Seite - 329 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
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Schröder^ Sophie 329 Schröder, Sophie
und ein mildes, wohlwollendes Lächeln
verschönte ihre unregelmäßigen Züge,
indem sie, meine Befangenheit bemerkend,
mir sagte, wie viel Schönes sie schon
über mein Talent gehört habe. Und
Krüger hatte Recht. Schon nach der
ersten Scene, in welcher Medea auftrat,
hatte ich die Kreuzbänder, das kurze
Indiennekleid, das kokette Häubchen und
die ganze Unschönheit ihrer „Medea"
von der Probe total vergessen. Und das
war gerade der Zauber ihrer Kunst. Wie
wenig äußerliche Schönheit sie in die
Theatergarderobe mitbrachte, spricht sich
am deutlichsten in dem bekannten Worte
König Ludwig's I. von Bayern aus:
„Schröder, Ihre ganze Grazie liegt in
Ihrem griechischen Oberarm". Ein solcher
Beifallssturm, wie am Abend der Vor»
stellung nach den Worien: „Zurück,
wer wagt's, Medea zu berühren!" los»
brack, soll im Berliner Opernhause noch
nie gehört worden sein, und noch heute
steht die grauenhaft schöne, dämonische
Zauberin Medea lebensvoll vor meinen
Geistesangen." So Karoline Bauer
über Sophie Schröder. Wohl ein
vollgiltigeö Urtheil.
l. Biographien und Biographisches, (Schmidt,
P. Vi.) Sophie Schröder, wie sie lebt im
Gedächtniß ihrer Zeitgenossen und Kinder
(Wien I87U, Wnllishauss-r'sche Buchhandlg..
8°.). sDas Buch, dessen Verfasser und Her»
ausgeber vi>. P, Schmidt ist, ein Sohn
deZ einstigen Hamburger Theater-Directors
Friedrich Ludwig Sch midi und ein Schwie»
gersohn der Sophie Schröder, deren zweite
Tochter El isabeth seine Gattin ist, zerfällt
in drei Abtheilungen lind einen Anhang. Die
erste Abthei lung enthält Biographisches,
und zwar eine kurze Lebensskizze der Kunst»
lerin und Bruchstücke ihrer Selbstbiographie;
ein näheres Eingehen auf ihre Eigenart in
künstlerischer und menschlicher Beziehung und
Nachrichten über sie seit ihrer Zurückgezogen,
heit uon der Bühne bis zu ihrem Tode. Die
zweite Abthei lung, welche die Künstle. rin im Spiegel ihrer Zeitgenossen schildert,
belichtet über ihren 80. Geburtstag, die ihr
zu Theil gewordenen Ehrenbezeugungen und
Freundesbriefe, und registrirt di« abweichen»
den Stimmen in der Beurtheilung ihres Kunst,
werthes; die dritte Abthei lung aber
theilt Recensionen und Gedichte aus der Zeit
der vollen Wirksamkeit der Künstlerin mit.
Der Anhang endlich enthält einige interessante
Albumblätler. Das Ganze ist jedenfalls nur
Materiale für eine ausführliche Darstellung
dieses in jeder Hinsicht, namentlich aber in
der wahren Kunst so bedeutungsvollen Kunst»
lerlebens.) — Abend-Zeitung. Von Theo»
dor Hel l (Dresden, schm. 4°.) l»l», Nr. «W:
„Sophie Schröder" snach dieser geboren am
I. März N8I). — Allgemeine Theater»
Chronik (4°,) t8«8, Nr. w, S. l « : Ne>
krolog sgibt den 28. Februar l?8l als der
Schröder Geburtsdatum an); — dieselbe.
Nr. l l , S. ljZ.' ihr Vegräbniß. — Allge-
meines Theater-3er i ton u, s. >v. Her>
ausgea, uo» K, Herloßsohn, H. Marg»
graff u, A, (Altenburg und Leipzig c>. I.,
kl. «»,) No. VI , S. 2U8. — Allgemeine
Zeitung (Augsburg, Cottci, 4°) «8N8, Bei.
läge Nr. «0 u. «3. — Der Nazar (Berliner
Muster- und Mudeblatt), XVII. Jahrgang
(l87l), Nr. il», l8. März, S. 83: „Zum letz»
ten Mal!" (zwei Theater>Erinnerunsen). Van
Georg Bel ly. sDiese Erinnerungen betrefftn
Sophie Schröder und ihren ehemaligen
Gatten Wilhelm Kunst) — Dnmen-Zei.
tung, Ei» Morgendlatt für die elegante
Welt. Herausgegeben uon C, Spindle i .
II. Jahrg. (l8»l>), Nr. 27« - „Madame Schrö.
der in München". — Debatte (Wiener Par,
teiolatt), 1. Mai l8L8, Är. «0, im Feuillt'
ton- „Wiener Chronik (Sophie Schröder)".
Von FriedrichUhl. — Deutsche Blätter.
Beilage der Gartenlaube (Leipzig, Keil, 4«)
<8«8, Nr, <»l „Ein König u«0 eine Königin".
— Europa (Leipzig, lchni.t«) i3N8, Nr. N».
— Fremoen» Blatt . Vo» Gustav Heine
(Wien, 4«.) M8, Nr, ü«! „Sophie Schröder";
Nr, !>9, ,n der Veilage süber ihr Gastspiel
in Dresden l839/40^ Nr. «4, in der Rubrik:
„Theater, Kunst u. s, w." s^aus dcr Zeit ihres
Aufenthaltes in Hamburg. Höchst interessanle
Einzelheiten); Nr. 8«. in der Rubrik: „Thea>
ter, Kunst u. s. w." ftus dem Leben drr
Künstlerin^; in der Nummer vom «. März
i808, I. Beilage saus ihrcm Leben, im Winter
Halbjahr «8««/!)^ — Gartenlaube(Le>pzia,
Ernst Keil. 4») 1888. Nr. i3, in der Rubrik:
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon