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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 137 -
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Seite - 137 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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' SchVnborn Schonborn 19. November 1642 mit Tode abging, wurde Johann Ph i l ipp zu seinem Nachfolger gewählt. Am 19. November 1647 erfolgte seine Wahl zum Churfürsten von Mainz. In dieser Stellung trug er wesentlich zur Wahl Ferdinand's I I I . , Erzherzogs von Oester» reich und Königs von Ungarn, zum römischen Könige bei, welche Wahl zu Regensburg am 31. Mai 1«53 stattfand. Als einflußreicher Kirchenfürst stellt« er sich die damals, wie heute noch hoffnungslose Aufgabe, die ver> schiedenen Neligionsparteien zu vereinigen, zu welchem Zwecke er sogar den berühmten Philosophen Leibnitz an seinen Hof berief. Die Angelegenheit verlief i» Sand. Bei der Kaiscrwahl Leopold'S neigte sich Johann Ph i l i pp , von Hnnns Christian vonVoyne. bürg, einem Franzoftnfreunde, beeinflußt, auf französische Seite, so sehr auch der Würz» burger Kanzler Mehl dem Mainzer Chur- fürsten gegenüber Oesterreichs Sache vertrat und diesem in's Gedächtniß zurückführte, wie Oesterreich zur Schwedenzeit 1ü Jahre lang streiten und sein theuerstes Herzblut habe vergießen müsse», um die Enstenz dieses und so vieler anderen geistlichen Staaten zu ret- ten. Dergleichen Erinnerungen vermochten doch nicht auf Johann Phil ipp'S Geist, der, wie damals viele deutsche Fürsten, auf Frankreichs Lockpfeife hörte, einzuwirken. Von sonstigen Momenten aus Johann Phi< lipp's Leben sind erwühnenLwerth sein hoch- herziges Verhalten gegen die S5adt Erfurt, als diese ihm, als ihrem Landesherrn, den Gehorsam versagte und daS «»Ivuin tae xriullipsm zu singen sich weigerte, bis sie nut Gewalt der Waffe» unterworfen werden mußte. Diese merkwürdige Episode im Leben des Fürsten, in welcher Philipp Ludwig von Neifenberg eine so verhängnißuolle Noll« spielt, ist ausführlich dargestellt von Alois Henninger in der Frankfurter „Didaskalia" l82L, Nr. 91—98, >n dem historischen Auf. sahe- „Die Sibylle von Kemel", Große Sorg< fält verwendete der Fürst auf die Verbesserung der Verwaltung in seinem Lande, auf die Hebung der Kirchenzucht und die Errichtung von Seminarien. Zu seinen Werken zählen f.rner die Erbauung der stehenden Brücke über den Rhein in Mainz, die am 12. Mai »661 zum ersten Male überschritten wurde, der regulären Festungswerke von Mainz, eines neuen Waisenhauses und einer Kirche zu Würzburg, der schönen Stiftskirche zu St. Johann in Haug und des Klosters St. Afta, des Franziskanerklosters zu Wiltenberg, die Befestigung der Burg Warienberg, außerdem legte ei in Mainz drei neue Straßen an und sorgte für den Wiederaufbau eines Theiles der während der schwedischen Besetzung nieder» gerissenen Gebäude u. m. a, Seine Hinnei. gung zum Franzosenthume abgerechnet, war Johann Phi l ipp ein hochsinniger, edler Fürst, in Sachen des Glaubrns von nach< ahmenswerther Toleranz. Als er einmal nn seiner Tafel die Geistlichkeit beider Confessio» nen versammelt hatte, rieth er ihnen.- „nie- mals im Predigen, den wesentlichsten Vorschriften des Christenthums ent- gegen, zur Vezüchtigunn oder gar Lästerung der Lehrer eines anderen Bekenntnisses sich verleiten zu lassen; denn die Wahrheit erhärte sich durch ihre Reinheit: zu Verleumdungen nähmen nur ihre Zuflucht, die nichts Gutes sich bewußt. Darin fänden die Zuhörer weder Aufmunterung zur Frömmigkeit noch zum Glauben, dergleichen Ausfälle dienten blos, unzeitige Aufregung und gegenseitige verderb- liche Eifersucht zu erwecken". Ein Poet singt aus diesem Anlasse von Bischof und Chur» fürst Johann Phi l ipp: „Ihr Kirchenfür» sten uns'rer Zeit vernehmet, was Johann Phi l ipp sprach, Wie jeder Glaube hoch - ihm galt und macht's ihm dnrin nach". ^Denkwürdiger und nützlicher rheinischer Ant iquar ius u. s, w. Von einem Nach' forscher in historischen Dingen (Sirambeig) (Coblenz, Rud. Fr. Hergt. gr. 8°.) Mittel, rhein, oer I I I . Avlhl.,. 2. Bd S. 156—l91.) — 13. Johann Philipp Franz (Bischof von Würzburg, geb. 13. Februar 1L73, gest. 18. August 1724), ein Sohn des Grafen Melchior Friedrich u»d Mar ia So- phie ns Baronin uon Boyneburg. Ve> suchte das deutsche Collrgium in Rom, wurde 1L82 Domicellar, 1«ä8 Capitular zu Würz« bürg und Domherr in Mainz, 1699 Propst des St. Battholomäussiifte« zu Frankfurt, Nachdem er noch verschiedene andere Kirchen- würden vekieidet, wurde er am 18. Sepiem» der 1718 zum Fürstbischöfe uon Würzburg erwählt. In die kurze — nur fünfjährige — Zeit seiner Regierung fallen nicht wenige, das öffentliche Leben betreffende Reformen und Gesetze, so: die neue Zunft- und H and- werks.Ordnung 6H». 1U, Äpnl 172«, die Almosen-Ordnung und eine Verordnung, welche die Ansiedelung unbemittelter Indivi- duen erschwere, aus dem nämlichen Jahre; die Hypotheken »Ordnung üäo. 28. Iän»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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