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gleicheil Zielen gingen". S. hatte das
wenigen Sterblichen beschiedene Alter
uon 81 Jahren erreicht. Am 17, Februar
1374 wurde er auf seinem Besitzthume
zu Kritzendorf bestattet und die Land-
wirthschafts-Gesellschaft ließ ihm, als
ihrem ältesten Mitgliede, er war eS
87 Jahre gewesen, einen Kranz auf sei°
nen Sarg legen.
V erhandIu ng e» und Mittheilungen der k, k.
Lanowiithschafte-Gesellschnft in Wien (Wien,
ar. 4°,) Jahrg. l874, Nr, 2 vom 17, Februar,-
Nekrolog.
Schreibers, Kar l Franz Anton Rit.
ter uon (Natu r fo rscher und Di»
rector der vereinigten Hof'Naturalien»
Cabinete in Wien, geb. zu Preßburg
18. August 1773. gest. zu Wieu 21. Mai
18ö2). Bruder des um die Landwirt!)»
schaft hochverdienten Ioseph Ritter von
S ch. ss. d. S. 280) und Neffe des be-
rühmten Arztes Joseph Ludwig von
S ch. D'. d. S. 287, in den Quellens, welch
Letzterer für stch unb seinen Neffen, obigen
Kar l Franz Anton, den erbländischen
Ritterstand erhielt. Als Kar l geboren
wurde, versah sein Vater das Amt eines
k. k. Feldknegs-Arckivars zu Pießburg,
wurde aber in der Folge als Secretär
zum k. k. Hofkciegs rathe nach Wien über»
setzt. Mittlerweile kam der Sohn im
Alter von 9 Jahren in das Iöwenburg»
sche Convict, wo er bis zum 13. Jahre
blieb. Dann setzte er im Elternhaufe seine
Studien fort und entschied stch, als er
einen Beruf wählen sollte, für daö Stu>
dium der Medicin, wozu ihn wohl der
Rath seines Oheims Joseph Ludwig
uon S ch r e i b e r s, der als Arzt in Wien
einen ausgezeichneten Ruf genoß, und
seiner Verwandten und Freunde, Iac»
quin, Ingenhouß u. A., zunächst
bestimmt haben mochte. Im Jahre 1798
erlangte er die uiedicinische Doctorwurde und trat unter der Aegibe seines ober»
wähnten Oheims in die Praxis. Im
Jahre 1793 umemahm er eine große
wissenschaftliche Reise, auf welcher er
ganz Deutschland, England, Schottland,
Frankreich, die Schweiz besuchte und mit
den ersten Notabilitäten der Wissenschaft
in Berührung kam. Sckon während sei-
ner Studien betrieb er eifrig Naturwissen»
schaften, vorerst Botanik, dann von sei-
nem Schulfreunde v. Fichtel, einem
Sohne des berühmten Mineralogen, an»
geregt, Mineralogie und zuletzt Zoologie,
für welche er eine leidenschaftliche Vor>
liebe gewann. Diese Vorliebe für die
Na tu Wissenschaft mochte auch bestimmend
für seine folgende Laufbahn gewesen sein.
Noch wahrend seiner Reise ernannte ihn
sem ehemaliger Lehrer Jordan sBd.X,
S. 266. Nr. 4) zu seinem Assistenten für
die Lehrkanzel der speciellen Naturge»
schichte mit dem Titel eines adjungirten
Professors und der Zustcherung auf Nach«
folge-in die wirkliche Professur. Nach
seiner Rückkehr von der Reise supplirte
S. die zoologischen Vorträge I o rd a n's,
da dieser durch seine landwirthscbaflüchen
Arbeiten vollends in Anspruch genommen
war. Auch übte er noch die ärzrliche
Pcaris aus und war vornehmlich für die
von De Carro ^Bd. I I , S. 293) an-
geregte und »erfochtene KuhpockeN'Iln»
pfung thätig. Von 1802 bis 1806 hatte
S. die Lehrkanzel Jordan's supplirt
und nach eigenen Heften, Cuvier's Sy»
stem, der Erste in Oesterreich, vielleicht in
Deutschland, bekannt machend, vorgetra»
gen. Mittlerweile waren mancherlei Ver»
änderungen im Verwaltungskocpec der
kaiserlichen Museen eingetreten. Propst
Eberl . bisher Dicectuc des 1797 ge-
gründeten zoologischen Museums, war
pensionirt worden und Abbö Stütz,
Director des seit l748 bestehenden mine-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon