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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 219 -
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Seite - 219 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schah, Wenzel 219 , Wenzel fand, war eine großartige; auf den Mienen, nicht blos der Leidtragenden, sondern der vielen Tausende, welche her beigekommen waren, ihrem Lieblinge die letzte Ehre zu erweisen, konnte man den Ausdruck tiefempfundener Trauer und stiller Wehmuth über diesen unersetzlichen Verlust wahrnehmen. Mitglieder des Carl-Theaters trugen den Sarg, der in der schwarz ausgeschlagenen Pfarrkirche St. Johann eingesegnet wurde. Nach dieser Ceremonie sangen vier Opernsän» ger ein von Kapellmeister Binder com» ponirtes Trauerquartett, welchem eine von K r o t t e n t h a ler componirte Trauermustk folgte. Dann wurde der Sarg nach seiner eigentlichen Ruhe. statte, zum Familiengrabe in Dornbach, geführt, wo er an der Seite seiner dort begrabenen ersten Frau beigesetzt wurde. Diesem Zuge folgten über hun> dert Wagen mit Trauernden aus allen Gesellschaftsclassen. Mit Schulz ist der letzte Repräsentant der gemüthlichen „Wiener Local .Komik" dahinge» gangen, deren Ursprung in den Anfang des 18. Jahrhunderts zurückreicht. Um ^706 war es nämlich Joseph Anton Stranitzky, der die extemporirte Ko» mödie in Aufschwung brachte und in der» selben den lustigen Hanswurst ein- führte, mit welcher neuen Figur der biS< her so beliebt gewesene „Pickelharing" und andere Lustigmacher erseht werden sollten und zu dessen Maske er die Tracht eines salzburgifchen Bauers gewählt hatte. Bald war Hanswurst obenan und der Liebling des theaterbesuchenden Publicums geworden. Auf Stranitzky folgte Preh auser l^Bd.XXIII, S.246^ alS Hanswurst und die extemporirte Ko> mödie feierte ihre höchsten Triumphe, denn ein Zusammenwirken von Elemen» tm. wie Pre Häuser (Hanswurst), Feinhaaß (Pantalon), Kurz Memar« don), Weißkorn (Odoardo), Schrot- ter (Bramarbas), Huber (Leander) und Madame Ruth (Colombine). fand sich nicht wieder. Mit dem Aufgeben der ertempoiirten Komödie ward aber die Localkomik nicht aufgegeben, ste fanb vielmehr in Laroche Dd.XIV,S<lß^ mit seinem „Kaspert", in HafenHut sM.VIH) S. 24) mit seinem „Thaddädl" sozusagen einm geläuterten, daS Burleske und die extemporirte Komödie vermitteln» den, localkomischen Ausdruck. Auf La> röche und Hasenhut folgten Schu» ster, Raimund, Car l (Bernbwnn), fast sämmtlich Wiener, und Schol; seit 1826. Nestroy. seit 1831 der Wiener Bühne angehörend, schloffen den Reigen der Komiker, welche als specifisch „wiene< rische" gelten und auch draußen im Reich die Wiener Komik als eine von der Ver- liner in Form und Wesen ganzlich ver> schieden«, die nur in Beckn,ann eine Vereinigung zeigte, erscheinen ließen. Ueber Allen aber stand Scholz, dieser unerreichte Repräsentant des alten, ge» müthlichen Wiener Lebeng, das ebenso wohl in seiner Erscheinung, wie in seiner ungesuchten, aus seinem innersten Wesen herausperlenden Komik einen so drasti» schm, treffenden Ausdruck fand. Der Wiener, wo er sich befinden mochte, nannte immer mit Stolz den Namen sei» nes Scholz, den er gleichsam als sein ausschließliches Eigenthum ansah, wenn er auch schon durch seine zahlreichen und gefeierten Gastspiele an auswärtigen Bühnen längst ein Gemeingut deutscher Kunst geworden war. Scholz war ein geborner Komiker und nicht ein Schau- spieler, der durch einstudirte Behelfe sich zum Komiker macht. Wäre Scholz stumm gewesen, sein Gesicht sprach Komik, und in der That, oft wirkte er, wenn er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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