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Schönlaub Schönlaub
(Leipzig, Auenarius, 4«)Jahrg. l86?, Nr.
Sp. tt«; Jahrg. i869, Nr. l , Sp, «. —
Noch sind bemeckenewerth: t. Cm Johann
Schoenherr, Zeichner und Maler, der in
Ken Vierziger<Iahren zu Innsbruck arbeitete.
In dem von Mariens in Aquatinta ge
stochenen „Album der ausgewähltesten Ansich
ten uon Tirol" (Innsbruck i840, gi. Qu, 4°
find neben mehreren Blättern von Ioh. Georg
Schedler M . XXIX, S. 123), Joseph
Crler Md. IV, S. 72) einige von Schoen
Herr gezeichnet. Fern« hat er die „Abbil
düngen der 23 kleineren bronzenen Statuen
welche auf dem mittleren Bogen der Hofkirche
(der logmannitn silbernen Capelle) zu Inn3<
brück aufgestellt sind, nach Schedl er's Zeich.
«ungen (8°.) gestochen. — 2. Alexander Pa.
luzzi in seiner „Geschichte Oesterreichs"
(Wien, Weneoikt. schm. i») gedenkt im Ver<
zeichniß der östeneichischen Radirer u. s. w.
auf S, 3« eine« Joseph Schönherr,
der zu Netzen am 7. Februar «809 geboren
ist und zu Wien am 52. Juni <L33 starb,
als eine« Landschaftsmalers und Porträt'
Lithographen. Sollten nichl diese Neiden,
Johann und Joseph, eine Person sein?
Nur der Umstand, daß Johann's Arbeiten
<n dem <84» erschienenen „Album" vorkom,
men, während Joseph schon 1833 gestorben
ist, will nicht passen. Meyer (I,), Das
große ConuersatioNö'Lerikon für die gebildete
Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut,
gr.««.) Zweite Abtheilg. Vd, VI I , S. 1224,
Nr. 3.)
Schönlaub, Fidelis, auch Johann
Fidelis (Bildhauer, geb. zu Wien
24. April 1808). Sein Vater Iranz
lgeb. 1763. gest. zu Wien 27. September
1832) war Hofbildhauer in Wien, von
dem noch 1820 in der Iahres-Ausstellung
in der k. k. Akademie der bildenden
Künste zu St. Anna in Wien ein in
Wachs auf Glas bosstrtes Basrelief:
„Dir Gillblrgnng Ohmtl" vorstellend, zu
sehen war. — Der Sohn erlernte feine
Kunst zunächst bei seinem Vater, dann,
18lg, trat ei als Zögling in die k. k.
Akademie der bildenden Künste und bil>
detesich unter Diiector Klieber sBd.XII,
S. 92) in seiner Kunst aus. In der Akademie erhielt S. drei Preise. 1823
den ersten, den von Freiherrn Gundel
für Bildhauer bestimmten; 1829 den
Neuling'schen für Modelliren nach der
Natur und 1830 einen der zwei für die
Bildhauerclafse gestifteten Hofpreise. Nun
arbeitete S. sieben Jahre im Atelier des
Directors Klieber, wodurch er nicht
nur sich praktisch unter tüchtiger Leitung
fortbildete, sondern auch, da er anständig
honorirt wurde-, von den die Künstler»
seele» selten erhebenden, vielmehr nieder,
drückenden Sorgen befreit war. Als sich
aber dem jungen Künstler nur zu bald
die Wahrnehmung aufdrang, daß für
seine Kunst in Wien nickt so bald eine Zu»
kunft
sich erschließe, so entschied er
sich, wie
schon Andere vor ihm gethan, sein Glück
in der Fremde zu versuchen, und begab
sich 1830 nach München, wo eben unter
Schwantha le r die Bildhauerkunst
ihr Auferstehunggfest feierte. I n Miin»
chen sehte S. seine Studien in der kän.
Akademie fort, trat aber gleich bei
Schwanthaler ein. der eben damals
mit der Ausführung der Basreliefs mit
den Neitergnippen für die neuerbaute
Reitschule deS Fürsten T h u r n und
Taxis in Regeuöburg beschäftigt war,
an denen S. sofort mitarbeitete. Seine
Geschicklichkeit und sein Fleiß gewannen
ihm bald des Meisters ganzes Vertrauen,
welcher ihn zum Gehilfen in den Arbeite^
die er in Rom im Auftrage des Königs
LubwigI . für die Walhalla in Regens»
bürg ausführen sollte, erwählte. So
reiste S. mit seinem Meister im Herbste
1832 nach Rom. Nach etwa dreiviertel»
jährigem Aufenthalte daselbst, während
welchem er an den Mittelsiguren des
Walhallagiebels und an den beiden,
Oesterreich und Preußen vorstellenden
Gruppen mitgeholfen, verließ ei die
Tiberstadt, um in seine Vaterstadt Wien
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon