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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 339 -
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Schröder-Devrient) Wilhelmine 339 Schröder-Ievrient, Wilhelmüie Neigung geschlossene Ehe, die sich sehr unglücklich gestaltet hatte, wurde im Jahre 4828 wieder getrennt; um die Trennung zu erlangen, brachte die S. selbst das Opfer, ihre Kinder, die sie schwärmerisch liebte, zu verlassen, nur eines behielt sie bei: den Namen ihres Gatten und nannte sich seitdem Schrö» dei 'Devr ient . Von Dresden aus unternahm sie nun Kunstausflüge, 1830 sang sie in Paris, dann in Berlin, 1831 abermals in Paris, wo sie sogar fünft» halb Monate bei der italienischen Oper engagirt war, 1832 sang sie in London, was sie 1833 wiederholte' 1834 feierte sie auf einer Kunstreise in Deutschland, Oesterreich und Rußland eine Reihe von Triumphen, 1837 besuchte sie zum dritten Male London, dießmal, während sie früher bei der deutschen Oper sich befand, bei der englischen engagirt; im October g. I . kehrte sie nach Dresden zurück. Anfangs der Vierziger»Iahre leinte sie einen sächsischen Officier, Namens 0. Do» r ing, kennen und 1847 vermalte sie sich mit diesem ihrer vollends unwürdigen Lüstling, durch diesen Schritt neues Un- heil sich bereitend, das so wuchtig sie traf. daß noch im Winter desselben Jahres ein völliger Bruch dieses Bündnisses und im Februar 1848 die Ehescheidung erfolgte. Nun sang sie in Kopenhagen, dann in Riga, 1848 wieder in Paris, worauf die politischen Zeitereignisse, nichts wem» ger als für Opern und Theatergenüffe angethan, ihr eine längere Ruhepause ermöglichten. Sie genoß dieselbe auch längere Zeit am Brienzer See. Im Laufe deS Winters 1840 verlobte sie sich mit Herrn von Bock, einem liefländischen Edelmann, mit dem sie am 14. März 1830 in Gotha getraut wurde. Mit die» ser Ehe war ihre dramatische Laufbahn geschlossen, Sie folgte ihrem Gatten nach Liefland. Hier, wo fie in dem Gatten Liebe und Verständniß fand, trat ihr nun die Familie feindselig entgegen. Das bürgerliche Weib und gar die Komödian- tin war diesem liefländischen Kleinadel ein Dorn im Auge. Endlich wurde ihre Lage eine so mißliche, daß sie beschloß, ihren Gatten, der ihr keinen Schuh ge» währen konnte, und Liefland zu verlassen, was sie auch 18!>8 ausführte. Sie lebte nun einige Zeit in Leipzig und Dresden, sang auch ab und zu in Concerten, vor» wiegend Lieder. Da brach bei ihr ein Leiden aus, das sich alsbald als Krebs» leiden entpuppte. Nun übersiedelte sie der besseren Pflege wegen nach Lobutg, wo ihre Schwester Auguste Schrö. der»Gerlach, nachmals Schröder» Schloenbach, lebte und dort, wo ihre Krankheit einen ungewöhnlich raschen Verlauf nahm, erlag sie derselben im Alter von 38 Jahren, acht Jahre vor der damals bereits 79jährigen Mutter Sophie. WaS Wilhelmine Schröder' Devr.ient in der Kunstwelt war, dar» über herrscht eine Stimme. Die Ge» schichte der Gesangskunst nennt sie in einem Zeitmume von etwa 30 Jahren, 1820—1830, die größte deutsche Gänge- rin. Von ihren Rivalinen, und sie hatte deren viele: die Sontag, Heine» fetter. Fisch er»Schwarzböck^ Schätzel, Ienn! Lutzer, Sophie Löwe, von Faßmann, Schebest, Hasse lt^ hatte, die Sontag etwa ausgenommen, keine gleiche Erfolge auszuweisen. Na» mentlich in der dramatischen Gestaltung ihrer Rollen stand sie unerreicht da. Ihre scenischen Kunstgebilde find das gewor» den, was ein Gemälde von Raph ael, was eine Statue von Praxiteles. Ihre Glanzrollen aus früherer und spä- terer Zeit waren: Donna Anna, Desdemona, Euryanthe, Emm» 22 *
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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