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Schor 234 Schor
Wüleibesitz« in Böhmen. Mähren und
Schlesien" ('«3?. Heft I , S, i74); -
,Die O rtsznstandigkeit,H°imatszi!stän.
digkeit in Veziehunn °uf Versorauna der
Verarmten und Unterstützung in den Kran.
ken. und Wohllhätinkeits.Anstallen" («2«,
Heft I , S, «3.- i833, Heft I, S, 6l, i?7.
Z4l).— „Ungarns Gerichtsbehörden
und i'hrWickunaäkreis" (t«38, HeftI,S.2!il);
— „Die Unterthans-Verflissung, das
Rechtöverhaltniß des Grundherrn und Unler<
thans im Königreiche Ungar n" (l839, HeftI,
S, 303) i — „Die gesetzliche Verfassung der
Hypotheken. (Verfach') Bücher in Tirol"
(N. F,, I, S, l23).
Oesterreichische National > Gncyklopä.
die von Graffer und Czikann (Wien
i833, 8".) Bd, IV, S, 882. — d'C'luert
Lhrist. Rttl, u.), Historische Literaturneschichte
von Mahren und Oesterreichisch . Schlesien
(Brünn 183N, Rohrer's Wiiwe. »r, 8«,) S,37l>.
Schor, Johann Baptist Ferdinand
Ma le r und Professor der Archi«
tectnr, geb. zu Innsbruck 24. Juni
i686. gest. zu Prag 4. Jänner 1767).
Stammt aus einer benihmten Künstler»
familie, deren in den Quellen S. 238 wei<
tere Erwähnung geschieht. Seine Mutter
Barbara war eine geborne Gumft
von Frag LN st
ein. Sein Vater Aegyd
ss. d. Quellen S. 238, Nr. L^ war selbst
ein tüchtiger Maler und der erste Lehrer
seines SohneS in der Knnst. Er gab ihm
die Werke deö berühmten Vignola
zum Studium und sorgte auch sonst noch
für seine mathematische Ausbildung, so
daß Johann Ferdinand noch im
Knabenalter in wissenschaftlicher Weise
m die Kunst, die er später zum Erwerbe
ausüben sollte, eingeführt wurde. Nebst»
bei wurde er im Latein und in den übri-
gen Fächern unterrichtet. Nun traten
zwei schwere Unfälle störend in daS Leben
des Jünglings: durch unvorsichtige Be.
Handlung mit Schießpuluer verlor er ein
Auge und bald darauf durch den Tod
seinen, jedoch schon ziemlich betagten Vater. I ohann Ferdinand kam nun
unter die Obhut seines Oheims Io>
hann Paul . Dieser gab ihn in die
Lehre zu dem geschickten ImiSbrucker
Maler I oseph Wald mann, bei dem
S. in der Fresco-, vornehmlich Acchi»
tecturmalerei die besten Fortschritte
machte. Nach mehrjährigem Unterrichte
bei Waldmann reiste er mit seinem
Oheim nach Rom, wo Michael Nn>
gelo Ricc io l in i , der Chef-Architekt
der päpstlichen Kriegökammer und ein
Freund seines Vaters, sich des strebsamen
und wohlunterrichteten Jünglings mit
Wohlwollen annahm und seine weitere
Ausbildung überwachte. Nicciol ini
ließ ihn nach der Natur antike Statuen,
woran in Rom kein Mangel, zeichnen;
überdieß legte sich S. selbst einen Vor>
rath architeklonischerZeichnungen, Copien
großer Meisterwerke der Baukunst an,
die fortan seine Vorbilder blieben. Ne»
sonders fleißig besuchte er die Schule
Carlo Marat t i 'S. Nach dreijährigem
Aufenthalte in Nom kehrte er in seine
Heimat zurück. S. war 22 Jahre alt,
als er wieder in Innsbruck eintraf. Bald
fand sich Arbeit für den jungen Künstler.
Sein Vetter Johann Martin Gump
! M , V I , S. 32), damals Major luid
Oberingenieur, hatte für die Klosterkirche
zu Wiltau den Plan zur großen Grab»
Vorstellung für die Charwoche entworfen.
Bei der Ausführung dieses Werkes half
nun Schor mit. Kaum war diese Arbeit,
in welcher seine Geschicklichkeit sich kund»
gab und seinen Namen bekannt gemacht
hatte, zu Stande gebracht, als er den
Auftrag erhielt, zu Brixen im Saale des
fürstbischöflichen Palais für die bevor»
stehenden Opernaufführungen ein Theater
aufzustellen. Nun bewährte
sich
S. ebenso
als geschickter Architekt, wie als tüchtiger!
Prospect» und Architecturmaler. Von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon