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Schanborn 436 Schönborn
Mainz 2 März 16?t. gest. i« Würzburg
2». Juli N4«), «in Sohn des Grafen Mel»
chior Friedrich Sch. und Maria S°.
phiens Freiin von Äoyneburg. Wurde
zuerst in Aschaffenburg. dann im ONeew
ß«llnanl°« zu R°m für den geistlichen Stand
vorgebildet. Mit neu» Jahren. lL83, wurde
er?on,!l'ellar, N«4 Capilular. l?2? Dom.
pwpst zu Würzburn. Schon 170» erhielt er
die Würde des Rcichs-Vicetanzlers. als wel»
cher er bei der Achtsertlärung det Churfürsten
von Cöln und Bayern, 29. April 17li«, mit.
witkie und dafür die bäuerischen Herrschaften
Tietfurt und Riedenburg — eine vorüber,
gehende Vnverbung — erhielt. 3l»i <>>. De>
«mber l?«8 erwählte ih,> sein Obeim, der
Churfürst und Mainzer Erzbischof Lothar
Franz sS. <3«. Nr. <^ 1 zum Coadjutor.
l7lo erlangte S, durch Kauf uon Franz
Anton Grafen Puchbeim, Bischof zu
Neustadt, die kleine Feste Mühlverg nebst der
Herrschaft Göllecsdorf, zugleich übertrug der
Bischof das den Puchheim erbliche oberste
Truchsessenamt in Ober» und Niederösterreich
an die Grafen Schönborn', seit dieser Zeit
führen die Schönbvtn das Puchbeim'sche
Wappen und den Zunamen von Puchhaim
(Nuchhaim) und der Bischof uon Neustadt
hatte, den Namen Schön born angenom-
men. Am 2». Juni 1?üU wurde Friedrich
Karl zum Bischof uon Alropulis geweiht,
erhielt nach dem Ableben seines Oheims L o>
thar Franz i?2!> das Nisthum Vaniberg
und im nämlichen Jahre noch, nach dem Tode
dei Fürjlbischofs Christoph Franz von
Hütten, da« Nisthum Würzburg. Im Juli
genannten Jahres reiste S, nach Wien, um
da« Amt des Reichl.Vicelanzlers niederzu»
legtn, behielt es aber, als der kaiserliche Hof
ihn bat, dasselbe noch feiner zu versehen.
Untcr des Grafen Friedrich Karl unmil.
telbarei Leitung und Aufsicht wurde die Reichs,
lllnzlei, welche die ganze Nocdseite des gro,
ßen Vurgplutzes in Wien einnimmt, nach
dem Plane «on Fischer vonCrlach erbaut,
Ferner erbaute er an Stelle der Feste Mühl>
berg l?l«-17l9 das prächtige Schloß Schö».
born an der Stvckecauec Straße mit <3ll Ge»
mächern und herrlichen Gartenanlagen, legte
am 3, Juni 1?30 den Grundstein zur maje»
statischen und im Jahre 173« eingeweihten
Wallfahrtskirche in Götzweinstcin, erweiterte
die Namberger Hochschule durch Fundirung
lll<« eigenen! Vetwögen der Professuren für
Jurisprudenz und Medicin; als l804 die Hochschule aufgehoben ward, mußte das Stif»
tunas'üapital an die Familie zurückgezahlt
werden; that viel für die Hebung der Heil»
quellen zu Kissingen und Nocklet; führte 1?40
den Prachtbau der bischöflichen Residenz zu
Würzburg aus, wie er denn in seinen beiden
Hochstiftcn mehr denn Ilw Kirchen und Ca>
pellen theils einweihte, theils erbaute. Als-
Vischof, Neichsstand und Landesherr hinter«
ließ Friedrich Kar l Graf S. ei» schönes
Andenken. Als eineö Cul'iosums erwähnt der
„Nheinische AntiquariuS", daß der Bischof
Friedrich Kar l Graf von Schönborn
„noch im Jahre l?37 InHader des Infanterie.
Regiments Bamberg i>n l, k, Dienst gewesen",
rätt. l) Unterschrift: Itsve
luiuu» j I?i'iäor1<:N3 0«,rc>1u« 8. N.^ s.
LawL» äe Lcüüulxii'i!. ^^ uulilleim et N»i.
I>u« j 8t»tu8 In^llni ItMum Vl^u-^'aulloNa'
eto. In der rechten oueren Ecke des Mauer»
Werkes das Wappen (ll, Fol.), uhne Angabe
des Zeichner« und Stech««,- — 2) Unter'
schrift: I'ricloiluil« Val'olu« 8. It.^ . j LolUL»
<iu 8«!i<<'ttl!0»'U j 8. O. ^ l . <^oü». Int. 6, A.
eop. liaiüboi^. ft".), ohne Ang, des Zeichn,
u. Stechers.) — N. Hugo Damlnn Erwein
GrafSch., siehe: Schönboru >V uchheim.
Franz Phi l ipp Joseph Vraf sS <40, im
Tette^. — 12, Johann Phil ipp u, Schön»
born (Bischof uuu Wmzuurss, Erzbischof von
Mainz, Bischof von Wurm«, geb. <>, August
1<iU», gest, l2. Februar lU73», ein Sohn
Georg's uun E, und Mar in Varbaca's
uon der? e yc n, I o h ann Phi l ipp wurde
am 28. October tl!l8 (Ncriter, nm 2. Octobec
lt>!il Domicellar zu Würzbur« und iü2« z«
Mainz, ueruullstä»di»!tc stiue Studien zu
Orleans auf d« Hochschule und trat sodann,
2A. September i<!28, in Melchior's uon Hatz'
feldt Rcitcr>Nen<»!cnt ei». So führte S.
eine Rciter'Coüipagüie in» taiseilichen Heere,
das er aber wieder verließ, ^ut> Oründen,
die ebenso wcnia bekannt sind, wie jene sei'
nes Eintrittts, da er doch Domiccllar war.
1630 erhielt er eine Dumpräbende in Worms,
am 18. November iU35 unndc er Propst zu
St. Nurkard in Würzburg, uno als daselbst
der Fürstbischof Franz uon Hatz fe id am
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon