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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 238 -
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Seite - 238 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schor 238 Schor „Abbildungen böhmischer und mährischer Ge- lehnen und Künstler"), Die MilllcrsüMilic Schor. Die Schor sind ein bereits von Kais« Mar im i l ia n I I . zu 2p?!ier im Jahre lä?a geadeltes Tiroler <3lschlech5, dem später der Erzherzog Maxi mil ian I I I . im Jahre <«>» eine Wappen mrmehrung verliehen hat. <- Der Vrsse aus dieser Familie. der sich einen Künstlernamen nemacht, war Johannes Schor, seines Zeichen« Maler, der sich viele Jahre in Rom gebildet, dann in Innsbruck niedergelassen und daselbst seine Kunst ausgeübt hat. Die ser Johann ist der, welcher im Jahre iüI8 die obeiwähnte Nappenuermehrung erhielt. Schor arbeitete auch an anderen Orten, so in 3>u««burg, wo er, wie v. Siel ten in seiner Geschichte Augsburgs berichtet, im Jahre <38<> sich aufnehalte» und viele Porträte gc> malt hat. In seiner Ehe erzeugte er <3 Söhne, ron denen nur uier ein höheres Alter erreich. ten, alle übrigen jung starben; drei von die» stn wurden Maler, von denen jedoch zwei sich einen Namen gemacht: Johann Paul und Aegyb. — 2. Johann Pau l , aus Innsbruck gebürtig, lebte im i7. Iahrhun derte und erhielt seine erste künstlerische Aus bildunss uon seinem Vater, ging dann nach Nom und studirte daselbst Architcctur und Ornamentik, in welch letzter« er eine solche Originalität in seine Arbeiten zu legen wußte, daß die Prinzen Vorghese und Colonna alle Derorationsarbcite» uo» ihm ausführen ließen »nd daß er unter drei Päpsten als Decorations'Ingenieur bedienstet war. Papst Äle ran der VII . lieh durch ihn alle Deco> ratione» und Nerzierimaen in den Hauptkir« che» 3Iu»is üüd in seinen Palästen entwerfen, won:uf dieselben in Kupfer Machen und i„ einem besonderen — jedoch höchst seltene!! — Werke gesammelt und ucröffeittlicht wurden. Auch al« Maler glänzt Schor's Name im Vatican nebe» den Loggien Ülaphnel's; die uier letzten Arkaden der Loggien, wouon anderthalb Flügel uon Raphael, andere Flügel uon anderen großen Meistern ausge» führt wurden, hat S. mit Geschichten aus tem neuen Testamente geschmückt. In den aioßen Gallenen des päpstlichen Palastes auf eem )1<,uio c^avilUo sind die Darstellungen aus dem alten Testamente uon ihm und sei. nem Bruder Aegyd gemalt. Ferner malte er das Hllchnltcnbttd für die Marienkirche zu Innsbruck. Während er das Gewölbe des neuen Flügels der uaticanischen Bibliothek malte, ereilte ihn im Jahre iL80 der Tod. Mehrere seiner Malereien sind in Kupfer ge< stochen und uon Abbate T i t i beschrieben worden. In Nom nannte man ihn nicht nach seinem Namen, sondern, wie auch seinen Vrudei Aegyd, immer nur „den Deutschen" i Niovnnni ?ao!a '^«<1<>L<:c>. Er hatte sich ein ansehnliches Vermögen erworben und auf drm spanischen Platze in Nom sein eigenes Haus erbaut, das er mit seinem Wappen aeschmücki hat. Von anderen, nach ihm ge> stuchcnen Bildern sind bekannt: „Ein Herc». !c6 im Kaoipfe mit der lernäischen Schlange", nestochen von I . Chnteau; — das „Bild» niß des Erzherzoge Leopold Wilhelm uon Oesterreich", für Kircher's „lUuHurzm univoi'LiUi»" (Nom !<>ül>) von Paul Pon< til is aestochen, u»o zwei uon ih», aezcich>. nete Titelblätter z» Kircher's uurcrwähitter „?,Ivr3urFia" und zu desselben ,,^Iun<lus «ud- t«ri'an«uü", oeren ersteres Varon , letzteres I, Math am in Kupfer gestochen hat, Von seinen Kindern haben sich zwei Löhne, Christoph und Ph i l i pp , als Architekten bekannt gemacht. — ü. Christoph war ein Schüler seine« Vaters, bei dem er auch °!e Malerei erlernte,, aber in der Folge wendele er sich nuLichliehlich der Ärchitcctur z", ging nach Neapel und trat zuletzt als erster Archi> tekt dort in königliche Dienste. — i, Phi- l ipp, sein jüngerer Bruder, restauritte in Rom die portugiesische Kirche zum h. Änto. nius uon Paduc, und wurde dann gleichfalls nach Neapel berufen, wohin ih» sein Schüler I . V. Fischer, der nachmals als Fischer uon Er lach berühmt gewordene k. k. H°f> architckt, begleitete. Wann Phi l ipp und sein vorerwähnter Aruder Christoph ge> starben, ist nicht ui^innr, — !>. Johann Paul 's Vruder u»o der beiden ^orgena»n> lt» Oheim 2le«iydi>ls (geb. zu Innsbruck I62N, gest. ebenda 2, Juli 17Ul> beqab sich, nachdeni er bei seinem Aatcr die Maleikunst erlernt, nach Nom, >uo bereits sei« Awder Johann Pau l sich befand, u»l> lernte und arbeitete eilf Jahre bei demselben. Zugleich mit demselben malte er in den großen Galle» rien des päpstlichen Palastes auf dem Zlouta OkviMo und fanden diese Arbeiten noch grö» heren Beifall als jene seines Bruders, Nun uerließ er Nom und arbeitete an uerschiedencn Orten in Deutschland, so zu Nürnberg und Salzburg, in welchen beiden Städten er Iän> gcre Zeit verweilte, endlich kehrte er in seine Heimat zurück, wo er sich mit Baibarn
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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