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Schönborn 134 Schanborn
cher nur der llußer allem Verhältnisse zu den
übrigen Zügen stehende, zu kleine Mmid als
ein,-!«« Tefett bezeichnet wurde, Von den
uier Töchtern aus dieser Ehe war Karo l in a
Maria an Ferdinand Johann Nep, Ic>
fcph Fürsten Kineky vermalt! n»i 2. No
rember l8l2 Witwe, bekleidete sie noch 1832
das Amt einer Obersthofmeisterin der Crz
5eszi?li!» Sophie. — Ihre Schwester An na
Mar ia war (seit 12. Mai 181!) Gemnlin
Friedrich Karl Joseph's Grafen Schön
dorn, k, k, Käünurrecs und Oberstlieutenant
in der Armee. Gräftn Anna Mar ia war
Stcrnkrcuz Ordensdaine. Sie wird als Kunst
leiin, und ziuar als unnemei» geschickte Zeiäi^
nerin gerühmt. Ihr unmuthiges Prosilbildniß
hat der geschickte Künstler F. u. Lütgcn»
dorf im Jahre l«2U radirt. Da« Blättchen
(in 8°) ist heute sehr selten. — 2. Damian
Hugo Graf Sch. (Fürstbischof zu Speyer,
geb. 13. September <«?<>, gest, 20. August
17«), ein Sohn de« Grafen Melchior
Friedrich au« dessen Ehe mit Mar ia S o<
phie Freiin uon Voyneburg, studirte S.
im LoUoßio 2elmn.ni<:o zu Nom, später an
der Hochschul« zu Löwen. Bereit« als Jung,
ling in den deutsche» Orden aufgenommen,
schielte ihn derselbe an denHofPaps! Juno»
cenz' XII., dainit er daselbst seinen Orden
uerirete. Velegentliä) einer Sendung nach
Wien trat er in kaiserliche Dienste als beuoll»
inächtigtcr Minister für Obcr> und Nieder»
sachsen. In dieser Eigenschaft half er 17U3
die in Hamburg ausgebrochenen Unruhen bei»
legen, und übernahin die Sequestration dc6
Landes Hadeln. Im Jahre 1709 ernannte ihn
Kaiser Joseph I. zum geheime» Na!he, i»
welcher Würde ihn Kaiser Karl VI. bestaunte.
Am 23. Mai 1713 wurde er Lardinal'Diacon
und am l, December g. I . setzte ihm der
Kaiser in Wien da« Naret auf. Am AU. No.
nember N<9 wuile er zum Vischof uon
Speyer ernannt, nachdem er schon feit Juli
>7>L Coadjutor seines Vorgängers, des Vi>
schvfs Heinrich Hartard uon Nollin»
gen, gewesen. Am <8. Mai 1722 wurde
Äamianhugo üoadjutor des Fürstbischofs
von Eonstanz, zu dessen Nachfolge er im
Jahre <74U gelangle. Dem Eonclaue zur
Wahl des Papste« Llemen« XII . wohnte
er bei. Der Fürst, wie alle Sproßen seines
Hauses, war prachiliebend und stand im
Reiche in hohem Ansehen, nur beschuldigte
man ihn, den Jesuiten zu «i<! Gehör geschenkt
zu haben. Mü großem Eifer betrieb der Fürst den NestaurationSbnu des in Trümmern !ie>
genden Münsters zu Spryer, für den er noch
letziwilliss üU.OUO fl. verschrieb, wie er zur
Verbesserung der Dompfründe üU.000 fl, uer-
macht hat. Am 2?. Mai 1722 legte er den
Grundstein zu dem schönen Schlosse in Bruch,
snl. Dazu baute er das hübsche Städtchen
Dnmilnistiidt mit einer Kirche, welche die
Gruft für sich und seine Nachfolaer enthalten
sollte, Ein eiacnlhümlicher prophetischer Blick
in die Zukunft schau! aus dessen Bcnianort»
nung heraus, Dani ian Hugo ließ nämlich
die Gr»st so klein machen, das, sie nur für
drei Särge Raum bot. Als man ihn darauf
aufmerksam mnchle, antwortete er- „mehr
wird nicht uonnöthen sein". Wirklich wurde,
als die Gruft die driüe Leiche aufgenommen
hatte — einer der drei Nachfolger des Für«
sten, Graf L i mbu ra-S t i ru m , war näm<
lich außer Landes ^starben — das Visthum
Speyer aufaehoben, Außer dem Schlosse zu
Vruchsal hat Damian Hugo noch minde.
stcns ein halbe« Dulzend Hchlußbautcn mit
der diese», Geschlechte eigenen Prachtlicbe
ausgeführt, und zwar die Schlösser zu Han<
Höfen, Dudenhofe», Deidcsheim, ,ssirch>urilcr,
Kis'lau und Naahälisel. sPoNrntc, 1) Unter.
lte 8^!wnt)l>rn- >^ »^lUn^i!», 8. li,. I>>, c^ar.
cliüaUZ «t<!. nte. (Kupferst,, ««,); — 2)»Un>
tcrfchrift- 1'lunüu, II i^u l>. )i. U. > (laräl-
(Kupferst,, «",).^ — :>. (5-rwein Graf Sch.
(Herrenhnusmitglied des österreichischen Neichs,
rathe«, >,eb, /?. Mai <"l2), llhef de« büh>
mischen Astes des Hauses H ch ö u b o r». Graf
Erwein ist ein Sohn des Grafen Fried,
riä, Kar l Iuseph sgest, <«4üj anS dessen
Ehe mit A n n c> Äl a r i a Freiin von Kerften
I^ Nr. 1>! er besitzt die FidricolnnufnHerllchaf,
ten ^!uknuir, Pi'icliovie, Preslic, Malesic und
Kusolop !>» Pilseuer und die Allodialherrschaft
Dlazkouic im Leiüneiitzcr Kreise Böhmen«.
In den Jahren l«!>l —!8<>7 war er Abgeord,
neter des sidcicommissarischen Großarundbe»
sitzes in» böhmischen Landtage und stimmte,
als solcher mit der conseruatiuen Partei, Snt
1« April tl>U< gehört er als erbliche« Mit>
glied dem Herrenhnuse des österreichischen
Neichsrathcs an. Au« seiner (seit 1l. Juli
<8l!U geschlossenen) Ehe mit Cyrisiim' geb.
Gräfin Ariiljl -stammen ncht Kinder, nier
burtadllteu und Nachkommenschaft aus der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon