Seite - 188 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Bild der Seite - 188 -
Text der Seite - 188 -
Schilf Ioh. Nep. 188 Schöpf, Joseph
h — liegen leider keine Nachrich-
ten vor.
Oesterreichischc Wochenschrift für Wis»
senschaft. Kunst und öffentliche« Leben (Beb
läge zur amtl, Wiener Zeitung) (nr. 4»)
Jahrg. <863, Vd. I , S, «4 : Nekrolog. —
Morgenblatt der Bayerischen Zei>
tung (München, 4«,) 5863, Nr. 6«- Nekro<
log, von Z.(ingeile?). — Donau.Zei»
tun» (Wien) 5863, Nr. 47 ^mucht seinen
Johannes Nasus auch zum „Johannes
Rochus").— Volks» undSchützen-Zfi '
tun» (Innsbruck. 4°,) 1«LZ, Nr. 23.
Schoepf, Johann Nepomuk, siehe:
Echllepf, Johann Adam <^ S. 484, im
Texte).
Schöpf, Joseph (Historienmaler,
geb. zu Telfs im Oberinnthale Tirols
am 2., n. A. am 3. Februar 1748, gest. zu
Innsbruck lä.Geptember 1822). Die-
ser Künstler wird öfter mit dem aus Prag
verwiesenen Johann Adam S. ^s. d.
S. 184^ und seinem Sohne Johann Äle»
pomuk S., deren Arbeiten, ohne eben
schlecht zu sein, doch weit unter jenen
unseres Künstlers, der zu den besten
seiner Zeit gehört, stehen, verwechselt.
Die nächste Veranlassung zu dieser Ver»
wechslung gab wohl Lip owskn in sei»
nem „Bayerischen Künstler»Lei!kon", der
den Lehrmeister unsers Joseph Schöpf,
Knoller, auch zum Lehrmeister Johann
Nepomuk's S. macht und diesen die
Klosterkirche Aspach malen lößt, Alles
Momente, die nur unserem Tiroler Io«
seph S. zukommen. Dieser, um den un»
liebsamm Verwechslungen fürder vorzu»
beugen, bezeichnete später seine Bilder mit
Hiu8s?i>6 I^öp^ liioie»«. — Joseph
S.'s Eltern waren schlichteLandleute. Der
Vater Johann befaß daö sogenannte
BruckenwirthshauS in Telfs und übte
nebenbei die Kramerei aus: die Mutter
Elisabeth war feine erste Frau, die
durch einen unglücklichen Schuß ihr Leben verlor. Joseph war damals erst fünf
Jahre alt und schien dieses unglückliche
Ereigniß sein ganzes Leben hindurch nicht
verwunden zu haben, denn noch in späte-
ren Jahren betrat er sein Elternhaus nie
mit Freuden und überließ nach des Vaters
Tode seinen Antheil davon gern seinen
Geschwistern. Auf Schöpf's Talent
wurde zuerst der Capitular des Stiftes
Stams, Joachim Plat tner IM.XXI I , ,
S. 408, Nr. 2, in den Quellens auf.
merksam, der den Knaben, so weit er
konnle, unterstützte. Als der Stamfer
Archivar Cassicm Primisser lM.XXIII,.
S. 302^ daran ging, die Geschichte seines'
Klosters zu schreiben, führte der junge,
aber sehr geschickte Schöpf die Zeich»
nungen der dazu gehörigen Grabmäler,,
Infiegel, Monogramme u. s. w. auS.
Sein Talent erwirkte ihm nun die fernere'
Unterstützung des Klosters, das ihn im-
Iahre1786 —damals zählte S. 11 Jahre-
— zu Philipp HalIer sBd. VII , S. 243),,
einem geschickten Innübrucker Maler und
Schüler Piazett i 's, gab, wo S. zweh
Jahre blieb. Nun ging S. nach Wien,,
wo er bei einem Verwandten einige Mo»
nate arbeitete, worauf er Wien verließ,
bei verschiedenen Meistern thätig war,
biS er im Jahre 1762 nach Salzburg,
ging, wo er bei Matthäus Si l ler ,
einem geschickten Architecturmaler, zwei
Jahre blieb. I n dieser Zeit malte er für
die Kirche zu Saalfelden im Pmzgau die
Leidensstationen und ein Frescobild für
die Pfarrkirche zu Kirchberg, nicht, wie
eö anderswo heißt, Kirchdorf. Im Jahre'
1763 kam 8er zwanzigjährige Kunst»
jünger nach Innsbruck zurück, wo eben
zur Feier der Ankunft des kaiserlichen
Hofes, an welchem das Beilager Leo»
pold's I I . stattfinden sollte, große Vor-
bereitungen gemacht wurden. Der Thea>
termaTer Cagl iar i , der die Hände voll
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon