Seite - 210 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
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Scholl, Manmililln 210 ScholZ. Maximilian
H und der Uml>e" (ebd. 1778.
8°.). Mit Scholz ging ein Schulmann,
wie es deren wenige gibt, ein reformato-
risches Talent vor der Zeit zu Grabe.
In der Nähe seiner Ruhestätte, an der
Mauer des Schulhauses zu St. Stephan,
wahrt eine Marmorplatte mit einer von
seinem Freunde Geibt verfaßten In-
schrift sein Andenken. Die Inschrift aber
lautet: „Unweit von hier ruhet, seinem
letzten Willen gemäß, der wohlehrwürdige
Herr Franz Scholz. Weltprkster. Ein
Freund und Wohlthäter der Schuljugend,
welche er mündlich und durch nützliche
Schriften unterrichtete. Er starb den
20. Mälz 4783 im 4i. Jahre seines
Alterö; viel zu früh für da« Gute. das
er noch stiften konnte und wollte: aber
reif für einen ewigen Zehrer".
Kunitsch (Michael), Biographien merkwür»
digcr Männer der österreichischen Monarchie
(Gratz 1808, Tanzer. 8°.) Bdchn, I I , S, 77.
— (De Luca) DaS gelehrte Oesterreich.
Ein Versuch (Wien l?78, », Trattneni, 8».)
I. Vds. 2. Stück, S. lo?.
Scholz, Maximilian (Schauspie»
ler, geb. zu Prag 23. Juni 1744,
gest. zu Panto w bei Berlin 2. Septem»
bei 1834). Ma i i milian's Vater war
ein preußischer Edelmann und hieß Wen»
zel von Plümeke. Was die Ursache
seiner zu Beginn des 18. Jahrhunderts
erfolgten Uebersiedelung nach Böhmen
war, wo er zu Prag unter dem Namen
Gcholz seinen bleibenden Aufenthalt
nahm, ist nicht bekannt. Der Sohn M a r
erhielt, da ihn der Vater für einen e!n>
fachen Schreiberdienst bestimmt hatte,
nur eine oberflächliche Erziehung, was
des Knaben strebendem Geiste nicht zu-
sagte, daher dieser heimlich die Eltern
verließ und bei der Kuiz'schen Theater-
Gesellschaft sich anwerben ließ. .1760.
damals 16 Jahre alt, debütirie S. bei der Ku rz'fthen Gesellschaft in Prag, bei
welcher er durch zwölf Jahre blieb, Sein
erstes Auftreten fällt noch in die Zeit der
sogenannten „ertemporirtm Stücke", in
welchen Scholz die Rolle des „Hans>
wurst" mit solchem Erfolge spielte, daß
ihn der Kupferstecher Küffner in Nürn>
berg in diesem Costume in Kupfer stach.
Von Prag ging S. 1772 nach Linz, wo
er, wie De Luca berichtet, den Grund
zu dem regelmäßigen Schauspiele legte
und das Ertemporiren von der Vühne
gänzlich verbannte. Im Jahre 1774
begab er
sich
nach Prag zur Brunian»
schen Gesellschaft, und daselbst war es,
wo er sich mit Fräulein Ti l ly I^ßehe
S.211, im Textes vermalte. Nachdemsich
die Brun ia n'sche Gesellschaft in Prng
aufgelöst hatte, folgte Scholz einem Nufe
nach Wien, wo er mit seiner Frau einige
Gastrollen gab; 1782 spielte er bei der
Döbbelin'schm Gesellschaft in Berlin,
wo er im genannten Jahre in Babo's
„Otto von Wittelsbach" in der Titelrolle,
am 1< Jänner 1783 in Schiller's
„Räubern" als Kar l Moor große
Triumphe feierte. Von Berlin erhielt S.
ein Engagement nach St. Petersburg,
dann findet man ihn in den Jahren 1788
und 5789 bei der Waser'schm Gesell-
schaft, welche in den größeren Städten
Schlesiens spielte, worauf er 1790 bei
dem Nreslauer Stadttheater eine bleibende
Anstellung fand. Mitte Mai 1810 beging
S. sein fünfzigstes Künstlerjahr im Kreise
seiner Collegm in festlicher Weise. Vis
1820 war S. als Schauspieler und Re-
giffeur für die Breslcnier Bühno thatig
gewesen. Am 17. August 1821 betrat er
zum letzten Male die Bühne und zog sich
mit einer Pension von 400 Nthlm. ins
Privatleben zurück. Nach dem 1797 e»
folgten Tode seiner ersten Gemalin hei'
rathete er im Jahre 1800 zum zweiien
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon