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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 295 -
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Schreivogel 295 Schreivogel. Durchfall sehr zu Herzen. Gr nahm ba er zeitweilig die Vorcensur der Iouo nale hatte, sogar auf die Recensionen Ginftuß und ließ dag frivole Wiener Publicum in der „Mode." und „Theateo Zeitung", im „Sammler", wie im „Wan derer" für seinen Mangel an poetischem Verständniß, an Respect und Pietät ge hörig herunterkanzeln. UebrigenS war er selbst mehr Kritiker als Poet — seine Schriften folgen weiter unten — und hat auch selbst verhältnißmäßig wenig geschaffen. Sein geschickt angelegtes Trauerspiel: „Abosinda" (bald zu Ado sinda und Abisonda entstellt) hat er nie> mals zu Cnde gebracht. Der erste Act erschien in Zambert's „Theater>Alma nach für 1821" zugleich mit Gr i l lpar zer's erstem Acte von „Gin Traum ein Leben"; ein Lustspiel von ihm, die „Gleich giltigen", ließ seinem omineusen Titel entsprechend gleichgiltig; hingegen find seine Bearbeitungen von „Donna Diana", „Das Leben ein Traum" und „Don Gutierre" mustergiltig geblieben und haben die ersten zwei bis heute auf dem Repertoir sich erhalten. Seine übrigen Arbeiten, die er vorzugsweise für das Taschenbuch „Aglaja", dessen Redaction er von 18t9 bis 1824 selbst besorgte, schrieb, sind in seinen gesammelten Schrif« ten enthalten. Seinem Dienste lebte er mit ganzer Seele; den ihm wie seinen Mitgliedern gewährten Ferienmonat ver- lebte er gewöhnlich in Baden nächst Wien. Sonst war er entweder im Bureau oder im Theater und, ausgenommen eine halbe Stunde vor Tisch, die er zu einer kleinen Promenade über das Glacis be> nützte, gewiß an dem einen oder andern Orte zu treffen. Ohne Pedant zu sein, war er doch die Ordnung selbst, aber auch die Rechtlichkeit in Allem und Jedem' ver- läßlich, nur die Kunst im Auge und das Talent, dem Künstler nicht nachtragend, was etwa der Mensch an ihm verbrochen haben mochte. ^In diesem Puncte weicht Bauernfeld'S Charakteristik, der ihn eben so schildert, von jener Gräffei's, der von ihm sagt: „er trug nach", doch etwas grell ab.^ „So war der Mann beschaffen«, schreibt Bauernfeld. „der' um den geringen Gehalt von 2000 Gul- den, ohne alle weiteren Emolumente, achtzehn der besten Jahre seines Lebens dem Hofburg'Theater gewidmet hatte und der nun in seinem 64. Lebensjahre mit Tausend Gulden aus „Gnade" pen» sionirt worden, weil er sich die Ungnade eines Großen und die Verfolgung der Kleinen zugezogen." Lchreivogel's li» terarische Arbeiten erschienen als „OlMm- melte Schritten unn Ehllmaz und Rl l i ! August West" in zwei Abtheilungen. jede zu 2 Theilen (Braunschweig 1829, Vieweg, gr. 12».) Liste Abtheilung: Bilder auS dem Leben. 1. Theil. I. Sa- muel Brink's letzte Liebesgeschichte. Eine Episode aus dem Roman seines LebwS (1820); I I . Ttienne Durand. Eine wahre Geschichte, mitgetheilt von K. T. West; I I I . Die Fingerzeige der Vorsehung. Ein Cyklus moralischer Erzählungen von Thomas West: 2. Theil. I. Hilfe zur Unzeit, Gegenstück zu der Erzählung: „DieFingerzeigederVorsehung"; II.Wie eö geschah, daß ich ein Hagestolz ward. Aus den Erfahrungen eines Ungenamv ten; I I I . Dialogen und Charakterskizzen von Thom. West (1807). Zweite Ab- theilung, 1. u. 2. Theil: Kritische und atirische Gtreifzüge im Gebiete der Lite» ratur und des Theaters, von Thom. West und seinen Freunden. Mit Anme» kungm und Zusähen von K. A. West; —> „Dia Gntierre. Gl<mer«M in 5 Anh. Anch <5lll!ürlln'5 „Itit«mer Ghre" (mit Titel- Vignette) (Wien 1834. Wallishausser.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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