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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 242 -
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Schosser 242 Schosser die Phantasie anregenden Vermeßge. schäfte Dichter geworden, das läßt sich nicht besser als aus seinen Liedern dar stellen, auf welche somit gewiesen wird Wer ein Gefühl für echte Poesie hat, wird bald, waS ei sucht, herausfinden. Im Gebirge geboren, seine Berge und Thäler, ihre Bewohner und uralten Sitten liebend, frei durch feine geliebte Heimat wandernd, in Kummer und Noth, in Lust und Freude dahinlebend, der Ausdruck für ein solches Dasein fand und findet sich eben nur in der Poesie. An Lichtblicken, was wir gewöhnlich darunler verstehen, wie erfüllte Erwartungen, ge steigerte Einkünfte, sonstige freudige Überraschungen, an solchen fehlt es in S.'s Leben. Nur einmal lächelte ihm die Gunst des Lebens, als im Herbste deS IqhreS 1846 der Herzog Max in Bayem daS reizende Gmundner Stadt chen besuchte und Schosser durch daS schöne Äational'Quartett, das damals ein Herr Tagwerker in Gmunden unterhielt, in die Gesellschaft des Herzogs gelangte. Der Herzog, ein sinniger Ken> ner und Förderer deS VolkügesangeS und wohlgeneigter Gönner der Alpen» sänger und Zitherspieler ^vergleiche Petzmayer's Biographie, Bd. XX, S. 182), erkannte sofort den Werth der vorgetragenen Schosse r'schen Dichtungen und forderte den Dichter auf daS Dringendste zur Herausgabe auf. So erschienen denn die „Natnl- lnllm llU« bim Aien der Geln'MbewalMr in t>en GnWlM zmzchcn Bteqnmllrk unk dem ErllNnkrWe" (Linz 1849, Friedrich Eurich, 8».' zweite Auft. Steyr 1830, Frz. Sand- bock), das Buch ist Sr. königlichen Hoheit dem Herzog Maximi l ian in Bayern gewidmet und die Naturbilder sind nach den landesüblichen Arien in Liedern und Declamatorien dargestellt. Die Lieder selbst sind nach den vier Thälern des LandeS. EnnSthal, Steyer» und Krems» thal, Almthal und Trnunthal, geordnet. Die Zahl derselben ist klein, nur deren 26, an welche sich in einem Nachtrage noch 2 neue Dichtungen und Chorstrophen zu einigen der genannten 26 anschließen. Den Schluß des prächtigen Büchleins bildet von S. 127 bis 188 eine alvha. tisch geordnete Erklärung volksthümlicher, in dem Buche enthaltener Ausdrücke mit Hinblick auf Aussprache und Sinn der Wörter. Der Empfang, den der Fürst dem Büchlein werden ließ, war der freundlichste und hallte in S.'s dank» barem Gemüthe bis an sein Lebensende nach. Indessen war der Körper durch die Strapazen seiner bisherigen Lebensweise sehr angegriffen und, war sein Leben an Entbehrungen nie arm gewesen, jetzt, wo er zur Arbeit kaum mehr fähig war, stei< gerlsn sich dieselben um so empfindlicher; So wohnte er denn in dem kleinen Häuschen seiner armen Schwester, krän« kelnd, verdrossen, sein Nachtlager war die harte Ofenbank, sein Kopfkissen sein grauer Steiierrock mit grünem Kragen. Ober dem Haust seines Freundes Linde« mayer zu Losenstein ist im Felsen ein steinernes Bad ausgehauen, dabei aus Baumrinden eine Klause nach Schos» ser'S geschmackvoller Zeichnung erbaut. Das Ganze ist in heißen Sommertagen ein kühler, anmuthiger Winkel. Erst mch dem Tode des Dichters erfuhr man, daß er in den traurigen Wintertagen oft daS weiche Ruhebett der Klause als Nacht« ager benüht habe. Aber aus falscher Scham verschwieg der an Entbehrungen gewöhnte Mann sein Elend seinen Freun» den und förderte sein eigenes Ende. Nur ein einziges Mal brach er sein Schweigen, als er mitten in seinem Trübsale von Herzog Max für die Dedication seiner
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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