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Schreiner 292 Schreivogel
belangreichen diplomatischen Vechand-
lungm war S. in der bereits wichtigen
Eigenschaft eines ersten Dolmetschers thä-
tig und an den betreffenden Verhandlun»
gen nicht unerheblich betheiligr. Dann
cils Mitglied der Tripolitanischen Com»
Mission hat er zur Durchsehung der von
der damaligen Regentschaft von Tripolis
an die österreichischen und toücanischen
Unterthanen zu leistenden Ersatzansprüche
wesentlich beigetragen, wie denn auch in
vielen anderen Angelegenheiten daS com»
mercielle Interesse Oesterreichs gefordert.
Die aufreibende, anstrengende Thätigkeit
bei diesen zum Theile sehr wichtigen Ge»
schäften in einem dem an ein gemäßigtes
Klima gewöhnten Europäer wenig zutiäg-
lichen, von starken Temperaturschwankun-
gen bewegten Klima hatte G.'S Gesund»
heit mächtig angegriffen, so daß er län»
gere Zeit schwer krank darniederlag. Im
Jahre 1838 wurde er zum k. k. General»
Consul für Egypten ernannt, in welcher
Eigenschaft er noch in jüngster Zeit be>
dienstet war. S.'s Verdienste hat Se,
Majestät der Kaiser wiederholt gewürdigt,
zuerst mit ah. Entschließung vom 24. Oc-
tober 1864 durch Verleihung des Ordens
der eisernen Krone 3. Classe und zur Zeit
der Anwesenheit Sr. Majestät des Kai-
seiö in Egypten mit ah. Handschreiben
vom 24. November 1869 durch Ve»
leihung derselben Auszeichnung 2. Classe,
worauf im folgenden Jahre G.'S Eche>
bung in den Freihermstand erfolgte.
Außerdem besitzt der Freiherr noch von
Seiten Hannovers, Mexiko's (von Kaiser
Maximi l ian) , Toscana's und der
Türkei Ordensauszeichnungen.
Freiherrnstands-Diplom ääa. Wien
l4. April !87N. — Nitlerstandz.Diplom
ckäo. ^. December l«L4. — Die Tages»
Presse (Wiener polit, Vlatt), «. Juni 1870:
«Herr von Schreiner und Ismail Pascha". —
Wappen des Freiherrn Gust, Schrein ei. Dasselbe ist seinem und seines Vater« Ritter.
stands«Wappen ganj gleich, nur ruht im frei,
herrlichen Wappen die Freiherrnkrone auf
dem Wappenschilde und erst nuf der Krone
erheben sich die beiden Nitterhelme.
Ein Ignaz Schreiner (geb, in Steiermark
i t . September <?«3, gest. zu Wien nach
l??2) trat, lS Jahre alt, in den Orden der
Gesellschaft Jesu und erkannte zu Oratz di«
Priesterweihe, trug daselbst Dicht, und Rede«
kunst vor, erlangte die Doctorwürde der Phi.
losophie und Theologie und versah das Lehr»
amt aus beiden Fächern ein Iahrzehend lang
zu Gratz und Wien. I n der Folge bekleidete
er eine Stelle seines Orden« in Linz, wo er
zugleich Director des Seminars war, bis er
nach Aufhebung seines Ordens dieselbe nie<
verlegte und den Rest seines Leben« in Nien
zubrachte Durch den Druck veröffentlichte er:
HustriiU^L« (Vraooii l737, 8».); — „N<>.
vum siau» eloqusntiao v . 8. >lo»un«»
Vr»n°i»«u« l ios i»" (lb!ä. l7U, 8«.) > —
„Iruütatus sn n,nlinu,NI>U8 bubtp.rrHnei» et
in««LtI««' (idiä. i?4l, <2».), ein AuSzu« aus
den Werten des I>. Alhanasiu« Kircher -»
und ,,A»l;i» PUz'sio^nomioa «lvs äillsertaU»
<!« noti» Illtontl» llnimi et suturnruin »uc.
«o««uuin kuinnuo oorpori », nHtur», impr«»-
«!»« (ldlä. l742, l2».), eine Bearbeitung de«
Werkes deS Jesuiten Ga«p. Schott, l^oe-
L«)c. 8°,) p. «2«,)
Schreivogel, auch Schreftvogel, I°>
seph (Schriftsteller, geb. zu Wien
27. März 1768. gest. ebenda 28. Juli
i832). Bekannter unter den Pseudony'
men Thomas und Kar l August
West, auch Gebrüder West. Seine
Studien machte er in feiner Vaterstadt
Wien, wo er sich auch frühzeitig literari«
scher Beschäftigung zuwandte. Bereits in
den Jahren 4793 und 1794 betheiligte
er sich an der von Al r inger herausge-
gebenen .Oesterreichischm Monatschrift",
welche schon mit dem 6. Hefte einging.
Auch wurde er um diese Zeit in eine lite>
rarische Fehde mit Franz Felix Hof»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon