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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 273 -
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Seite - 273 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schraud 273 Schrnud Mann mit rastlosem Gifer und Behagen schwelgte. Durch den häufigen Besuch derHofbibliothek lernte ihn der berühmte uan Swie ten, damals Präfect dieser Anstalt, persönlich kennen. Van Swie> ten erkannte in S. bald die großen Geistesgaben, die ihn zu dem Wichtigsten im praktischen Leben befähigten, und machte ihm den Vorschlag, Medicin zu studiren. S. ging ohne Bedenken darauf ein, begab sich, nachdem er vorher Physik und Chemie gehört, nach Lemberg, wo er im Jahre 1786 die medicinischen Studien beendete, dann nach Wien zurückkehrte, wo er noch Quarin's und Sto l l ' s Vorlesungen hörte und nun die medici» nische Doctorwürde erlangle. Zunächst wurde er als Arzt in Szegedin angestellt, 1790 zum Physicus in der Csongrader und Csanader Gespanschaft ernannt, aber schon wenige Jahre später, 1794, erhielt er den ehrenvollen Ruf als Professor der Medicin an die Pesther Universität. Dem- selben folgend, las er dort Kollegien über medicinische Polizei, war aber zugleich alS praktischer Arzt thätig und gewann ob seiner Tüchtigkeit als solcher bald einen großen Ruf. AlS im Jahre 1794 in Syrmien die orientalische Pest aus» brach, war es vornehmlich S., der die entschiedensten und trefflichsten Maßregeln zur Hintanhaltung der Seuche traf, die AlleS schon mit Angst und Schrecken erfüllte. Schraud'6 bei dieser Gelegen» heit erworbene Verdienste, namentlich daß er dem Weiterschrciten der furcht» baren Pest Einhalt gethan, wurden durch Erhebung in den ungarischen Adelstand und durch ein für damals nicht unbe» deutendes Iahrgehalt gewürdigt. Als drei Jahre später die Seuche wieder in der Bukowina auftrat, richteten sich aller Augen auf S., der in der That auch wieder dahin entsendet wurde und auch dort, wie schon früher in Syrmien. auf das Erfolgreichste wirkte. Die Verleihung des kaiserlichen Rcithstitels war der Lohn deS edlen A«tes und unerschrockenen Menschenfreundes. So stand denn sein Ruhm als Heilkünstler fest. und im Jahre 1809 erfolgte seine Ernennung zur hoch» stm Würde des Standes, den er beklei» dete, zum ProtomedicuSdes Königreichs Ungarn, als welcher er bei seinem Dien» steSanttitte dem Erzherzog-Palatin von Ungarn seine Abhandlung: „Ds so H«««5 ssi in mof'ö^H^lÄsmilttm" überreichte. Als bald darauf. 1803, in den Temeser. Araber und Bekeser Gespanschaften die Krankheit des Scharbock in so mächtiger Weise auäbrach und um sich griff, daß binnen kürzester Frist 72 Ortschaften von derselben ergriffen wurden, eilte S. sofort an Ort und Stelle, beobachtete die Krank» heit, die sich iu manchen eigenthümlichen, Erscheinungen kundgab, traf die erforder» lichen Maßregeln, um ihrer Verbreitung entgegenzuarbeiten, und gab Tausenden die Gesundheit. Nachdem die Seuche erstickt war, kehrte S. zur Wiedernuf- nähme seiner Berufsgeschäfte nach Ofen zurück. Aber nicht lange sollte ihm Ruhe gegönnt sein, denn schon im nächsten Jahre verbreitete sich die Nachricht, daß sich in Dalmatien, Istrien und im Vene» tianischen das gelbe Fieber gezeigt habe. Schraub eilte nun dorthin, erzielte mit seinen Maßregeln wieder die günstigsten Resultate und brachte die Krankheit zum Erlöschen. Die Opferwilligkeit, mit wel> cher S. sich immer wieder in die Gefahr begab und stets dort erschien, wo sie am dräuendsten war, sollte auch sein Verder» ben weiden. Als nämlich im Jahre 1806 in einigen Gegenden UngaruS ein höchst gefährlicher und schnell ansteckender Ty» phus, im Ungarischen pusstM HiäoF genannt, ausbcach, wurde wieder S. von v. Wuizbach. biogr. Lexikon, XXXI. sMedr, 28. Dec,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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