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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 217 -
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Seite - 217 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schals Wenzel 217 Schod, Wenzel Scene auf der Polizei ließ er sich zu einer Gagevermehrung herbei, die jedoch in keinem Verhältnisse zu dem Gehalte stand, den Scholz im Burgtheater bezogen hatte, abgesehen davon, daß im Tikran» kunggfalle weder seine noch im Falle deg TodeS die Zukunft seiner Frau gesichert gewesen wäre. Weniger verhöngnißvoll, hingegen sehr gewinnreich waren die folgenden Gastspiele. 1834 spielte er in München, wohin ihm die Erzherzogin Sophie einen Empfehlungsbrief an König Ludwig gab, der ihm in der Audienz (am 14. Juni) die köstlichen Worte sagte: „Wie kommt eS denn, !ie> ber Herr Scholz, daß ich Sie immer verstanden habe, während ich die an meiner Hofbühne schon seit Jahren ange- stellten Komiker so schwer verstehe". — Im Jahre 1838 trat S. währmd seiner Urlaubszeit eine große Reise durch Deutsch» land an, auf welcher er Salzburg, Mün- chen, Augsburg, Ulm, Stuttgart, Frank- fürt, Wiesbaden, Mainz, Hamburg, Hanau, Mannheim unb Karlsruhe be> suchte, wo er auch an mehreren der ge« nannten Städte Gastrollen gab lind glän» zende Einnahmen machte, diese aber auch — ein leidenschaftlicher Kartenspiele! — am Spieltische verlor. I n die folgenden Jahre fallen einige kleinere Gastspiele, bis er im Sommer 1849 wieder einen größeren Ausflug unternahm und auf demselben in Beilin, Magdeburg, DreS> den und Hamburg mit dem glänzendsten Erfolge gastirte; ebenso im folgenden Jahre, wo er mit Gro is gemeinsame Gastspiele in Linz, Nürnberg, Erlangen, Frankfurt am Main, Berlin und Prag gab und mitreicheiTrnte, da ihn GroiS nicht zum Spieltische ließ, heimkehrte. Einen förmlichen TriuMhzug aber bildete fein im Sommer 1885 unternommenes Gastspiel, auf welchem er, von seiner Frau begleitet, nur die Städte Grah. Cilli und Laibach besuchte. Auf seinem letzten, noch in feinem Todesjahre unternomme. nm Kunstausstuge trat er in Prag, Ham- burg und Berlin auf. wo ihn Wallner für fünf Gastspiele gewann, es warm seine letzten. — Wie schon bemerkt, war Scholz, wie ungeheuer beliebt alg Ko> miker, es nicht minder als Mensch. Gin« gutmüthige, harmlose Natur, die Me» mand, wenigstens nicht auf die Dauer, Feind sein konnte, hatte er auch keinen Feind. Das Verhältniß mit seinen Cü!le< gen war das gemüthlichste, freundschaft> lichste. Als Nestroy von Carlengagirt worden, war Scholz im Anbeginne wohl etwas kalt gegen den neuen Tolle» gen, später aber, als er sah, wie sie eben vereint das Reich der Komik beherrsch» ten. wie Einer den Andern ergänzte, gestaltet« sich daö Verhältniß zu einem eng freundschaftlichen, das in Nestroy'3 Briefe an Scholz, als er 1884 den Pacht deS Earl-TheaterS übernahm, den glücklichsten Ausdruck findet. „Lieber Freund Scholz!« schreibt Nestroy, »Indem ich Dir beifolgend Deinen neuen Contract zusende, hoffe ich. Du wirst es nlS einen neuen Beweis meiner Freund^ schaft anerkennen, daß ich das Rifico unter- nommen, ein Mitglied ohne Probefpiel und ohne den Beisatz „auf gefallen oder nicht gefallen" zu engagiren. Du willst auch unser ,Du sagen" contractllch ge. sichert, darüber wünschte ich einen Gepa« latvertrag mit der Claufel, baß Du für je. desmalige Unterlassung eine Monatggage als Strafe zu zahlen hättest. Wien, den 16. October 1884. Dein alter Freund und jungerDirector Johann Nesttoy^ — C!n eigenthümliches Moment in ScholzensKünstleilaufbahn bezeichnen seine Benefizstücke, in welchen er immer eine so unglückliche Wahl traf, daß «in^
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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