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Schönfeld 149 SchönM
Gvenbach (Wien «861, Keck u. Comp., 8»,)
S, 16.
Schönerer'« Ehrcnpokal. Der Obercheil
des Pokals zeigt die Städte Budweis, Linz,
Gmunden mit den Jahreszahlen l«23, <832
und <82ü, hinweisend auf die von S. in den
genannten Jahren ausgeführte Budweis.Linz
Gmundner Nahn. Unter den Städten ist
eine Fama, die eine Palme trägt. Die gegen»
stehende Seite zeiat eine Ansicht des Haupt«
bcchnhofes der Wien>Gloggnitzer Eisenbahn
mit den Jahreszahlen i84l und 1846 (erin>
nernd an die Eröffnung der Gloggnitzer und
Brucler Bahn), darüber ebenfalls eine Fama
mit einem Kranze. Am Fuße des Bechers sind
annebracht eine Minerva mit der Unterschrift:
„Civilbau", ein Mercur, darunter „Admini.
stration", eine Locomotioe, darunter „Bahn<
betrieb", ein Ambos, darunter „Maschinen»
bau". Der Pokal ist ein Fuß und uierthalb
Zoll hoch, innen ganz, außen theilweise ver,
goldet und ging aus der Fabrik Mayerho«
fer und Klinlosch in Wien hervor. Die
unkünstlerische Ausführung der Idee, die felt>
same Zusammenstellung von Mythologie
und Maschinen und gar die merkwürdige
Allcgorifirung, wie z. V. der Administration
durch den Göiterboten, kurz, der Mangel des
eigentlichen künstlerischen Gedankens, verrin»
gert zwar nicht die gutgemeinte Absicht der
Geber, die leider nur bei der Ausführung der
Ehrengabe übel berathen waren, wohl aber
den künstlerischen Werth der Gabe, worauf
es denn bei dergleichen doch auch ankommt.
Wappen. In NIau ein goloenes. silber»
beflügeltes, seitwärts gestelltes Rad. Auf dem
Schilde ruhen zwei gekrönte Turnierhelme.
Aus jeder Helmkrone wallen drei Straußen»
federn, aus der rechten eine silberne zwischen
blauen, aus der linke» eine blaue zwischen
silbernen, empor. Die Helm decken sind
blau, mit Silber unterlegt. Devise. Auf
blauem Bande in silberner Lapioarschrift:
Schönfeld, Franz Erpedit (gelehrter
Jesuit , geb. zu Prag 7. März 1748,
Todesjahr unbekannt). Stammt aus
einer alten böhmischen Adelsfamilie, aus
welcher mehrere Schriftsteller und Ge>
schichtsforfcher hervorgingen. Im Octo»
ber 1760, im Alter von 18 Jahren, trat
S. in den Orden der Gesellschaft Jesu, in welchem er, nachdem er 1763 aus der
Philosophie und 1768 aus der höheren
Mathematik öffentlich disputirt hatte, im
Lehramte verwendet wurde. Er trug in
Prag am Gymnasium in der Neustadt
Dichlkunst, dann zu Brzeznitz diese und
die Redekunst vor, und erlangte 1773,
eben zur Zeit der Aufhebung des Ordens,
dem er angehörle, die theologische Doctor»
würde. Nun wurde er Professor der
Dichtkunst an der Prager Hochschule und
behielt diese Stalle bis zu seiner im Jahre
1779 erfolgten Ernennung zum Dechant
in Reichstadt im Bunzlauer Kreise. Da>
selbst lebte er im Rufe eines sogenann»
len „Schöngeistes", was zu Ende des
18. Jahrhunderts noch etwas Besseres
bedeutete, wie heut zu Tage, da man
darunter gewöhnlich einen Phantasien,
Halbverrückten oder wohl gar einen sen-
timerttalen Thunichtgut versteht. I n der
Folge erhielt S. den Titel eines Ehren-
domherrn des Stiftes zu Niben. wurde
geistlicher wirklicher Hofrath des regieren,
den Herzogs von Zweybrücken, und als
der Prinz Christian von Waldeck
im Jahre 1784 in den Besitz der Zwey-
brück'schm Güter gelangte, auch dieses
Letzteren. S. hat eine ansehnliche Reihe
Schriften, meist Reden in lateinischer und
deutscher Sprache, herausgegeben, und
zwar; „^)
1770);
(ibiä. 1771); — „Ant die Ali« In-
pli'z II., zeLMM im Herbste" (Prag
1771. 8".)', — „I,anHcck'o ck'iec-i«
sataictt'um iiMi«'a«ta" (?r3,ßäs 1772);
(ibiä. 1772); — „N« C°b G«k°r'k, des.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon