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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 265 -
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Schrattenbach 266 Schrattenbach im Jahre 1733, nachdem er bereits über 34 Jahre alt war, wurde er Domherr des Salzburger Domcapitels. Seine Ge< schäftstüchtigkeit veranlaßte bald seine Verwendung in wichtigen Angelegenhei» ten. Am 44. December 1750 wurde er zum Domdechant gewählt. Nach dem Tode des Erzbisckofs Andreas Jacob auS dem Hause Dietr ich stein ging DomdechantSigismund Christoph, nachdem innerhalb dreizehn Tagen 49 Ab> stimmungen, ohne ein Resultat zu erzie- len, erfolgt waren, am 8. April 1783 aus dem Gcrutinium hervor und hielt am 7. Mai seinen feierlichen Einzug. Die wichtigsten Momente seiner Regierungs» periode sollen in der nachfolgenden Dar- stellung zusammengefaßt werden. Noch vor der Wahl eines neuen Domdechants. welche Stelle der Erzbischof zuletzt beklei- det hatte, schenkte er sein ganzes Mobi» liarvermögen dem Trhardispitale; im Iahie 1734, durch die große Menge uner» ledigter Processe veranlaßt, erließ S!» giömund eine neue Heirathsordnung; um der überHand nehmenden Noth zu steuern, im nämlichen Jahre zwei Almo» fenordnungen, und um dem Wucher vor» zubeugen, strenge Wuchergesetze. Um die dem Gesetze Verfallenen unterzubringen, erbaute er ein neueS Zuchthaus, und um die Büßenden entsprechend zu beschäfti» gen, kaufte er eine Sockenweikeis'Geiech> tigkeit. Im October 1783 erließ S. eine Zucht» und Schulordnung. Anläßlich der zwischen Bayern, Oesterreich und Salz» bürg obwaltenden verschiedenen Münz» valuta waren in Hinsicht des Salzwesens zwischen beiden Staaten nicht geringe Differenzen eingetreten, welche nach lan» gen, mitunter ziemlich heftigen Verhand- lungen durch einen zwischen M a i Io - seph, Herzog in Bayern, und Sigis» mund, Erzbischof zu Salzburg, am 3. Jänner und 26. Juni 1767 geschloffe- nen Vergleich einigermaßen beigelegt wurden. Die Kirchenzucht hielt Nizbischof Sigismund durch mehrere Veroidnun» gen, in welchen er eingeschlichene Miß« brauche abgestellt wissen wollte, strenge aufrecht. Insbesondere sein«m Capitel gegenüber benahm sich der Eczbischof so wenig nachsichtig, daß darüber zwischen beiden Theilen, vornehmlich durch deS Erzbischofs unberechtigte Herrschsucht her- vorgerufene, ziemlich ernst geführte Con> troversen sich entspannen, in welchen der Erzbischof zuletzt doch. meist in Folge der Nachgiebigkeit des DomcupitelS, Recht behielt. Besonders böses Blut erregten die Missionen des Iesuiten-Paters Pa» Hammer, für welche der Erzbischof so eingenommen war, daß die Beamten, wenn sie ihre Stellen nicht verlieren wollten, dieselben besuchen mußten. Das Capitel eiferte heftig und mit Recht gegen diese jesuitische Neuerung, abei der Erz» bischof gab nicht nach. P a rhamm e r's Einfluß, der auch am kaiserlichen Hofe in hohen Gnaden stand, war zu mächtig auf den Erzbischof, der auf der strengsten Befolgung seiner Anordnungen bestand. Zur Errichtung einer Pstanzschule für junge Geistliche in Klagenfurt kaufte der Trzbischof daselbst ein Haus, baute neben demselben eine Kirche und stiftete zur Do» tation dieses Institutes elwa 20.U00 fi. Reichswährung; bezüglich der Aufnahme von Kandidaten in das Hochstift gab der Erzbischof ein neues Statut über die Adelsprobe, welches manchem eingeschli» chenen Mißbrauche steuern sollte, über» dieß errichtete er Vicariate. erbaute Kir> chen und Capellen, die er zum Theile auS eigenen Mitteln fundirte; ein blei» bendes Denkmal aber stiftete sick S igis- mund durchdasvon ihm errichtete, heute noch, in den Tagen, in welchen Tunnel»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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