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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 325 -
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Schröder^ Sophie 338 Schröder, Sophie Die Vortheile der Stellung in Gegen- wart und Zukunft mißachtend, trieb sie ihre Behörde zu dem für sie gewiß unan- genehmen Schritte, ein in Petersburg glänzend eröffnetes Gastspiel auf diplo» malischem Wege unterbrechen zu laffen. Endlich aber erhielt sie ihre Entlassung. Theater-Enthusiasten, die genau wissen, welche Nummer der Handschuh einer Künstlerin hat, wollen die Ursache des Ausscheidens der Künstlerin auf ein Costumestück zurückführen. Wir werfen nun' einen Blick auf ihre Leistungen während ihres vierzehnjährigen Engage» ments an der Wiener Hofbühne. Sie war in dieser Zeit in 26 neuen Rollen aufgetreten, und zwar im I . 1815 als C l e o p a t r a in „Rodogune" von Babo; 1816 als Brunhi lde in v. Mül lner 's „König Yngurd", als Cle- mentine in Weidmann's „Clemm» tine von Aubigny«; am 2t. März 1818 als Sappho in Gril lpnrzer's gleich, namigem Stücke! 1819 als Gil fe in „Turtmell" von Zedlitz, als Sophia in „Die Fürsten Chawansky" von Rau> pach, alsAdela! de in „DaZ Haus Mac- Alva"', am 27. März 182! als Medea in der Grillparzer'schen Trilogie; als Klytamn estra im gleichnamigen Stücke von A, v. Beer', 1822 als Mar- garetha in „Die Sühnung" vonHou» wnld; 1823 als Donna Gstella in „Zwei Nächte von Valladolid« von Zedlitz, als Eustache in „Die Waffen- brüder" (Familie Schroffenstein) von Kleist,' 1824 alsLucia in „Der Gast" von Deinhardstein, alsBrossolis in „Die Feinde" von Houwald, als I l l i n a in „Die Blutrache" von Her. mann St hat; am 19. Februar 1825 als Margaretha in „König Ottokar's Glück und Ende" von Gri l lparzer; 1826 als Elisabeth in „Die Burg Gölding" von Franul von Weisfen» thurn, als Adelina im gleichnamigen Stücke von 3ev!s, deutsch bearbeitet von Vogel; !82? als Antonina in „Belisar" von Schenk, als Gisela in „Ernst von Schwaben" von Uhland. als Hedwig in „Wilhelm Tell« (in Hamburg hatte fie die Armgard ge» spielt),- 1828 als Gräf in Roussilon in „List und Liebe" (Bearbeitung von Shakespeare's „Ende Gut, Alles gut" von Förster), am 28. Februar d. I . als Gertrud in „Gin treuer Diener seines Herrn" von Gri l lpar- zer, als Her mine in „Ger junge Ehe. mann", aus dem Französischen von Graf Maj la th . und als Brun Hilde in „Der Nibelungenhort" von Naupach. Von älteren Rollen gab sie außer mehre> reren, bereits in ihrem Hamburger En° gagement erwähnten: Asfakowa in „Die Sti-elitzel!" von Babo, dieIustiz- räthin in „Der Hausfrieden" von If f- land, die Iphigenie in Goethe's „Iphigenie auf Aulis", dieNtti l ia in „ReguluS" von Col l in. die Veturia in „Coriolan" von Ebendemselben, die Zenobia in „Maeon" von Tbendem» selben, die Lady Macbeth inShake> speare'S „Macbeth", die Goneri l in „König Lear" und die Eluira in Mül l . ner's „Schuld". Nachdem die Künstle» rin t830 auS dem Verbände der Wiener Hofbühne getreten, ging sie zunächst nach München, wo ihr huldvoller Mäcen, der König Ludwig, der sie als die „erste Tragödin Deutschlands" bezeichnete, ihre sofortige Anstellung beim Hoftheater ver> mittelte. Nach den Theatergesetzen konnte sie aber vorgerückten AlterS halber nicht auf eine Zeit angestellt weiden, welche die Berechtigung zur Pension gewährte. Großmüthig hob König Ludwig diesen Mißstand auf und entschädigte die Pen»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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