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Schröder, Sophie 327 Schröder^ Sophie
übersiedelte, als ihr Sohn nach Landau
m Station kam, 1883 Kon Augsburg
dahin, welches sie aber bald mit Gleis»
Weiler vertauschte, wo sie drei Jahre ver>
lebte. Als im Jahre 1888 Hauptmann
Schröder krankheitshalber in Pension
trat, zog sie nach Hamburg, wo sie aber
nur ein Jahr verblieb, um dann,1889
in München ihren bleibenden Aufenthalt
zu nehmen. I n der Zwischenzeit war sie
am 14. Mai 1834 noch einmal in Wien
aufgetreten, wo ste das Gedicht von
Klopstock: „Die Frühlingsfeier" und
zu den gestellten Bildern vonSchiller's
„Lied von der Glocke" den verbindenden
Text" vortrug. Am 9. November 1839
nahm sie aber zu München in der Fest»
Vorstellung zur Schillerfeier, in welcher
sie wieder Schiller'S „Lied von der
Glocke" declamirte, für immer Abschied
von der Bühne. Nun lebte sie ausschließ-
lich den Ihrigen und ihren Erinnerungen
und mußte im hohen Alter wiederholt
tiefes Leid erleben. Im Anfalle einer trü-
bett Stimmung, als die Cholera-Epide»
wie in Augsburg ausbrach und ihr Sohn
Alexander eben abwesend war, ver>
nichtete sie im Jahre 1884 alle ihre
Papiere, wodurch ihrem spateren Nio>
graphen alles authentische Materiale für
ihre Künstlerbiographie verloren ging.
I n ihren drei Ehen hatte sie aus erster
und zweiter Ghe Kinder; in der ersten
mit Sto l lmers (Smetö), wie bereits
erwähnt, einen Sohn, den nachherigen
Canonicus und als feinfühligen Dichter
bekannt gewordenen Wi lhelm Smets,
eine Tochter starb bald nach der Geburt.
I n der zweiten Ehe mit dem Bariton
Schröder hatte sie drei Töchter und
einen Sohn. Letzterer ist der schon ge<
nannte Ofsicier Alexander S. Ihre
Tochter waren Auguste, El isabeth
und Wi lhelmine, welche sich alle drei der Bühne widmeten. Wilhelm ine er-
langte als Schröder.Devrientsfiehe
die besondere Biographie S. 337) und
dramatische Sängerin einen Ruhm, der
jenem ihrer Mutter nicht nachstand;
Auguste spielte auf der Mannheimer
Bühne und vecheicathete sich dort mit
dem Schriftsteller Arnold Schlön»
bach, der seine Gattin im Jahre 1866
als Witwe zurückließ; die dritte Tochter,
Elisabeth, war längere Zeit eine
Zierde der Hamburger Oper, trat aber,
als sie sich im Jahre 1831 mit Dr.
P. Schmidt, dem Sohne des als
Hamburger Theater-Directors, Drama»
turgen, Schauspieldichteis und Darstel»
lers ehrenvoll bekannten Fr iedr ich
Ludwig Schmidt, vermalte, von der
Bühne ab, nur noch ab und zu in Kirchen
und Concerten ihre herrliche Stimme
ertönen lassend. Tief erschüttert wurde
Sophie Schröder, als im Jahre
1860 ihre Tochter Wi lhelmine, nach»
herigeFrau von B o ck, mit der siezwan»
zig Jahre hindurch, jede in ihrer Weise,
um die Palme höchster Anerkennung ge>
rungen, in Coburg starb.. Im Nebligen
ging ihr Leben im ruhigen Geleise weiter.
Ihr Sohn Alexander blieb, obgleich
er geheiralhet hatte, bis kurze Zeit vor
ihrem Tode mit ihr zusammen, und erst,
als er unerwarteten Kindersegen erhielt,
trat eine Trennung im Zusammenleben
ein. Ein Äugenleiden, das sie in ihrem
höheren Alter befiel, stieg im Jahre 1867
bis zu völliger Erblindung! aber durch
eine gelungene Operation des Dr. Nuß»
bau er erhielt noch die 83jährige Frau
das Augenlicht wieder. Sonst ohne wei>
tere Beschwerde genoß sie ihr hohes Alter
und selbst ihre letzte Krankheit ein ka>
tarrhalischer Zustand, ließ den traurigen
Ausgang, der acht Tage darauf erfolgte,
nicht ahnen. Ihr Sohn Alexander
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon