Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 182 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 182 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

Bild der Seite - 182 -

Bild der Seite - 182 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

Text der Seite - 182 -

Schöpf, Ignaz 182 Schöpf, Ignaz Belchnheit und Sprachkenntnisse unte feinen College« hervorthat, ohne siä übrigens besonderer Beliebtheit unte, ihnen zu erfreuen. Mit Vorliebe betrie er auch m seinen Studienjahren deutsche, französische und englische Literatur, wi, er denn auch, nach Mittheilung seine Callegen, durch gewisse genial sein sollend Eigenthümlichkeiten unter der Studen tmfchaft hervorstach. Der Theologie sich zuwendend, ging er nach Brixen, wo e im Jahre 1848 die Priesterweihe empfing und nun in der Seelsorge an verschiede nen Orten in Tirol und Vorarlberg thä» tig war. Bald wurde er durch seine le bendig geschriebenen Aufsätze, die zunächst in den „Katholischen Blättern" und in der von Baron von Moy herausgegebe nen „Kirchlich'politischen Tiroler Zeitung ° abgedruckt waren, in Fachkreisen bekannt, dann redigirte er, von Moy berufen, kurze Zeit das letztgenannte Blatt. In den „Katholischen Blättern" hatte er mehrere Auffähe katechetischen und homi» letischen Inhalts niedergelegt. Bei sei» nem vorwärtsstrebenden Sinne war ihm der Wirkungskreis in seinem Vater» lande zu enge geworden. und so begab er sich denn nnch Kärnthen, wo er ein paar Jahre in der Seelsorge wirkte. Dann kehrte er wieder nach Tirol zurück, wo er die Schrift: „Nie kirchlichen Suztanbe in Olltlrreich unk du« nllgemline Oanril in Nllm« (Innsbruck 1839, Wagner) ver> öffentlichte. Obgleich selbst katholischer Priester, hat er daciy die kirchlichen Zu» stände der Gurker Diöcese, welcke be» kanntiich zu den kirchlich besser bestellten gehört, in einer Weise geschildert, daß daraus weniger die Absicht, zu bessern, als die dem wahren Priester nicht zukom< mende, Scandal zu machen, hervorgeht. Die Schrift machte viel böses Blut, der kärnthnecische Clecus war entrüstet. Nun wurde S. in Telfes bei Sterzing alsSeel» sorger angestellt, zerschlug sich aber in Folge der Hetzereien eines dortigen Frühmessers, dem S.'s liberale H.iltung zu mißfallen schien, mit der dortigen Gemeinde. Dns Wiener „Fremden-Blatt" gibt in Nr. 139 des Jahres 1870 in der „Geschichte eines Tiroler Geistlichen" eine gedrängte Dar» stellung der Zerwürfnisse zwischen Pciester und Gemeinde, welche zu einer Gereizt» heit fich steigerten, daß die Weiber von Telfes den „liberalen Pastor", mit wel» chen Worten sie Schöpf zu beschimpfen meinten, verfolgten und selbst an seinem Leben bedrohten. In Folge dieser widri« gen Vorgänge entspann sich eine Contra» verse zwischen Schöpf einerseits und dem Bischof von Briren, Vincenz, dem OrdinariatSkanzler Kometer und dem Präses deö fürstbischöflichen geist> ichen DiöcesangerichleS, I)r. Simon Aichner, andererseits, welche drei cuif einen Bericht, den Schöpf in der Wie» ner „Deutschen Zeitung" 1872. Nr. 168 und 179, veröffentlichte, Jeder eine Be> richtigung in Nr. 183 derselben Zeitung einrücken ließen, worauf Schöpf alle diese drei Berichtigungen in Nr. 2W eiselben Blatteö in geharnischter Weise widerlegte. S., der seine Jage in der hm feindselig gegenüberstehenden Ge> meinde auf die Dauer nicht haltbar fand, aber auch sein Verhalten nicht ändern wollte, legte endlich bei den immer be> rohlicher werdenden Insulten sein Amt ueder und zog sich nach Obermais bei Meran zurück, wo er privatisirend seinen Studien lebte. Damals schrieb er eine Folge politischer Abhandlungen, welche nter dem Titel: „Offene Briefe an das liroler Volk" im „Boten für Tirol" rschienen sind. Ungefügig Allem gegenv ber, was seiner Ueberzeugung, mit der r nie zurückhielt, widerstrebt, hat S.
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich