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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 322 -
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Seite - 322 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schröder, Sophie 322 Schröder. Sophie Schauspielern jener Ze!t bei einer Wan de.rtmppe, die alle vier Wochen ihr Do> olicil wechselte, überhaupt erging. Uebri gms soll Gophcens Mutter eine tress. liche Darstellerin gewesen sein, weniger glücklich war ihr Vater in dem ihm durch die Noth aufgedrungenen Stande. So phie folgte zwei Jahre lang dem Wan derleben der Eltern. Als ein zweites Kind, die nachherige Schauspielerin H e n riette Brose, kam, gaben die Eltern ihre Sophie in die Pflege einer Ver» wandten mütterlicher Seits, wo sie mit Liebe und Sorgfalt gehalten wurde. Als Sophie sieben Jahre alt war, starb ihr Vater und ihre Multer schloß mit dem damals berühmten Schauspieler Keil- holz die zweite Ehe und nahmSophie wieder zu sich, die schon von ihrem zehn» ten Lebensjahre in Kinderrollen mit> wirkte. Die strenge, leidenschaftliche Ge> müthSart der Mutter blieb nicht ohne tiefen Eindruck auf das Kind. Der Stief> Vater war ein guter, freundlicher Mann. Als die Familie im Jahre 1793 in Pe- tersburg in der Tilly'schen Gesellschaft spielte, geschah es, daß durch den Tod der Frau des Schauspielers Sto l lmers eine Darstellerin für jugendliche Rollen fehlte. Da machte Sophiens Mutter den Vorschlag, ihre Tochter bis zum wür> digen Ersatze für das erledigte Fach ein- treten zu lassen. Und so betrat Sophie in Dit tersdorf 'S Oper: „Das rothe Käppchen" als Lina zum ersten Male als Liebhaberin die Bühne. Dieser erste Versuch fiel günstig aus, Sophie trat fest m das Fach der ersten Liebhaberinen ein und heirathete 1793, damals erst 44 Jahre alt, den Witwer Sto lmers , defsen Familienname S m e t S war. 18 Jahre alt, gebar sie ihrem Gatten einen Sohn, dm nachmals als Dichter bekannt gewordenen Wi lhe lmSmets ss. d. Quellen S. 333: VI I . Einzelnes^ In Reval lernte Kotzebue die junge Frau Sto lmers kennen, und da er eben damals die Direction des Wiener Thea» ters übernahm, engagirte er das Ehepaar für Wien. Daselbst, 1798, spielte, So- phie noch ausschließlich naive Rollen, so z. B. die Ma rga r et ha in den „Hagestolzen", dag Gretchen in „Die „Verwandtschaften", und gefiel. Am 8. August 1798 trat sie zum ersten Male auf, und nun spielte sie außer den zwei schon genannten Rollen noch das RöS» chen in Kotzebue's „Die Korsen in Ungarn" und die Elsbeth in Kotze» bue's „Der Graf von Burgund". Kaum ein Jahr blieb sie damals in dem Wie» ner Engagement, in welchem sie in fol» gend'en neuen Rollen auftrat, als M a r» got in Ra mbach'S „Das Mißverstand» nil)", als Luise in Lafontaine's „Die Tochter der Natur", als Friederike in Kohebue'g „Epigramm", als Tmi l ie in desselben „DaS Schreibepult", als Mo l l y in desselben „Der Lohn der Wahrheit", als Franziska in deösel» ben „Die Unglücklichen", als Rosa in A. v. Wal l 's „Der Stammbaum" und als Hi ldegard in Kotzebue's „Io> Hanna von Montfaucon". Von älteren Rollen spielte sie die Leopold ine in v. Bock's „Die Holländer", die Ange» lika in Gotter's nach dem Englischen bearbeiteten „Der argwöhnische Ehe» mann" und das Röschen in v. Wall 's „Die beiden Billets". Nun verließ sie ihr Wiener Engagement und ging mit ihrem Gatten zuvörderst nach Breslau, wo sie namentlich für die Oper verwen» det werden sollte und als Hulda im „Donauweibchen" viel Glück machte. Musikalische Kenntnisse besaß Sophie nicht, wohl aber ein sehr feines Gehör und eine angenehme Sopranstimine. Die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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