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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 267 -
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Schrattenbach 267 Halt die in der Ertast stundenlangen Gebetes sein Gehirn durchstiegenden Ein fälle für göttliche Inspiration hielt. Sei ner weibisch bigotten Seele, in welcher nur Sinn für den eigenen Glanz der Person wohnte, fehlte das rechte Ver» ständniß der Pflichten eines Regenten. Den Bedürftnffen seines Volkes stand er als Fremdling gegenüber. Auf der einen Seite Iesuitenmissionen, strenge Keusch heitsedicte und Kleiderordnungen, auf der andern Seite nicht eben glückliche Finanzoperationen, ein unverhältnißmaßi- ger Aufwand des Hofes — so z. B. ließ er in drangvoller Zeit bei Raun er in Augsburg eine Tafelservice anfertigen, dessen Werth sich auf 77.N00 fl. belief, während er die von seinem Vorganger, dem Erzbischofe Leopold Grafen Fir» mian, bei seinen cantionspstichtigen Be> amten contrahirte Schuld von lOli.000 fl. anzuerkennen sich weigerte — stören mächtig den Eindruck seiner Regenten» weiöheit, dabei aber dachte S ig ismund nichts weniger als an sich selbst oder an Bereicherung feines Hauses/sondern war vielmehr frei uon Nepotismus und bedürfte für seine Person nur wenig. Hingegen der berüchtigte „immatriculirte Pöbel" der Salzburger Hofhaltung und der Schwärm der Höflinge und Aller, die nur von der Gnade des Hofes lebten, fraßen einen großen Theil der Einkünfte auf, und S ig i 3 mund besaß weder die Kraft noch den Willen, diesem Unwesen, dem, sollte das Land zu einem Gedeihen kommen, zunächst gesteuert werden sollte, entgegenzutreten und gar es vollends zu beseitigen. Ein treues Spiegelbild seiner Verwaltung und der Lage seines JandeS bot seine Wohnung, wie sie sich zur Zeit seines Ablebens darstellte: im vollsten Ver» falle, das Mobiliar ganz herabgekomrnen und die Chatoulle leer — aber allenthal» bm in Schränken, unter Schriften und auf dem Boden zerstreut lag Geld. das sich nach und nach bis zu einer Summe von 226.820 fi. ansammelte. Trauer« und Lobrede aus den Tod be« Fürst.Erzbischofs von Schratlenbach (Salz, bürg l?72, Fol,), — Neue Chronik von Salzburg, Von Dr. Judas Tbadbüus Zau> ner, fortgesetzt um, Corbinian Gärtner (Salzburg l826, 8°,) Fünften Bande« l. Thl. S. 3—297: „Sigismund I I I , " — Vübler (Adolph), Salzburg, seine Monumente und seine Fürsten (Salzburg 4873. Mayr. kl, 8«) S, l78 «. f. — Leardi (Peter). Reihe aller bisherigen Erzbifchöfe zu Salzburg, wie auch der Bischöfe zu Gurk, Seckau, Lauant und Leoben u, s. w, (Grätz <8l8, Al. Tusch, 8°.) S. 66, Nr, 71. — Porträt. Dasselbe in Marmarstein < Medaillon oberhalb der der Stadtseite zugekehrten Einganssswölbunss deL Neuthores. l. Znr Veucalügie de» VrasenlMisc« Schratte«- bach. Die Schratten dach, welcke auch Schcatenbach und Sckratknbach ge, schrieben erscheinen, sind ein altes, aus Fran» ken nach Steiermact um !4ül» eingewandertes Adelsgeschlecht, das seine Gefchlechtsregist« , in das iö. Jahrhundert zurückführt, in wel» chem ein Wlncenz von Sch. um ls96 ur< tundlich aufgeführt erscheint. Von Vin cenz' Nachkommen stifteten zwei Söhne des Felix, ersten Freiherrn von Sih.< nämlich Johann Friedrich und Maximi l ian, zwei Linien, die mährische und die sttirift!)e^ welcke beide, erstere erst jüngst nüt dem au, 9. Ocwber l87ü erfolgten Tode der Gräfin Isabella Henrielte aebornen Gräfin Schratten» bach, uermälten Gräsin Kaln oky, erloschen sind. — Was die in das HauS gelangten Würden anbelangt, so ist es ßelir uon Schrattenbach/ welcher, der Erste, den Titcl eines Freit) errn an^enoinmeü; sein Sohn Maximi l ian erhielt im Iah« lö98 die Bestätigung desselben und des Letzteren Bruder Johann Friedrich wurde uon Kaiser Ferdinand I I . mit Diplom vom lL. Octobec lSt» in den Grasen stand er< hoben. Als die Familie derer van der Dörr, oder Dürr , im Jahre l383 mit Sigis» mund Andreas oan der Dörr im MarmS' stamme erlosch, erhielten die mit dieser Fa< milie verwandten Schrattenbach — ein Pantraz uon Schrattenbach war mit
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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