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Schad, Wenzel 227 Wenzel
Skizzen ans dem Künsilerleben, mit Gesang
in drei Acten. Musik von Capellmeister Adolf
Mü l le r (im k. k. prio. Theater a. d, Wien
mit Beifall gegeben) (Wien l83g, n, Som>
mer, »«,). — Haffner (Karl), Scholz und
Nrstroy, Genrebild mit Gesang »nd Tanz in
drei Abtheilungen und neun Bildern, Musik
von (iapellmeister Knrl Kleiber s^ nicht ge>
druckt, nur im Iosephstädter Theater gege»
ben), — „Wenzel SÄiolz und die chine.
fische Prinzessin". Gelegenheitsstück, zu seinem
siebenzigsten Geburtstage im Carl,Theater
am 28. März i«3<> aufgeführt. — Tritsch.
Tratsch (Wiener Localblatt, 4°,) Heran«,
gegeben uou Var ry , <8ö9, Nr. lU: „An
den Verfasser des Genrebildes: „Nenze!
Scholz". — Tagespost (Gratzer Local,
blatt) !8:>?, Nr, 233 u. 2A4, im Feuilleton:
„Tcholz i»! Olymp. Dramatischer Scherz",
uon I , und L, — Scholl im Noman. Haff.
ner (Carl), Scholz und Nestroy. Roman
aus deni KünsUerleben. l> Bde. (in N Lfnn,)
(Wien 18U«, H. Markgraf, kl. 8°,) Enthält
ungemein viel biographisches Detail, daö mit
Äcii ser's, in der „Morgcnpost" enthaltenen
Biographie reiches Materiale zu einer interes.
sanien Monographie über Scholz darboth,
— Vedichte all IcholH. Wiener Vorstadt.
Zei tung l«"7, Nr. 276.-„Scholz i», Para,
dies". — Neuigkeiten (Arünner polit.
Blatt) ill^7, Nr. 278.- „Nachruf an Scholz"
l»on Grandjean, am Tage feiner Bestnt>
tinig erschienen).
V. Tod und Itgrädniß. I» Ioilrunleu Helstreil-
tco. Bohemia (Präger polit. und belletrist.
Vlalt, 4«) !83?, Nr. 24«: „Correspondenz
au« Wien" »»'MU, dah die Wiener anläßlich
seiner Beerdigung die treffende Bemerkung
gemacht: „Ter wackere Scholz, er hat bei
seinem leMn Auftreten ein volles Haus ge<
habt, aber lustig war's heule nicht"). —
Fremden > BIat t. Von G. Heine (Wien,
4".) ll><^8, Nr l i: „Die letzte Stunde des
Komikerü Wenzel Tcholz". V°n H. r, ^oft
nachgedruckt), — Kra kau er Zeitung <857,
Nr, 20!: „Ueber Wenzel Scholz's letzte Le.
blnsstunden". — Morgen-Post (Wiener
polit. Älatt) 1838. Nr. S4, 9«, 97, 2«, W,
<Ul u. lul), im Feuilleton O'e ausführlichsten
Nachriäiten über Scholz's letzte» Leidens»
tage, Tod und Bestattung, Von Fcicor. Kai<
ser). — Theater.Zeitu ng. Herausg. uon
Ad. Näuerle. i«^?. Nr. 229, S.343.- Parte,
zcttel; Nr. 23«, S. »4? (irrig 392).- Leichen'
fcier: Är. 2!N, S. U3l: Grabdenkmal. VI. E inze lhe i ten: schol^s Zmpromplu'«,
D« Baisers Kiuütrschich. Schat/s <5l,e!«i.
stttenküäpfc. Wie Ich?!) Veagraphic stüdirt.
Ei» Ztniümlüichbllitt. Ei» Vrnlulatian«.
schreidt». — Sch<ch'5 Impromptu'«. TieZii,'
promptu's vo» Scholz üblen immer eine
nachhaltige Wirkung auf die Lachmuskeln deü
Publicumsi sie waren aber auch einzig in
ihrer Art und durften wirklich nur von ihm
gebracht werden, um;u wirken und aufge>
nommen zu werden. So spielte er in Nai>
mund's „Diamant des Geisterkönigs" jene
Nolle, i» welcher er uom Pudel in einen
Menschen verwandelt wird. Er mißfiel und
wurde — ausgepfiffen. Mit der consiscirteslen
Miene, die er sich anzulegen »erstand, trat er
an dir Rampe und sprach: „ I bitt', was pfei>
fen's denn jetzt noch auf mi, ich bin doch ta
Pudel mehr". Diesc kühnen, aber treffenden
Worte entwaffneten den Zorn des Publirumö
und S. wurde laut beklatscht, — Als es
Madnme Vrüuning dem Dircctor Üarl
angethan und die Neuheit ihrer Tarstelllings»
weise das Pudlicum stark in's Theater lockre,
faßte (varl mit einem Male den Plan, d i^ü
bisherige Volksstück, da er es als sich gänzlick
überlebt hielt, nach und nach fallen nnd an
seine Stelle das Naudeville treten zu lassen.
Um diesen Uebergana, mit seiner eigenen Per<
son einzuleiten, wirkte er in der Volksftosse
schon nicht mrhr mit und trat nur auf, wen»
er mit der Brünn ing zusammen spielen
konnte. Als nun unter den Mitgliedern die
Vemeikung gemacht wuroe, daß l iar l schon
gar nicht mehr in Volksftücken spiele, äußerte
sich der eben anwesende Tcholz: „ÄH — der
Dicertor spielt nur mehr wo die will" !,Vau.
deuille) und warf dabei einen bedeutsamen
Blick nufdie seitabsteheude Frau Brünning.
— Auch im geseUschaftlichm kleben uerleug.
nete er nie seine Gemüthlichkeit. Eo wurde
bei einer Mahlzeit, zu welcher auch er gcla.
den war, die Hausfrau mitten während des
(5sse»s gewahr, daß dreizehn Personen bei
Tische saßen. Mit wahrem Einsetzen rief sie
unter die gemüthlich essenden Gäste: „Herr
Ieses! Wir essen dreizehn bei Tisch". „Bern«
higen Sie sich, gnädige Fran", rief Scholz,
„ich esse heut' für zwei". Ter Nitz thnt seine
Wirkung und die omineuse Zahl ward über
dem Hallo!) der Gäste vergesse». — Üinen
Unsinn mit der ernstesten Miene uon der
Welt herzusagen, daß Alles gespannt auf
horchte und längere Zeit nach dem Sinn der
gesprochenen Worle forschen mochte, verstand
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon