Seite - 133 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
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Schonborn 433 Schönborn
rich Kar l GrafS. , den Vau der kaiser.
lichen Reichstanzlei auf dem Ballplahe in
Wien, und die Prachtliebe der Schönborn
ist sprichwörtlich — was sie in dieser 3lich<
tung Segensreiches und Großes geleistet,
dessen geschieht in den einzelnen Zebensskizzm
mehrfach Erwähnung, und ohne eben der
Verschwendung beschuldigt zu werden, zählen
die Schönborn zu den prachtliebendsten
Caualieren des deutschen Adels, die mit ihrer
Prachtliebe auch Geschmack verbanden. Ganz
speciell die Kunst, in ihrer herrlichsten Rich-
tung der Malerei, förderten aber als kunst<
sinnige Sammler zwei Sproßen dieses edlen
Geschlechtes, die Grafen Er wein Franz
Dainian und Franz Ph i l ipp Joseph,
deren Gemälde- und Kupferstich-Sammlungm
von Kennern ihrer schonen und seltenen Stücke
wegen hochgeschätzt und auS deren ersteren
einzelne Perlen durch den Grabstichel verviel-
fältigt wurden. — Was die Heirathen
dieses erlauchten Geschlechtes anbelangt, so
begegnen wir unter den Frauen, welche sich
die männlichen Sproßen desselben erkoren,
wie unter den Männern, denen die weiblichen
ihre Hände gereicht, die erlesensten Namen,
des deutschen, ungarischen und böhmischen
Adel«, als: Nrco, Batthl)ckny, Cllllu>
l'edo, Czernin, Elß,Hahfeld, Hohen,
lohe, Kuenourg, uon der Leuen, Linv
bürg, Nostitz, Oet t ingen, Sa lm,
Schaffgotsche. S tad ion , S t ernb erg,
Traut tmansdor ff, Wurm brand u,A,,
und mehrere Frauen, die den Namen Schön»
born tragen, sind wahre Zierden ihres Ge<
schlechtes. — Was schließlich den Besitz
dieses edlen Geschlechtes betrifft, so ist de»
selbe in allen Linien ein sehr bedeutender.
Ueber jenen der fränkischen Linie, welche für
dieses Lexikon geringere« Interesse besitzt, gibt
der „Rheinische Antiquar,»«" ( I I I . Abtheilg.
2. Vd. S. 427) nähere Aufschlüsse, Die zwei
österreichischen Linien, nämlich die böhmische
und ungarische, besitzen Schönborn nächst
Stockerau, Weyerburg, Mautern, Rossitz,
die Herrschaft Munkäcs und Szent-Miklos
(4U s^ Meilen, so daß sie beinahe ^ der
Neregher G>spanschaft einnimmt) und Häu>
senstamm (Helssenstein) bei Frankfurt. Die
Herrschaft Munklics hatte Kaiser Joseph I I .
im Jahre 17U8 durch den Fiscus vindicircn
und einziehen lassen, sie, wurde aber laut
Reichstagsbeschluß vom Jahre 1791 dem Zräf.
lichen Hause wiedergegeben. Seit dieser Zeit
hat sich dns Ginkommen der Herrschaft um ein Bedeutend gehoben und wurde im Jahre
i8!5 auf 60Ü.0U0 f!. Papier berechnet. —
Von der böhmischen Linie aber verfügte Graf
Erwel'n über ein Einkommen von über
20U.00U Gulden jährlich, wouon die Güter
in Franken mehr als die Hälfte betrugen.
Ueberdieß hat der Graf noch die gräflich
Stadion'sche Herrschaft Hallburg am
Main, bei Volkach gelegen, käuflich an sich
gebracht. In der finanziellen Deroute der
jüngsten Inhre erscheint dcr Name des
Hauses Schön b o r n nicht, ^Hennll'i?«
l^Vürsduiz 1730). — Großes vollst än>
dige« (sogenanntes Zedler'fches) Univer>
sal < LeIikon (Halle und Leipzig, Ioh, Heinr.
Zedler, kl. Fol.) Bd^ XXXV, Sp. 7»? u, f, —
Schönfeld (Ignaz Rittern.), Adels'Sche.
matismus des österreichischen Kaiserstaates
(Wien, Schaumburg u, Comp,, 5°) I. Iahrg,
(l824), S. W3; I I . Icchcg, (1823), S, l«8,
— Del rheinische Ant!quai i ,us, wel>
cher die wichtinsten und angenehmsten geo>
graphischen, historischen und politischen Merk«
Würdigkeiten des ganzen Rheinstromes von
seinem Ausflüsse in das Meer bis zu seinem
Ursprünge darstellt. Von einem Nachforschn
in historischen Dingen (Coblenz l834, R. F.
Hergt, gr. 8°.) Mittelrhein, I I I . Abtheilung.
2. Nd. S, N8—237. j«8—429 Kneichte
(Ernst Heinrich Prof. Dr.), Neues allgemei.
nes deutsche« Adels'Lerikon (Leipzig 1839.
Fr. Voigt, ««.) Nd. V I I I , S. 238 u. f. —
Hopf (Karl Dr.), Historisch-genealogischer
Atlas. Seit Christi Geburt bis auf unsere
Zeit (Gotha 1838, Iustus Pelthes, kl. Fol,)
Abthlg. I, Deutschland, S. 133, Taf. 2t l . —
Gothllisches genealogisches Taschen«
buch nebst diplomatisch statistischem Jahrbuche
(Gothn, Just. Perthes, 32°.) Iahrg, 1«4<>,
S. 2l3; 1848, S. 273, u, 1873, S, 280
(Schönborn-NirseMheid) i Ibrg 1848, S. 276,
u. 1873, S. 2l)0 (Nchönvorn-.Buchheim);
Jahrg. 18«. S. 203, u. 1873, S. 2ü3 (böh.
inischer Ast).)
II. Einige besonders hervarrngende Spraßen de«
Wrafengeschlechtc« Schönborn. !. Unna M a -
1784, gest. 8. Ottobcr 1862), eine Tochter
Wilhelm's Fniherrn u.Kerpen l^ Bd AF,
S. l » ^ aus dessen Ehe mit Mar ia Antoi.
nette von Horn ste in > G öff ingen, einer
Dame, welche zu ihrer Zeit als Inbegriff
aller körperlichen Vorzüge ga!t und an n>el>
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon