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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 299 -
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Seite - 299 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schrenck 299 fung auf den erzbischöflichen Stuhl von Prag, wo am 4. November d. I . seine feierliche Inthronisation statthatte. Etwas über ein Iahrzehmd und nicht länger war eö dem jungen Kirchenfkrsten ge- gönnt, und zwar in schwerer Zeit, auf seinem Posten zu wirken. I n dieser Zeit entwickelte fich auch in der Präger Erz diocese die Thätigkeit der religiösen Bru> derschaften, aber gegen die Wiederberu fung der Jesuiten hegte der voraussichtige Kirchenfürst schwere Besorgnisse und setzte ihrem Eindringen in Böhmen lange Zeit, zuletzt freilich vergebens, Widerstand ent- gegen. Unter ihm trat ferner im Jahre 1844 der von demDomcapitular Wenzel Pessina von Czech orod sM. XXII, S. 84^ angeregte Dombau»Verem in's Leben und gründeten im Jahre 1848 die barmherzigen Schwestern des h. Karl Borromäus in Prag tt>r Mutterhaus. Erzbischof Alo is Joseph erwirkte von Papst Gregor XVI. für seine Diocese baS Breve vom 30. Juli 184t, mit wel» chem bei gemischten Ehen den katholischen Seelsorgern wenigstens die passive Assi- stenz gestattet war. Im Jahre 1848 ver- anlaßte der Erzbischof die Herausgabe eines NiLLaik dokLinlouiN) wobei leider der Fehler begangen wurde, daß man das Vropiiuin Lokouiillurü in das No- luanmn eiübezog, weßhalb später eine neue Ausgabe nöthig wurde. Ein Freund ber kirchlichen Kunst, wirkte der Erz» bischof vornehmlich dahin, daß neue, würdige Kirchenbilder an Stelle unschö» ner und kunstloser alter angeschafft rour- den. Unvergeßlich bleibt daS Verhalten des Erzbischofs in der bedrangnißreichen Periode des Jahres 1848. Als im April g. I . böswillige Aufhetzungen gegen die Prager Juden stallfanden, richtete er !n einem besonderen Hirtmschreiben (üäo. 23. April 1848) an die katholische Be- völkerung Prags die dringende Bitte, das Hauptgebot der christlichen Religion.' „die alle Menschen ohne Unterschied des Glaubens umfassende Liebe", nie zu ver» gessen. Die folgenschweren Ereignisse des Jahres 1848, von denen auch Prag hart mitgetroffen worden, hatten deS Erz» bischofs Gesundheit tief erschüttert, und erst 47 Jahre alt, raffte ihn der Tod dahin. Nekrolog des Fielherrn Aloys Schrenck uon Nohing, Fürst-Vrzbischofö uon Pra« (Prag <84». «».). — Neuer Nekrolog der Deut. schen (Weimar, N, F, V°igt, kl. 8°.) 2?, Jahr' ssllng (l8«), Theil I I , Nr. ««8. — Porträt, Unterschrift^ Alois Joseph I Freiherr Schrent auf Notzing j Fürst-Eczbischof von Prag. F. Kol l a rz gez. Steindruck von C. W. Medau. Mit Wappen (8°), I. Zur Eenellwgic dcr Freiher«!! Schienck uo» Notziitg. Um oie Mitte des l3. Jahrhunderts kam Verchtald SchrenÄ aus Meissm nach Bayern und machte sich dort ansässig. Er stand vorher in Diensten Eckhard'6, Land» grasen in Thüringen. In Bayern Uermilte er sich mit Ihess», eincr Sproßin des alten Münchener Geschlechtes der Nhrai. Ein Sohn aus dieser Ehe, Niklas, heirathete um da« Jahr 429» Gertrud geborne Iwpkr, die «leich. fall« einem alten Münchener Patriziergt» schlechte angehörte und ihm die Hofmark Egmating zubrachte, nach welcher, wie nach der ersten in Bayern erworbenen Besitzung Notzing, die Schrenck noch heute sich Schrenck auf Notzing und Egmating schreiben. Allmälig breitete sich die Familie stark in der oberen Pfalz und im bayerischen Walde aus, uon wo ein Zwei» nach Oester< reich, und zwar n»ch Vöhmen übersiedelte. Johann Christoph Adnm Freiherr von Schrenck (geb, 17U», gest, t?6t) und seine Gemalin Nana Anna geb. Gräfin yenckc von Donnersmarck sind die Stifter »er österreichisch, böhmischen Linie. Die Stammfolge ist nun diese- Johann Christoph Aoam's Sohn ist Franz Seraph (geb. !747, ^est. «l0). k. t. Kämmerer und Major, in zweiter Me vermalt (feit l?9t) mit Theresia Taftlana geb. Freiin von AMH und Vldrzi (ged. l?6ö. gest. 1803). Freiherr Franz erhielt mn 5. September 1795 dae böhmische Incolllt. Au« dieser Ehe stammen drei Söhne: Ignaz,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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