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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 138 -
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Seite - 138 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schönborn 138 Schänbarn ner l?2l, die Advocaten»Ordnung ääo. 19. Februar d, I . , die Wal d.Ordnung ääo. 28, März, die Feuer.Ordnung üa,o. V. April 172l; die tüchtige Pol izei .Ort» nung äül). 8. Mai 1722 und die Bau.Ord» nung vom Nuaust d. I . Zur Hebung der Universität bestellte er eigene Lehrer für Ge> schichte, Mathematik und Anatomie. Weniger rühmlich erscheint die ihm zugeschriebene, mit 24. März 1724 erfolgte erste Einführung des Lotto, Ferner legte er 1720 den Grundstein des prächtigen Residenzschlosses in Würzburg, das von seinem Bruder Friedrich Kar l >M'. l0^ beendet wurde; dann verschönerte er die Pfarrkirche zu St. Peter in Würzliurg; die Mariencapelle im Schönbo rn'schen Hofe ebenda; legte den Vidliothekisaal im Semi» nar zum h. Kilian an und bereicherte in namhafter Weise die Bibliothek, an der er den gediegenen, durch seine Materialien zu den „QliL>u«5 Queltiükü" bekannten Geschicht» schreiber Johann Georg von Elkhart als Vorsteher bestellt hatte. Porträt. Unterschrift: I'i'ilnconillL orientaU« (8<>.), Kupferst,^ — 14. Kothar Franz Graf Sch. (Bischof uon Vamberg und Erzbischof von Mainz, geb. 4. October 1633, gest. 30. Jänner 1723), ein Sohn des Grafen Ph i l i pp Nrwein von 5. aus dessen Ehe mit Mar ia Ursula Grei> fenklau von Vo l l rat HL, Erhielt in jun> gen Jahren Dompräbendcn in Würzburg, Naniberg, Mainz, wurde !n Vamberg Dom» scholaster, am 1«. November 1L93 Fürstbischof und am ll. September 1894 Coadjutor des Churfürsten Anselm Franz uon Mainz, nach dessen am 30. März 1<>Uä erfolgten Tode er voni Erzbislhum Besitz nahm. Graf Lo< thar Franz war es vornehmlich, welcher die Association des ober» und niederrheini, schen, des fränkischen, schwäbischen, bayeri« schen und westphälischen Kreises am 23, Iän» ner lL97 zu Stande brachte. Tiefe Association verpflichtete sich, in Kriegszeiten sechzig, in Fnedenszeiten vierzig tausend Mann in Be> leitschaft zu halten, u»d dem Einflüsse der> selben dürfte zunächst der Ende Qctober 169? erfolgte Friedensschluß zwischen Kaiser und Reich einer» und dem Könige uon Frankceich andererseits zu verdanken sein. Der Churfürst Lothar Franz zeigte, wie denn überhaupt sein ganzes Geschlecht, besonders große An- hänglichkeit zu Oesterreich, das er in seinen Ansichten, Bemühungen und Unterhandlungen nach Kräften unterstützte. Vor allem — leider vergeblich — war er bemüht, Vayern uon Frankreich abzuziehen und die alte Freund» schaft zwischen Oesterreich und Bayern her> zustellen. Am «. Juni 1707 erließ der Fürst eine für den Weinhandel im Rheingau sehr wichtige Verordnung, durch welche die soge> nannte Gabelung, ein Jahrhunderte alter Brauch, dem zufolge der Weinkäufer au« jedeni Orte ebenso viele Weine uon der ge> ringen, wie uon der besseren Sorte beziehen mußte, aufgehoben wurde. So sollte das Mißverhältnis indem der steigende Luxus besseren Gewächsen höhere Preise beilegte, während geringere Weine zu unverhaltniß' mäßig niederen Preisen herabgedrückt wurden, beseitigt werden. Die Weinmürkte gingen — bis 1728 — einer nach dein andern ein. Ueber diese eigenthümliche, nur, in den Rhein» weinlanden herrschende Procedur und die Sitte der Gabelungen berichtet ausführlich der „Rheinische Antiquarius", Mittelrhein, I I I . Abtheilung, 2. Nd, S, 197—202. Am 22. December 17!i vollzog Churfürst Lothar Franz an Kaiser Karl VI. die Kaiserkrönung und im folgenden Jahre, am 13. December, feierte er sekn eigenes Jubiläum als Capitular. Zur Hebung der Universität in Mainz erwirkte er eine päpstliche Vulle (4, September 1?13), welcher zufolge die ihr uon Churfürst Dieter uon Isenburg verliehenen 14 Canonicate ihr endlich einverleibt wurden. Dann be> mühte er sich. eine bessere Lehrmethode cin> zuführen, bestellte einen eigenen Lehrer für Geschichte und bereicherte die Bibliothek mit zahlreichen werthvolle» Büchern, Auch für wohlthätige Zwecke wirkie der Fürst ungenlein viel. Die in seiner Familie vorherrschende Neigung zu Prachtbauten bethätigte er ziem. lich stark an den Anlagen und Gebäuden der Fauorita bei Mainz, an den Mainzer und Erfurter Nefestigungswerken, bei dem Baue des Schlosses Weißenstein, das er in aller Pracht und mit Kunstsinn herstellen lieh. Ferner baute er das Schloß zu Gaibach, das Rochuespital in Mainz, das Schloß in Bam> berg, die Klöster zu Gößweinstadt und Hoch» städt, dann Straßen, Schanzen und Brunnen in Mainz und Fabriten in Erfurt und Lahr. Der verzeihlichen Liebhaberei des Fürsten, alle seine Thaten durch Denkmünzen zu ver< ewigen, ist eine stattliche Folge schöner Mc> daillen zu verdanken. IV«rtläl. Unterschrift: 8eä. NIoount. («!«) ^,rc^i«r>i«<:. 8. R. ^s.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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