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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 158 -
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SchZnhals 5.1 die Errichtung eines italienischen Freicorps leitete, wurde S. in Würdi gung seiner Tapferkeit im Februar 18l4 zum Hauptmann in demselben ernannt aber noch im nämlichen Jahre in gleicher Eigenschaft zum 6. Iäger-Bataillon über setzt, mit welchem er 1813 den Feldzug gegen Murat mitmachte. Als er im Jahre 1821 als Hauptmann im 3.Iäger Bataillon der Expedition gegen die neapolitanischen Insurgenten beiwohnte, zeichnete er sich so auS. daß ihm der kön. sicilianische St. Georg.Orden ver> liehen wurde. Durch eine bald darauf, im Jahre 1822, in der „Oesterreichischen militärischen Zeitschrift" aus seiner Feder erschienene Darstellung der Schlacht bei Austerlitz wurde der damalige General der Cavalleiie Freiherr von Fr imont auf ihn aufmerksam, durch dessen Ver< Wendung er nun im Jänner 1829 zum Major befördert und zum General>Com> mando'Adjutanten in Italien ernannt wurde. Schon im December 1831 wurde S. abermals über Frimont's Verwendung, wenige Tage vor des Letzteren Tode, zum Obersten in seiner Anstellung als General'Adjutant bei F ri> m ont's Nachfolger, dem General derCa» vallerie Grafen Radehky, ernannt, und in dieser Stellung war es, daß S. durch feine hervorragenden Talente die volle Aufmerksamkeit Radetzky's auf sich zog, der nun seinen ausgezeichneten Adjutan» ten trefflich zu verwenden und in dessen Ideen und Pläne einzugehen verstand. Stufenweise vorrückend, wurde er im April 1846 Feldmarschall. Lieutenant und im Mai 1847 Inhaber deä 29. Infantecie-Regiments. In den sieben- zehn Jahren aber. während welchen S. an Seite Radetzky'S waltete, war namentlich durch ihn jener Geist in der italienischen Armee geweckt und genährt Schönhals worden, welcher die großartigen Leistun. gen derselben von den Märztagen bis nach der Schlacht bei Santa Lucia er. klärt, an denen S. so wesentlichen Antheil hat. Der ebenso schwierige als meistec. hafte Rückzug aus Mailand, die Behaur» tung der Defensivstellung an der Gtsch, der Plan und die Durchführung der Schlacht bei Santa Lucia am 6. Mai sind die Beweise seines strategischen Ta> lentes. Im italienischen Fesdzuge 1848 und 1849 war es ihm freilich nicht ge> gönnt, Beweise persönlicher Bravour zu geben, wie er sie schon in früherm Tagen bei Aspern und Dresden gegeben; aber neben dem schweren Geschäfte deS Gene> ral-Adjutanten versah er noch jenes des General'QuartiermeisterS mit Umsicht und glänzendem Erfolge, was ihm in noch höherem Grade die Anerkennung der Mit» und Nachwelt sichert. Nach der Schlacht bei Santa Zucia wurde Feld- marschall'Zieutenant u. Heß jsBd. VIII, S.418^ zum Chef deö Gen«ral>Quartier> meisterstabeS ernannt, aber S. blieb noch immer ein nicht minder wichtiges Feld der Thätigkeit übrig, das des militari» sehen Publicisten, als welcher er feinen Meister stellte. S. schrieb nämlich die Armeeberichte, und diese, wie Alles, wuS auS seiner Feder kam, sind, wie sein Nekrologist in der „Grccher Zeitung" schreibt, in einem Style geschrieben, der sie jenen deö großen Cäsar und eines Napoleon an die Seite stellt; sie wirk- ten auf den Geist und die Stimmung des Heeres, sie gingen zum Herzen, denn ">e waren, obgleich von hochtönenden Phrasen frei, im eigentlichen Sinne» des Wortes schwungvoll. Das staunende Europa bewunderte nicht bloS die Siege auf dem Schlachtfelde, sondern auch die einfach große Art, mit der sie verkündet wurden. Und so erhielt dinn S. bereits.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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