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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 216 -
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Seite - 216 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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,, Wenzel »on Carl 's Erben das Leopolbstädter Theater seit 1. November !854 gepachtet und natürlich mit Scholz vor Allem den Contract erneuert hatte. Nestroy gab ihm ein Iahresgehalt von 4000 fi.. zwei halbe Einnahmen, ein Spielhonorar von 12 fl. lunter Car l betrug eS 2 fi.!) für sein jedesmalige« Austreten, und zwar für zwölfmal im Monate, demnach mit 144 fi., garantirt und einen Monat Urlaub mit Beibehalt der Gage. Leider war es ihm nicht beschieden, diese für ihn so vortheilhaften Bedingungen länger als drei Jahre und etliche Monate zu genießen, in welchen er aber, was er nur konnte, für seine zweite, von ihm zärtlich geliebte Frau zurücklegte. Am 28. März 1886 feierte S. im Carl.Theater sein siebenzigstes GeburtSfest. bei welcher Ge> legenheit er von Nestroy ein Benefice erhielt und zu demselben ein eigens dazu geschriebenes Gelegenheitsstück, betitelt: .Wenzel Scholz und die chinesische Prin« zessin", gegeben wurde. Auch da gaben ihm Collegen und Publicum neue Be> weise, wie sie den in seinem Berufe, den Menschen zu erheitern, unermüdlichen GreiS liebten und schätzten. Am 13. No» vember g. I . erneuerte Nestroy mit Ocholz seinen Vertrag auf die Dauer der ganzen Pachtzelt deS Ersteren, worin ihm der volle Bezug seiner Emolumente, auch für den Fall, daß er durch Grkran» kung verhindert sein sollte, zu wirken, und noch einige andere kleinen Vortheile zugesichert waren. Indessen wurde seine Gesundheit immer schwankender; wohl erholte er sich durch Reisen zum Theile wieder, aber auf eine Besserung für die Dauer war bei seinem überschrittenen fiebenzigsten Lebensjahre nicht mehr zu rechnen. Ziemlich stark leidend, trat er am 6. September 1887 in der Posse: ,Der gemüthliche Teufel" zum letzten i Wenzel Male auf, und die letzten Worte, die er von der Bühne sprach, waren an die alte Hexe gerichtet, welche er in die Unterwelt führen soll; während er sich seine rothen Flügeln und Handschuhe anzog, sprach er: „Nun freu' dich Alte! Jetzt mach' ich dir eine Staatsvisite". Von diesem Tage nahm sein Uebel auf bedenkliche Weise zu. Sein Körper verfiel mehr und mehr, die Schmerzen steigerten stch so sehr, daß, er öfter in Ohnmachten siel, endlich am 8. October 1857 war er, wie Mol iöre im Lehnstuhle fitzend, an die Schultern seiner Frau gelehnt, um zehn Uhr Nachts eingeschlafen, um nie mehr zu erwachen. Er war — man hatte einen schweren TodeSkampf erwartet — schmerzlos hin. übergegangen. An seine oberwähnte Thätigkeit als Mitglied der Ca rl'sclM. später Nestroy'schen Gesellschaft schließt sich eine bedeutende Anzahl von Gast» spielen, welche er auf allen größeren Bühnen der Monarchie und des Aus» landes gegeben hat. Das erste Gastspiel fand im Sommer 1833 im benachbarten Baden Statt, wo Kaiser Franz, dessen Lieblingsaufenthalt Baden war, den K°> miter Scholz zum ersten Male (1. IulH spielen sah und an seiner Komik sich so sehr erquickt hatte, daß er wünschte, Scholz am Burgtheater engagirt zu sehen. Aber der Wunsch des Monarchen sollte Wunsch bleiben. Direetor Carl, wohl fühlend, was er anGcholz, wenn dieser zum Burgtheater kam, für eine Zugkraft verlor, bestand auf seinem Scheine, und der offen ausgesprochene Wunsch des Monarchen und alle Norstel' lungen und Bitten deS armen Gcholz, dessen Lage sich wesentlich verbeffeit hätte, blieben erfolglos. Noch mehr, Car l bot dem armen Künstler nicht ein» mal eine Entschädigung für diesen Nei» lust, und erst nach jener schon erzählten
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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