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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 155 -
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Schüler 188 Schuler brauchte, ihn benutzte, wo es Schwie rigkeiten gab, seinen Rath und seine Hilfe in Wort und Schrift suchte, ging ihm der Hochmuth, ging ihm die Mißgunst mit Ostentation aus dem Wege. Weil er seinen eigenen geraden Weg ging, weil - er seine Ueberzeugung nicht beugte vor dem Fufthauche der Gunst und der Ta gesmeinung, hatte der edle Mann Feinde und Gegner genug. Auf der einen Seite vom Mißtrauen wegen seines Freisinns gemieden, auf der andern vom Spotte wegen seiner Besonnenheit verfolgt, ging er unerschütterlich mitten hindurch im Bewußtsein, das Rechte zu wollen und zu thun und gestählt durch den Panzer der Ueberzeugung. Hochherzig in Allem, vergalt er seinen Feinden nie mit Miß« gunst, und tolerant selbst gegen seine Gegner, ehrte er auch ihre Ansichten. Voll Ehrfurcht dor dem Göttlichen, voll Pietät für Alles Heilige und Ehrwür- dige, fest und gediegen in seinen Grund» sätzen, dem Vaterlande ein aufopfernder Bürger, treu seinen Freunden, edel selbst gegen seine Feinde, fremd jeder Verstel» lung und Heuchelei, durchaus tüchtig und bieder, menschenfreundlich, ohne Neid, immer hilfreich, mit Lehren und Erm.un> terung zur Hand bei jedem guten Ge< danken,' der nach Verwirklichung strebte, fei es im poetischen, im prosaischen, im politischen Felde oder in Angelegenheiten der Gemeinde, der Vertraute der tiroli« schen Jugend, wie des tirolischen Alters, war er durch und durch ein Charakter und dabei ein l iebenswürdiger Charakter. Wenige Jahre nach seinem Tode erschienen, von seinen Freunden herausgegeben, die „GeSllMNtlten Schritten nun Johannes Schlller" (Innsbruck t86i , Wagner, 8».). Es ist ein mäßiger Band dieser Nachlaß des edlen Todten, er ent< hält — nichts Rechtswiffenschafiliches — s sondern politische, literarische Abhand- lungen und drei Novellen. Unter ersteren befinden sich die „Tirolischen Gedanken", welche, im Jahre 5832 in der Innsbrucker „Schützenzeitung" erschienen, großes Auf» sehen machten. In den literanschen Auf« sätzen sind viele freie und feine Bemer- kungen über die neuere Literatur, darun» rer über Heine, Gr i l lparzer und 3enau, niedergelegt. Lena u im Jahre 484!) in Tirol zu feiern, dazu gehörte viel Muth, denn eS ist nicht unwichtig, zu erfahren, daß man nach Lena u's Tode seinen Wahnsinn als Strafe Gottes von den Kanzeln herab zu schildern wagte! So weit vergaßen sich Die, so sich Diener Gottes nennen. Von den drei Novellen, welche der Nachlaß enthalt, haben zwei das Glück, die Beute literarischer Piraten geworden zu sein. Die Novelle: „Liebes. Wahnsinn" wurde im Jahre 4864 mit kleinen Veränderungen in einem nord« deutschen Blatte, und „Jacob Stamer" in einem Wiener Blatte von einem Drit> ten als Originalarbeit veröffentlicht. Im Gafthause „zur frommen Scholastica" am Achensee lebt heute noch Schule r's Andenken, Vom Jahre 1838 an vstegte er seine herbstliche Muße daselbst zu ver> bringen. Bald folgten ihm, .wie St eub erzahlt, die Gelehrten und Dichter aus. Innsbruck, bald auch erschienen die gei« stesverwandten Freunde aus Bayern und dem Reiche. Schuler war ln den deut» schen Landen gar wohl bekannt und besaß im Reich gar viele Freunde. Oester war es, als wenn daS damals nock kleine Häuschen vor lauter Celebritaten bersten sollte. Namentlich wurde dieWeltweisheir viel besprochen, da S. selbst, dann der früh verstorbene Schönach ^Bd. XXXI, S. 413^, der poetische F l i r Md. IV, S. 267). sowie der tiefsinnige Verfasser der „Okronioa* von Thales an biS
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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