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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 153 -
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Seite - 153 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schuler 133 Schuler Wahl fiel auf daS berühmte Kloster Fiecht in seiner Heimat, und in der That trat er in dasselbe ein, freundliche Auf« nähme sindend. Als er aber dort nicht fand, waS er suchte, verließ er 1823 das Kloster, nahm daS juridische Studium von Neuem auf, vollendete eS und er» warb zu Padua — wo man, wie damals die Sage ging, leicht promoviren konnte, daher die Paduaner Doctoren im Kaiser» staate immer mit scheelen Blicken ange» sehen wurden — den Doctorgrad. An« fänglich trug sich S. mit dem Gedanken an eine Professur, gab aber in Folge einer vertraulichen Mittheilung, aus wel« cher er inne wurde, daß er als Mitglied einer zum Zwecke gemeinschaftlicher wis« fenschaftlicher Ausbildung gegründeten Verbindung politischer Umtriebe verdäch« tigt war und ihm nie ein Lehramt ver» traut werden würde, dieses Vorhaben auf und trat als Praktikant bei dem damaligen Gubernium in Innsbruck ein. Indessen übernahm er. um doch einiger» maßen für die Oeffentlichkeit thätig zu sein, im Jahre 1823 die Redaction des „Tiroler Boten", des einzigen damaligen politischen Organs für Landesinteressen, welche er viele Jahre führte. Am 27. April 1831 erhielt er die standische Archivar«' stelle, eine in den damaligen Zeiten poli« zeilicher Bevormundung und Ueberwa» chung einigermaßen unabhängige Stelle, welche er bis zum Jahre 1848 bekleidete. Archiv und Redaction des „Tiroler Bo» ten" ließen ihm genug Muße, auch noch in anderer Richtung thätig zu sein. Aus seiner Redactionsperiöde leuchtet ein ganz besonders pikanter Artikel, in wel» chem er mit sittlichem Ernste gegen die Frivolität Heine'S auftrat, der damals im Zenith seines RuhmeS stand. Mit aufmerksamem Auge die Verhältnisse und Zustände seineS Heimatlandes — daS in einer dauernden Stagnation ganz ver» sumpfen zu wollen schien — überschauend, mit Schmerz gewahrend, wie Tirol der Strömung des deutschen geistigen LebenS ziemlich fremd geblieben, ja die Namen Goethe's, Schiller's, Lessing's nur Wenigen und diesen auch nur oberflach» lich bekannt waren, sammelte Schuler, um eine Oase in dieser geistigen Wüste zu schaffen, einen Kreis enthusiastischer Freunde, die mit dem glühendem Eifer der Jugend sich dem Studium deutscher Literatur und Philosophie ergaben. Aber damit war es nicht genug: er opferte einen großen Theil seines Vermögens zur Beschaffung einer Bibliothek, die er Je« dem, der sich für Literatur interesfirte, auf daS Liberalste zu benutzen verstattete. Sie enthielt Werke von Schriftstellern, bei deren Namen allein einer Vormärz« lichen Censur die Gänsehaut überlief und die Censurscheere in der Hand zuckte. Es ist interessant und wäre ein lohnen» des culturhistorisches Studium, nach den Männern zu forschen, welche in der vor« märzlichen Periode in den einzelnen Krön« ländern des Kaiserstaates wie gute Ge» nien über der heranwachsenden Jugend wachten, daß sie nicht im Sumpfe deS politischen Druckes und polizeilichen Spähersystems ganz unterging, und die Hoffnung auf eine bessere Zeit, deren Anbruch nicht ausbleiben konnte, wach erhielten. So waren z.B., was Schuler in Tirol, Professor Petruzzi in Kram, Martin Mayer in Karnthen. Schuler förderte aber nicht nur Lecture und Stu« dium all' der Geisteskämpen, welche in den Fächern seiner Bücherschränke, eine Geisteswacht über dem Lande Tirol, standen, sondern eiferte seine geistigen, strebenden Freunde auch zur Production an; die Frucht dieser Bemühungen war ein Album, betitelt: „Alpenblumen aus
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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