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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 154 -
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Seite - 154 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schuler 584 Schuler Tirol". zu dessen Herausgabe sich mit ihm im Jahre 1829 Strei ter und Beda Weber verbunden hatten. Drei Jahre, und das war in jenen Tagen viel, sehr viel, fristete der Almanach sein Da sei::, aber noch heute ist er nicht vergessen und gehört zu jenen Bückern, die jedeS gebildete Landeskind gelesen haben muß. Schuler sckrieb für die „Alpenblumen Novellen, darunter die treffliche: „Jacob Stainer". in welcher er die traurige Ge schichte des berühmten Geigenmachers von Absam in einer Weise erzählt, die es bedauern laßt. daß S. im Gebiete der Novelle nicht fruchtbarer gewesen. Sein eigentliches Gebiet war das politische und seine Zeit begann mit dem Jahre 4848. an dessen politischen Ereignissen er thätigen Antheil nahm. Seine Wirksam keil, sein Verhalten vor 1848 war ein derartiges, daß ihm nun, nachdem die Schranken gefallen waren, das allgemeine Vertrauen entgegenkam. War er bisher der Mann der Literaturgeschichte, jetzt wurde er ein Mann der Geschichte, die seinen Namen immer und mit Ehren nennen wird. Zuerst wurde S., um die Zandesvertheidigung gegen die eindrin« genden Watschen zu ordnen, nach Wien entsendet, dann in das Frankfurter Par« lament gewählt; später, nachdem er am 29. Februar 1852 die Stelle des standi- schen Archivars, die er seit 1848 thatsach. lick nicht mehr versehen hatte, nieder» gelegt, sehen wir ihn als Viceprafidenten des tirolischen Landtages, zuletzt, und zwar seit 18. November 1849 als außer- ordentlichen, seit 23. August 1350 als ordentlichen Professor der Recbtsphilo' sophie und des Strafrechts und als Rector der Innsbrucker Hochschule. Die Stadtgemeinde Innsbruck nahm zugleich vielfältig seine Dienste in Anspruch; ohne seine Theilnahme, seinen Rath wurde nichts von Belang geschlichtet. Als nun das verhängnisvolle Jahr 1859 anbrach, wurde S. in das Comitö für Landes» Vertheidigung gerufen und entwarf das Landesvertheidigungsstatut, das mit ge« ringen Veränderungen so lange bestanden hatte, als das Institut selbst bestand. Noch war es ihm vergönnt, 1859 den Morgen einer neuen Zeit über Oesterreich heraufdämmern zu sehen, aber er hatte fich schon zum Sterben zurecht gelegt. Da fiel ihm dasselbe doppelt schwer, denn mit bewegter Stimme rief er aus: „Jetzt käme meine Zeit, 'nur drei Jahre möchte ich noch zu leben haben". I n den letzten Stunden beschäftigte ihn die Sorge um sein Väterland. Mit Nachdruck sprach der sterbende Patriot, waS seine Lands- leute nie vergessen sollten: „Eines ist. was Tirol vor Allem noth thut, die reli» giöse Toleranz, wenn es diese nicht zu erringen weiß, so ist kein Heil zu erwar« ten". Schuler's Tod machte in ganz Tirol, wie eS das Blatt, dessen Leiter er viele Jahre gewesen, offen ausspnchr, einen gewaltigen Eindruck. Bei seinem Leichenbegängnisse, einem der großartig« sten, das Innsbruck je geschaut, waren die Männer aller Parteien zugegen, und jeder von ihnen gestand, daß das Vater» land einen großen Verlust erlitten habe. Schuler, seinem Aeußern nach ein klei« nes. unansehnliches Mannchen, war tief und gründlich gebildet, seinen Sinn für das Wahre bewahrte er durch seine allseitige Gelehrsamkeit und gediegene Kritik; für daS Schöne durch seine, wenngleich nur spärlichen Dichtungen und seinen Einfluß auf die Pflege der Poesie, Muflk und bildenden Künste; für das Gute durch sein ganzes, der Ge« ammtheit, wie dem Einzelnen wohlthä« .ges Leben. Und doch war sein Pfad nicht dornenloS. Während man, wo man ihn
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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