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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 317 -
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Seite - 317 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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317 Schrockinger später: „Zkr Wtenknnbl", ein Drama in 2 Acten- und am 18. Iänmr 1819 „Der Fluch", eine Tragödie in 8 Auf- zügen. Diese Letzlere, in üppiger Bilder, spräche in gereimten Trochäen, erntete am meisten Beifall und fand sich K. Goedeke veranlaßt, sie in seinem «Grundrisse zur Geschickte der deutschen Dichtung« (Bd. I I I , S. 382, Nc. 1t) unter den „Schicksals.Tragödien" au zuführen. Die beiden mittleren Stücke sind verloren gegangen und Wahlschein lich beim großen Brande des Schauspiel» Hauses in Gratz 1823 vernichtet worden. Schrockinger dichtete außer den eben genannten in rascher Folge, noch drei andere Dramen und schrieb nebenher auch für mehrere der beliebtesten Tag» blätter und Almanache jener Zeit gern gelesene prosaische Erzählungen, sowie viele lyrische Gedichte und Balladen, voll Gefühl und Phantasie. Da sich der junge Dichter vorzugsweise, und zwar mit fast leidenschaftlicher Vorliebe dem dramati« schen Fache zuwendete, so wurde ihm der Zwang einer Erziehungsanstalt, deren Hausgesetze den Besuch des Theaters streng verboten, endlich unerträglich; er trat daher, als er im Herbste 1817 die Rechtöstudien begann, mit Gutheißung seines Vaters, der ihn sehr liebte, aus dem Convicte und bezog nun ein beschei> denes Dachstübchen, in dessen ebenerdi» gem kleinen Hause in der damals noch ganz ländlich gelegenen Mglergasse, an welches ein dazu gehöriger Gartengrund stieß, der den Aufenthalt dort noch an» Heimelnder machte. Hier im Kreise seiner Familie, wo ihm die zweite Gemalin sei» nes Vaters, Elise geborne von Lier» wald, eine stets liebevolle Mutter war, verlebte er ein paar Jahre in stiller Zufriedenheit und eifrigem poetischen Schaffen. Die Schulferien brachte er meistens zu Goß bei Leoben zu, wo eine Schwester seiner eben erwähnten Pflege- mutter als Gattin des dortigen k. k. Hofrichters B i t te r ! von Tessenberg I M . I, S. 414) ihren Wohnsitz hatte, und deren liebenswürdige Tochter im Herzen des gefühlvollen Poeten eine zärtliche Neigung erregt zu habm scheint. Ungeachtet dieser glücklichen Verhältnisse fühlte aber S. doch einen mächtigen Drang nach der Residenz, wo man sei» nen poetischen Leistungen bereits wohl» wollende Theilnahme zugewendet hatte und er eher als in den immerhin engeren Verhältnissen der Provinzstadt hoffen dürfte, bald zu höherer literarischer Gel> tung gelangen zu können. So begab er sich denn !m September 1819 nach Wien, nicht nur, um dort seine juridischen Stu> dien fortzusetzen, sondern auch und vor» züglich, um dort seine Dramen, deren ei schon sieben vollendet hatte, auf einer oder der anderen Bühne allmnlig zur Aufführung zu bringen. Er hatte hiezu auch um so mehr Hoffnung, als er mit mehreren einflußreichen Männern, wie A. Freiherr von Prokesch^Osten. I . B. Castell i , Chr. Ku f fne r , F. E. Weidmannu. A. befreundet war, und mit dem allgemein geachteten Redacteur der „Wiener Zeitschrift", Ioh. Schickh, sowie mit dem damals das große Wort fühlenden Herausgeber der Theater»Zei» tung, Adolph Bauerle, als gesuchter Mitarbeiter ihrer Tagblätter in näherer Verbindung stand. Leider sollte Alles anders kommen. Ein organisches Brust, übel, welches sich schon vor längerer Zeit gezeigt hatte, verschlimmerte sich nämlich bald nach seiner Ankunft in der Kaiserstadt so sehr, daß er, der in der großen Residenz Fremde, es am gerathensten fand, sich zu geeigneter Behandlung und Pflege in das allgemeine Krankenhaus bringen zu
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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