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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 247 -
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Seite - 247 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schott 247 Schott am zweiten Tage das Schiff erfaßt und eS genöthigt, Zuflucht im Hafen von Chioggia zu silchen, wo es ob Auöbesse rung der Schäden längere Zeit verweilen mußte. Diese Zeit biS 31. Mai benutzte nun Schott, um das venetianifche Fest land in botanischer Hinsicht nach allen Richtungen zu durchstreifen. Als das Schiff wieder in See ging, machte es am 17. Juni vor Gibraltar wieder Halt und blieb dort bis 1. September vor Anker. I n dieser Zeit dehnte S. seine botanischen Wanderungen biö zur Südspitze Spa> niens bis St. Rocca, Algesiras, Tarifa und Trafalgar aus, untersuchte sorgfältig die dortigenVogetationsverhältniffe.sam. melte eine große Menge seltener, damals noch ungekannter Wanzen, welche er noch an Ort und Stelle genau beschrieb, und schickte einen Bericht über die Ergeb» nisse seiner Untersuchungen an Dr. Karl von Schreibers, damaligen Director des k. k. Hof-Natllralieii'Cabinets, der denselben auch in den von ihm heraus» gegebenen „Nachrichten von den kais. österreichischen Naturforschern in Brasilien' (Brunn 1820, 8».) S.40 u. f., veröffent- lichte. Nach einem zweitägigen Aufenthalte in Funchal, den S. auch mit Erfolg für seine botanischen Studien und Samm» lungen benutzte, lief das Schiff am 3. No. vember 1817 im Haftn von Rio de Janeiro ein und Schott befand sich nun auf dem eigentlichen Schauplatze seiner künftigen Thätigkeit in Brasilien. Nun wurde mit den übrigen Mitgliedern der Expedition der eigentliche Plan der Durchforschung festgesetzt. Schott traf die Bestimmung, mit Professor Mikan und Blumenmaler Buchberg er zu» nächst die Capitanerie von Rio de Ja- neiro zu durchforschen, dann eine Art Acclimatisationsgartm anzulegen, in wel> chem die- nach Wien zu schaffenden Pflan- zm und Thiere herangezogen und g«. pflegt werden sollten. Der Garten füllte sich alsbald mit den werthvollsten natur. geschichtlichen Objecten, dabei war S. noch bedacht, die zoologischen Sammlun» gen seiner Collegien zu bereichern und werthvolle Notizen über Landbau und Nutzpflanzen Brasiliens in medicinischer und technischer Beziehung zu sammeln. Nachdem im folgenden Jahre Mikan und Buchberger nach Europa zurück« gekehrt waren, behielt Schott allein die Oberleitung des Acclimatifationsgartens und der damit verbundenen Menagerie, und in den nächstfolgenden Jahren 1819 und 1820 unternahm er selbst zwei grö> ßere Forschungsreisen: die erste vom 4. Juni bis 1. October in die Campos am Paraiba- und Paraibuna-Flusse und in den District von Canta Gallo, die zweite vom 23. Jänner bis 18. April in die Gegenden von Macaca. Ueber die große Ausbeute an Pflanzen, Thieren, ethnographischen Gegenständen, Notizen über Nutzhölzer und ihre landesüblichen Namen, wozu sich ein kleines Vocabular der Ooraaclos und Beschreibungen neuer Pstanzensorten gesellten, vergleiche den Anhang zum I I . Theile der schon erwähn« ten „Nachrichten u. s. w." von C. von Schreibers. Im Jahre 1821, nach vierjährigem Aufenthalte in einem Lande, mit dessen Klima, wie mit anderen, seine Unternehmungen nichts weniger denn fordernden Verhältnissen S. fortwährend zu kämpfen hatte, kehrte er über Portu« gal, England und Frankreich nach Wien zurück, wo er bald darauf zum Directions» Adjuncten zur Seite des damals schon ehr bejahrtenHofgarten- und Menagerie» Directors Franz BooS sBd. I I , S. 61 j^ ernannt wurde. Groß war die Ausbeute, welche S. nach Wim gesendet, sie bestand in 76 Kisten mit lebenden Pflanzen, einem
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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