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literarischei Thätigkeit anzuregen ver»
stand. Im Jahre 1834 bezog S. die
Prager Hochschule, an welcher er die
philosophischen Studien beendete. Joseph
BojiSlav Pichl sBd. XXI I , S. 222).
Wenzel S v o b o d a , F. T r o j a n ,
Vitatek, Tomek. Stulcu.A. waren
seine Mitschüler, mit denen ihn gleiche
Ansichten und Bestrebungen verbanden.
Nach beendeten philosophischen Studien
begann S. jenes der Rechte, bereitete sich
aber unter Einem für eine Gymnasial»
odei Universitäts'Professur vor, zu wel.
chem Zwecke er insbesondere ästhetische
und literargeschichtliche Studien trieb
und sich den philosophischen Rigorosen
unterzog. Als er sich vergebens um ein
öffentliches Lehramt beworben hatte, sah
er sich gezwungen, sich um eine Stelle
als Erzieher in einer Familie umzusehen
und versah solche bei Johann Ritter von
Neuberk, dann bei Hugo Altgrafen
Salm und zuletzt beiGrafenBerchtold
in Mähren. Endlich im Jahre 1848
wurde er zum Professor der Philosophie
an der Präger Hochschule ernannt und
übernahm zu gleicher Zeit die Suftplirung
der Lehrkanzeln der Philologie undÄesthe»
tik, und war der Erste, welcher diese
Gegenstände in öechischer Sprache vor»
trug. Drei Jahre auf diesem Posten
thätig, übertrat er, nachdem deutsche
Philologen an die Präger Hochschule
berufen wurden, an das Prager aka
demifche, nunmehr eigentlich nationale
Gymnasium, wo er zur Stunde noch die
«wähnten Lehrfächer vorträgt. Was
S.'s literarische Thätigkeit anbelangt, so
vollendete er noch während seiner Stu
dien ein größeres Gedicht, betitelt: „Vki
t M ^ W62ÜÜ,", welches im Jahrgange
18M der Museums-Zeitschrift abgedruckt
steht; dann veröffentlichte er einige ly
lWe Gedichte ebenda, ferner in der 0L8k2 Vöela«, d. i. Böhmische Biene,
und in Chmelensky's „I(itk)s«, d.i.
Sträußchen. Selbstständig gab er heraus
außer einer kleinen lateinischen Sprach,
lehre, betitelt: »Mi/a M«Vm'as iail'n»
«, wovon im I . 1833 bei Vettert
in Prag das ^l. Heft und nicht mehr er»
schienen ist, die metrischen Uebersetzungen
zweier Dramen von Sophok les , und
zwar: „^ni^ons » msiT'leM'M^sUllH«"
rag 1881, 8<>.); in zweiter Auflage
mit Unterstützung des k. böhm. Museums
(Prag 1862), mit welcher auch „ZNA
«i«, d.;. Mnig, OedipuS (Prag 1836)
veröffentlicht wurde. In Gemeinschaft
mit Dr. A. Schleicher übertrug er in'S
Oechische nach Böhtlingk's Recension
des Sanskrit.Textes das Gedicht: „H"«?
er /)a»lV'a«^'",, das im Jahre 1832 in
Prag bei Calue erschien.
Llovnik uauöii)'. ÜLäaktor Dr. I'lÄUt.
I^ ,Ȋ. NisFLr, d. i. Conuersationg'Lenkon.
Redigirt von vr. Franz LadiSl. Rieger
(P«g 1»!l9, I . L, Kobci, Zer, 8«.) Bd, IX,
S. 78.
Schoibl, Leopold (Botaniker, geb.
zu Aupoint bei Treibach im Innkreife
14. November 1786. gest. zu Wals bei
Salzburg 17. Februar 1886). Der Sohn
eines Leinenwebeis und seines Zeichens
ein Schneider. Bis zu seinem 18. Lebens,
jähre arbeitete er als Schneider in seiner
Heimat und in der nächsten Umgebung.
Nun bewog ihn die Furcht vor dem Sol.
datenstande zur Flucht und er begab sich
vorerst nach Wtötting in Bayern, wo er.
wie in der Folge zu Feldkirch, Hallein
und Großgmain in der Nähe von Rei>
chenhall, an jedem der genannten Orte
mehrere Jahre verlebte. Von letztge-
nannlem Orte übersiedelte er zuletzt als
Schneidermeister nach dem durch die
Walseiheide und ihren geschichtlichen
Birnbaum bekannten Orte WalS unweit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon