Seite - 119 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Bild der Seite - 119 -
Text der Seite - 119 -
Schonau Schonau
gen Zugstücke: „Der letzte Zwanziger",
Don Nikola, auftrat. I n den letzten
zwanzig Jahren war S. fast ununter»
brochen in Pesth engagirt und gehörte
neben Gäde und Tomasel l i zu den
Lieblingen des Publicums. Er ist noch
zur Stunde Mitglied des Pesther deut»
schen Theaters. S. versuchte sich auch
wiederholt auf dramatischem Gebiete, so
schrieb er: „Weinberlz Glmtllnbslnbln", als
zweiter Theil deS Nestroy'schen „Iur",
«ine Posse, welche im Jahre 1846 unter
dem Titel: „Kein Jux", in einer Bear»
beiiung von Gro is im Zeopoldstädter
Theater zur Darstellung kam; — ferner
folgende, im Iosephstädter Theater gege»
bene Stücke: „Nmttrkger unt> Vntcrneimnziin-
i>«" (1846); — ,O«g°nd und Schönheit«
<1880); — „Mem Fruck i«t im Vnschllmt"
<1883)i — „TMnk" (1833), wohl iden-
tisch mit dem zehn Jahre später im Wie»
ner Thaliü'Theater gegebenen Lebens«
bilde: „Ein seelenguter Mensch, oder
Undank ist der Welt Lohn" desselben
Verfassers, und „Gin Mener Nienztmann",
Posse in 1 Act (1865).
Handschriftliche Vormerkungen. —
Notizen des Herrn I, Nimm er.
Schöllllll, Johann Nepomuk Freiherr
t)on (Industriel ler, geb. zu Dal»
Witz in Böhmen 21. April 1783. gest.
zu Kar lsbad 13. November 1821).
Johann Freiherr von Schön au ent>
stammt einer böhmischen Adelsfamilie,
deren Sproßen sich im Staatsdienste so»
wohl, als um Hebung der Industrie und
sonst noch in ihrem engeren Vaterlande
Böhmen verdient gemacht. Ueber den
Ursprung der Familie vergleiche weiter
unten die Quellen. Johann Ritter von
Schonau. der nachmalige erste Freiherr
dieses Geschlechtes, ist ein Sohn des
Wolfgang Julius v. S. (geb. 1726
auf Dalwitz, Todesjahr unbekannt) und der Anna Katharina Hora geb.
vonOczelowitz. Wolfgang Julius
war k. k. böhmischer Gubernialrath und
Hauptmann des Leitmeritzer Kreises, fer«
ner Besther der landtäflichen Güter Aich
und Dalwitz. Sein Sohn Johann
richtete sein Augenmerk auf daS Gebiet
der Industrie und legte auf seinem Gute
Dalwitz im Tlbogner Kreise die ersie
Steingutfabrik an, deren Erzeugnisse von
so guter Beschaffenheit waren, daß sich
der Absatz derselben, welcher sich auf die
damals sehr hohe Summe von nahezu
Ginhunderttausend Gulden im Jahre be-
lief, bald in alle Provinzen deS Kaiser«
staates und selbst in's Ausland erstreckte.
Ferner betheiligte er sich in hervorragen»
der Weise am Baue der Straße von
Karlsbad über Ioachimsthal nach Sach<
sen, schickte ansehnliche Spenden dem
Privatvereine der Nothleidenden in Böh>
men und der Provinzial'VersorgungS-
anstatt, und bei Beginn der BefreiungS»
kriege rüstete er auf eigene Kosten vier
Jäger und sechs Zandwehrmänner aus.
In Würdigung dieser seiner Verdienste
erhielt er im Jahre 1820 den Freiherrn-
stand. — Von seinen Söhnen ist beson»
ders Johann Nepmnuk (geb. 178?, To«
desjahr unbekannt) erwähnenSwerth.
Dieser war in die kais. Aimee eingetreten
und trug in der Ofsiciersschule des Regi«
ments Freiherr von Mariassy Mathema-
tik. FortificationS. und Situationszeich-
nen vor. In den französischen Kriegen
wurde er, als nach dem Vertrage von
Ried (8. October 1813) der bayerische
Feldmarschall Fürst Wrede den Ober-
befehl über daS ßayerisch'österreichische
Heer erhielt, dem bayerischen Armeecorps
deS Fürsten Wrede zugetheilt und zeich»
nete sich in dieser Stellung insbesondere
durch seine Tapferkeit bei der Belagerung
vyn Hüningen so aus, daß der Fürst
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon