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Schrockinger 316 Schröckinger
eine kurze, jedoch höchst lückenhafte Milthei
lung über sein Leben, ohne jedoch seinen
Geburtstag anzugeben, und ein völlig un
brauchbares Verzeichniß seiner Schriften. Als
Schriftsteller war er vornehmlich auf kauf.
männischem Gebiete thätig, hat aber auch
einiges Andere herausgegeben. Die Titel sei.
ner Schriften find: „Einleitung zu einer all>
gemeinen Erkenntniß aller Handlungswissen»
Masten", 3 Theile (Frankfurt a, M. 17L9 und
1770; 2. Aufl. 1780-1783); — „Anweisung
zu kaufmännischen Briefen", n, A. „Anleitung
zum kaufmännischen Briefwechsel" (Frankfurt
a. M. l?«9, neue Aufl, 1781, 8",); — „All.
gemeine kaufmännische Bibliothek", 1. Theil
(Frankfurt a, M. 17??, 8°), mehr ist nicht
erschienen,- — „Frankfurter Handlunasschema"
(ebd, 177?, 8°.); — „Frankfurter Meßschema"
(ebd. «777, 8»,); — „Friedrich I I . im Ell,°
sium" (Leipzig 1?8Ü, Nyck, 2. uerbess, Aufl.
17S0. 8°.); — „Taschen-Comptoirist, welcher
die neuesten. . . Nachrichten von den Nech>
nungs» und Wechselarten, Münzen, Usancen
u. s. w. der vornehmsten Handelsplätze und
Länder in und außer Europa mittheilt" (Leip<
zig 1787);— „Wörterbuch bei der Handlung,
in der Sprache des Umgangs, des Briefstyls
und deö gerichtlichen Verfahrens vorkommen»
der Redensarten, fremder Wörter und Aus»
drücke" (Leipzig 1787. 8«)i — „Joseph I I .
im Elysium" (Leipzig 173U, Duck, 8"., mit
alleg, Kupfer). Außerdem uerschiedene Flug»
schuften gegen die Mönche und den Aber»
glauben, alle jedoch ohne Angabe seines
Namens. Ferner besorgte er einige Zeit die
Redaction der Wiener Neal-Zl'itung,' schrieb
von I7?3 bis 17s<) eine „Handlungs'Comp.
toir'Auis-Zeitunn"; gab zu Offenbach im
Jahre 1780: „Der rothe Mantel, eine uniuer,
selle Wochenschrift", und in den Iahr<m1?88
bis 1?9U die allgemeine Leipziger Handlung«.
Zeitung (bei Schwiclert, gr. 8») heraus. Eine
Sammlung seiner kleineren Arbeiten edirte er
unter dem Titel: „Meine kleinen Schriften"
(Coburg 1781, Meusel, 8».), wovon aber nur
der l. Band erschien, und schließlich übersetzte
er in'ö Deutsche seines Bruders „Hiztoii»
isUFion« et eollissias aklistianas" unter
dem Titel- „Lehrbuch der, christlichen Re!i>
gions- und Kirchengeschichte" (Coburg 1792,
8°.).
Schröckinger, Kar l Johann Nep.
Franz X. (österreichischer Poet, geb. zu
Gcatz laut pfarramtlichem Taufschein am 16. November 1798, gest. zu Wien
am 23. December 1819). Er war der
eistgeborne Sohn des damaligen k. k.
Staatsbuchhaltungs'Beamten und spä.
teren Gubernial-Registranten Cajetan
Schrbckinger aus dessen erster Ehe
mit Therese Widerkehr zu Wi>
dersbach; die Mutter verlor er schon
in wenigen Jahren. 1,807 trat S. in
das Gymnasium seiner Vaterstadt und
erhielt drei Jahre darauf einen Stiftungs»
platz im dort bestandenen k. k. Conuicte.
Schon in der ersten Humanitätsclasse er»
regte er die Aufmerksamkeit des Profes»
fors der Poesie, Ulrich Speckmoser,
sowie seiner Schülgenossm dadurch, daß
er die Aufgaben zur Uebung im deutschen
Style meistens in gereimten Versen auö>
arbeitete, während die Lösung derselben
den Letzteren selbst in schlichter Prosa
nicht immer leicht wurde. Als er 1813
in die philosophische Facultät übergetre»
ten war, erwarb er sich bald die auf»
munternde Gunst des damaligen Profes»
sors der Geschichte, Julius Franz Schnel»
ler ss. d. S. 43 dies. Bds.^z. widmete
sich insbesondere unter der Anleitung des
feingebildeten Professors Iustus Zedler
mit allem Eifer dem Studium der Clas»
stker, zumal der Griechen, und machte
sich allmälig auch mit der italienischen,
französischen, englischen und spanischen
Sprache und Literatur bekannt. Großes
Aufsehen erregte er, als er, damals noch
nicht 18 Jahre alt, mit dem fünfactigen
Trauerspiele: „AIn «OMn nun Oanlunze"
öffentlich auftrat, welches am 19. August-
1816 im ständischen Theater zu Grah
zur Darstellung kam und bei aller Unreife
doch den Genius von ungewöhnlicher
dichterischer Begabung verrieth. Diesem
folgte auf derselben Vühne schon am
. Februar 1817: „Gilles, Prinz «m
Nretagne", ein Schauspiel in 8 Auszügen;
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon