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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 284 -
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Seite - 284 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schreibers 284 Schreibers lalogischen Museums, war gestorben. Der damalige Oberstkämmerer Graf Wrbna brachte für die vereinigten Stel» len vr. v. Schreibers in Antrag und nach Genehmigung desselben trat S. sein neues Amt, das ihm einen wohl längst gewünschten Wirkungskreis eröffnete, an und wirkte durch 46 Jahre in wechseln- den Zeiten zur Ehre und Förderung der Wissenschaft, die er liebte und in deren Studium er unablässig sicd vertiefte. Als Hauptmomente seiner Thätigkeit als Di> rector der kaiserlichen Museen sind zu bezeichnen: die Bergung der Kunst' und Naturschätze der kaiserlichen Museen, Bibliotheken Wiens, der Schatzkammer und sonst werthvollst^n Gegenstande des Hof» und Staatseigenthums vor dem im Jahre 1809 vordringenden Heere Na. p o leon's. Für die umsichtsuolle Ausfüh» rung dieses Auftrages erhielt S. im Jahre 1810 den kaiserlichen Ralhstitel. Im Jahre 18l3 wurde S. nach Paris entsendet zur Uebernahme der von den Franzosen im Jahre l8(w weggeschlepp. ten Kunstschätze, Bücher u. dgl. m., deren Rückerstattung in den Frieoensbedmgun» gen ausdrücklich festgesetzt war. Vom Jahre 18l? bis zu Natterer's im Jahre 1836 erfolgter Rückkehr führte 2. das Referat über die brasilianische Gifte» dition, an deren Organisation er den wesentlichsten Antheil hatte. Ein Haupt- verdienst S.'s aber ist die Organisation der seiner Zeitung anvertrauten Anstal- ten, die bis dahin in einer weder den Anforderungen der Wissenschaft, noch ihrem Titel als kaiserliche Sammlungen entsprechenden Weise aufgestellt waren. Vornehmlich sind die botanische Samm> lung und die mit den Museen verbundene naturwissenschaftliche Bibliothek ein Er- gebniß seiner Bemühungen. Wohl wur> den durch die Kriegsjahre 1809, 1813 bis 1818 die Organisirungsarbeiten ge. stört, um aber alsdann einen desto er- freulicheren Fortschritt zu nehmen. Durch S.'s Bemühungen erlangte das kaiser- liche Museum sowohl wegen der reichen Schätze, welche es besaß, wie wegen der zweckmäßigen Aufstellung einen ausge. zeichneten Ruf. Im Jahre W23 erhielt S. den Titel eines Regierungsrathcs, im Jahre 1838 jenen des HofratheS. Nun schritt sein amtliches Wirken nach Außen gleichförmig und" ruhig dahin — nach Innen, wie einer seiner Biographen be> richtet, ohne die Ursachen näher zu be» zeichnen, freilich oft gestört und verbittert — und selbst die Gewitter des Jahres !8i8 schienen machtlos drohend, vo.rüber> gezogen, dc> — im letzten entscheidende» Augenblicke, als AlleS schon gesichert schien — schlugen die Flammen aus de,m Dacde des Museumögebäudes hervor, mit genauer Noth entrann ihnen der Greis mit seinen Angehörigen, und als er einige Tage darauf die von geistigem Leben durchdrungenen, von den herzer» frischenden Erinnerungen der strebenden Jugend und des thatkräftigen Mannes- alters durchwehten Räume besuchte, da fand er eine öde, formlose, von schwarz« gebrannten Mauern umgrenzte Stätte, und die Asche, welche sie deckte, sie war Alles; waS noch übrig geblieben von den Früchten vierzigjährigen Sammler» und Foischersieißeö, von dem reichen Brief» wechsel mit den Besten seiner Zeitgenos» sen, von seiner auserlesenen Büchersamm» lung. Die Huld des Monarchen verlieh dem schwer Getroffenen die vollen Be> züge des HofralhrangeS, dessen Namen er bisher nur als Ehrentitel geführt. Wohl leitete S. noch fürdec sein Amt, aber das Alter forderte sein Recht, zu Ende deö Jahres 1851 trat er in den Ruhestand, aber schon wenige Monate
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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