. f. Irrenanstalt in Wien berufen,
an welcher er noch zur Stunde thätig ist.
Einen nach Neda Weber's Ableben an
ihn gestellten Antrag als Stadtpfarrer
in Frankfurt a. M. lehnte er ab. Schön
ist Doctor der Theologie und Philosophie,
ersteres seit 1837, letzteres seit 1867.
Schon früher als Schriftsteller, dem ein
reicher Humor zu Gebote steht, thätig,
widmete S. seit seinem Gintritte in die
Seelsorge des Irrenhauses sein ganzes
Augenmerk auf die Beobachtung der
Irren und bekundete sich in seinen Schrif. lanchulie n»i! dergleichen Grillen", 3 Band
(Wien 1886-1888. 8°.; 2.Aufl. 1887)
mit Beiträgen von Vei th u. A.' —
„Mittheilungen uns dem Velien
w« (ebd. 1889, 8».); — nbl
tiir GIWn,
ten bald als tiefer, scharfsinniger Forscher
im Seelenleben Geistesgestörter. Schon
früher war S. in verschiedenen periodi-
sche» Blättern, wie in Brünne r'ö
Fiichenzeitung«, in der „Wiener Litera-
tur-Zeitung«, im „Volksfreund" u. a.
schriftstellerisch thätig. Kehrein bezeich,
nete seine in Gemeinschaft mit Anton
Langer verfaßte, in Lang's „Haus.
buch" erschienene Erzählung: „Der Pfar.
rer von Ulrichskirchen" als ein „wahres
Meisterstück". Die Titel seiner bisher
elbstständig erschienenen Schriften sind:
M und Freunde der Nleiüchknnde" (ebd. 1861);
— „Mas Hot man bei lebensgetiilirlichen Mle«
zn ihnn, lus der Arzt erscheint? NeliZt HaNI-
mitteilelire" (ebd. 1878. 8«.). Auch hat
Schön des Vudweiser Bischofs I i rs jk
sBd. X, S, i88^j „populäre Dogmatik"
in's Deutsche übersetzt, welche Ueber»
schung im Jahre 1862 in Wien im
Drucke erschienen ist.
Kehrein (Ios.), VioLraphisch-Merarischcö 8eii>
kon der kcitholischc» deutschen Dichter, Volks»
und Jugendschriftsteller im lU. Jahrhundert
(Zürch, Stuttgart und Wmzburc, I87U, Leo
Wörl, «r, 8».) Äd, I I , S, l l3.
Scholl, Eduard Ritter von (Ton>
seher und Schriftstel ler, geb. zu
Engelöberg in Schlesien 23. Jänner
1828), Als Componist bekannt unter
dem Pseudonym Engelsberg. Ein
Sohn des Fabrikanten Anton Schön,
bezog er im Jahre 5838 das Gymnasium
in Olmüh, widmete sich alsdann dem
Studium der Nechte, woraus er im
Jahre 1880 an der Wiener Hochschule
die Doctorwürde erlangte. Seine pcak«
tische Laufbahn begann er als Advoca»
turs-Concipient, 1880 trat er aber in
den Dienst der k. k. Hofkammer>Procura<
tur, aus welcher er im Jahre 1881 in
das Finanzministerium berufen und im
Departement des öffentlichen Creditwe»
sens — dessen Referent damals Minist«'
rialrath Dr. Joseph Rad da Ritter von
Boskow stein Md. XXIV, S. 17H
war — für juristische Arbeiten verwendet
wurde. Im Jahre 1888 provisorisch,
1886 desinitiu zum General.Secretar der
MmriZtiHc Pillen gegen Nie Kn«, M. d^n^ig „eu errichteten Wiener Börse^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon