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Schönfeld Schönfeld
Wien eine Buchdruckerei und Nuchhand«
lung etablirt hatte, vom Könige von
Dänemark das Ritterkreuz des Danebrog-
Ordens und starb dort im October 1821.
Aus Schönfeld's Nachlaß übernahm
dieses Museum der bekannte Freiherr
Joseph v. Dietrich sM.I I I , S. 292^
und bewahrte eS bis zu seinem Tode in
einem Hintergrunde seines großen Hauses
Nr. 16 an der Matzleinsborfer Linie. Es
ward daselbst in einer nicht zureichenden
und unscheinbaren Bodenlocalität auf»
gestellt und fand deßwegen nur spärliche
Besuche, obwohl des Freiherrn von
Dietrich bekannte Liberalität Jeder»
mann den Eintritt verstattete. Die frei»
herrlich D i e t r i ch'sche Verlafsenschaft
verfügte die Veräußerung des Schon»
feld'schen Museums und man sprach
damals den Wunsch aus, diese reichhal»
tige Sammlung dem Vaterlande Böh>
men wieder zugewendet zu sehen, in dessen
Schoße
sie
entstand und dessen Kunstwerke,
Alterthümer und Seltenheiten den bei
weitem größten Theil derselben auöma»
chen. Die Sammlung wurde in'S AuS-
land verkauft. Man muß im Hinblicke
auf die Echtheit der Gegenstände., welche
aus der Schönfeld'schm Sammlung
herrühren, sehr scrupulös sein. Der In>
halt des Schön feld'schen Museums,
welches seiner Zeit ausführlich ^vergleiche
S. 188 die angeführten Quellens beschr!e>
ben worden, war ungeinein reich und
mannigfaltig, es enthielt denkwürdige
Handschriften ältester und neuerer Zeit,
Druckschriften aller Sprachen und For»
men, Handzeichnungen alter und neuer
Meister, alle Arten Malereien, musiuische
Arbeiten verschiedenster Ausführung, Ori»
ginal'Kupferplatten berühmter Stiche,
die ältesten Proben der Holzschneidekunst,
alle Gattungen Filigranarbeiten, Arbeiten
aus Knocken, Horn und Klauen, Kunst» drechSlereien, Gußarbeiten, erhabene und
vertiefte Schnitte in kostbares Gestein,
Preßarbeiten, Sigille, getriebene Arbeiten,
Schnihwerke, Emails, Brillantschnitte und
Facetten, alle Gattungen Glas, Töpfer,
arbeiten, Münzen in Leder, Papier und
allen Metallen, alte und neue Waffen,
Lackirarbeiten, Posten, Bosstrungen, Le>
der» und Stickerarbeiten, Instrumente u.
s. w., und in jeder dieser Gattungen die
kostbarsten Exemplare, .oft wahre Unica.
linier den 80.009 und mehr Nummern,
welche der Katalog ausweist, befanden
sich über 18.800 Kupferstiche. 3000 alte
kostbare Holzschnitte. 300 Oelgemälde,
1700 Handzeichnungen. 4800 Gold-.
Silber» und Kupfermünzen u. s. w., und
die Lectüre der S ch eig er'schen Mono»
graphie über das Scho nfcld'sche Mu.
seum ist noch heute sehr amüsant. Wie
schon bemerkt worden, war S. 1799
nach Wien übersiedelt und hatte seinen
Sommeraufenthalt im benachbarten Ba>
den aufgeschlagen, für dessen Verschöne»
rung er so thätig war, daß ihm im Jahre
1873 zu bleibendem Gedächtnisse zugleich
mit Ignaz Freihercn von Lang, Marie
Gräsin Alexandrowicz, Anton Frei»
Herrn Plachel von PlachelS feld und
Franz Grafen Pälffy von der Ge-
meindevertretung der Stadt Baden eine
Gedenktafel gewidmet wurde. Zu den
von Schön feld selbst geschaffenen Ver»
schönerungen zahlen: die nach ihm be>
nannten Anlagen am Mitterberge, die
Zuganglichmachung der durch eine Ruß»
brennerei verunstalteten Ruine Rauhen»
stein und zu ihrem Thurme, von welchem
aus man eine herrliche Aussicht genießt;
die Eröffnung deS reizenden Helmen»
thales. welches erst durch seine Bemühun»
gen zugänglich wurde, indem er mit
ungeheurer Mühe und vielen Kosten den
unwirthbarsten Theil desselben verschö-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon