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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 191 -
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Seite - 191 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schöpf) Joseph 1 geführte „Madonna", ein Bild voll An- muth und Lieblichkeit; ein Herr S e» wald mehrere Skizzen von Altarblättern, einen, H. Joseph" und einen „H. Anton mit dem Jelnkinde"; und ein Herr Welg. hofer eine „Madonna mit l,em WM«, einen „Ohlistn« in üe? Ginie" und eine „Nmzende Mazdalena". Nach S.'s Gemäl» den sind auch ein paar Blätter gestochen worden, so von R. M. Franz .der schon erwähnte „Amor, vor Psyche knieend' tgr. Fol.), im Kataloge der Sammlung des Grafen Sternberg irrthümlich "bem Johann Adam Schöpf beige« legt; von G. Zancon: „Die den Amor unter einem Zelte liebkosende Venus", gleichfalls im erwähnten Kataloge I . Adam S. zugeschrieben. S. als Künstler zählt nicht nur zu den bedeutendsten sei» neS engeren Vaterlandes, sondern über- Haupt zu den besten in seiner Zeit, der ebenso Vortreffliches im Staffeleibilde, wie al lrssoo leistete, in welck letzterem aber ihm der Vorzug einzuräumen ist. Correcte Zeichnung, die den geschulten, aber nicht pedantischen Akademiker ver» räth, schöne, anmuthige Formen, ein besonders lieblicher Ausdruck in den Köpfen seiner Figuren, Leben und Har» monie in der Farbe, welche letztere in seinen Oelbildern etwas verschwommen erscheint, zeichnen seine Arbeiten aus. Einer feiner Biographen skizzirt sein Künstlerstudium in Rom und bemerkt: ,S. studirte bei seinen Kompositionen vorzüglich die Gruppen des Michel Angelo Buonaro t t i , milderte aber die kühnen und ungewöhnlichen Gruppi» rungen und Punzirungen desselben nack Raphael 's gemäßigteren Zusammen» stellungen; benutzte dabei die herrliche Beleuchtungsweise des Correggio und die Wahrheit der Coftume nach Ra- phael MengS. So suchte er daS Vor» >1 Schöpf, Joseph treffliche von Allen in seinen Compositio» nen zu benutzen, sein eigener Geist aber fand neue Vorzüge, die er denselben zu geben wußte und die man oft in den Werken der größten Meister vermißt. - In feinen früheren Jahren erhielt S. wiederholt Anträge, seine Kunst im frem» den Lande auszuüben und sich bleibend in der Fremde niederzulassen. Des einen von dem Grafen Devil leS an ihn ge» stellten Antrages haben wir bereits ge» dacht; Schöpf lehnte ihn ab, weil « als kaiserlicher Pensionär es für unange» messen hielt, sein Vaterland zu verlassen; ein glänzendes Anerbieten, daö Lord Bristol ihm 1790 gemacht, mit ihm nach England zu gehen, um dort seinen Landfitz mit Fresken auszuschmücken, wofür ihm der Lord außer einem reichen Honorar eine lebenslängliche jährliche Pension von 400 fl. anbot, schlug S. aus Gewissenhaftigkeit aus, da er sein Versprechen, in dieser Zeit und in be» stimmtet Frist die Kirche zu Bruneck au«» zumalen, nicht brechen wollte. Gewissen» haftigkeit, verbunden mit großer liebens> würdiger Bescheidenheit — bei großen und kleinen Künstlern, besonders bei letz» teren, eine iaii88ima avis — bilden einen Grundzug in seinem Charakter, von dem manche Züge in der Erinnerung seiner Landsleute leben, die ihn in feiner ganzen Bescheidenheit und HerzmSgüte darstellen. Sein Gemüth war ungemein weich und läßt einigermaßen erklären, wie er so leicht der Schwermuth verfiel, die durch verhältnißmäßig geringfügige Ursachen hervorgerufen wurde. Der Künstler hatte sich ein kleines Vermögen ermatt, er befaß in Innsbruck ein eigenes Haus am Innrain neben der Johannes- kirche. was heute einem Herrn Mutsch. lechner gehört. Am 22. Juli 1806 heirathete er die Gert rud geborn«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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