Seite - 156 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Bild der Seite - 156 -
Text der Seite - 156 -
Schul« 486 Schulheim
auf Hegel den Gang deS menschlichen
Denkens spursam verfolgt hatten.
Bote für Tirol und Vorarlberg (Innsbruck,
kl. Fol.) 1861. Nr. 292. S. 1247.— Oester.
reichisches Morgenbla t t 1838, Nr. 3,
S. 32, im Artikel: „Poetische Literatur in
Tirol", von Walter v. Metz hnit nächste«
hender Apostrophe an Schul er: „Er wäre
vor Allem berufen, eine lesbare Geschichte
des. Landes zu schreiben. Umfassende Bildung,
die Kunst der Prosa, hingebende Liebe für
das kleine Volt in den Alpen und eine gründ-
liche Kenntniß seiner Zustände und Bedürf,
nisse hätten ihn dafür rühmlichst befähigt, aber
. .. doch wir geben keinen Nekrolog. Nur um
Eines möchten wir Schul er bitten. Möge
er die Muße seines AlterS benutzen und unS
die letzten drei Decennien der tirolischen Ge<
schichte aus unmittelbarer Anschauung der
Dinge schildern, denn hier liegt der wichtige
Wendepunct zwischen Alt und Neu, nur von
hier aus läßt sich ein Verständniß der Bergan,
genheit für die Zukunft erschließen." Gewiß
wäre Schuler der rechte Mann gewesen,
denn er besaß den Muth, die Wahrheit .zu
sagen, und Tirol braucht solche Männer^. —
Neue freie Presse (Wien) 1865, Nr. 341,
in einem Aufsätze von Ludwig Steub; —
dieselbe 1866, Nr. 305. in den „Kritischen
Anzeigen". — Blät ter für literarische Un.
terhaltung (Leipzig. Blockhaus, 4o.) Jahrg.
1864. S. 100. — Den 1861 ausgegebenen
„Gesammelten Schriften des Johannes Schu«
ler" geht ein kurzer LebenSabriß desselben
voraus.— Kehrein (Joseph), Biographisch«
literarisches Lerikon der katholischen deutschen
Dichter. Volks, und Jugendschriftsteller im
19. Jahrhundert (Zürch. Stuttgart und Würz.
bürg 1870. Leo Wörl. gr. 8«.) Bd. I I , S. 123
lnach diesem bereits 1856 gestorben, was irrig
ist). — Presse (Wiener polit. Blatt) 1865,
Nr. 60, im Feuilleton: „Bilder aus der Pro«
vinz". ^Daselbst heißt es von Schuler:
„Schuler's Nachlaß zeigt einen feinen Geist,
ein schönes Talent für Novellistik. Schu.
ler's Bibliothek war die „Giftbude", aus
welcher vor 1848 die strebsamen Jünglinge
Tirols sich die verbotenen Werke der deut«
schen Literatur holten. An ihm rankte sich der
tirolische Liberalismus empor.")
Noch sind zu erwähnen: 1. Georg Schu ler.
siehe: Schüler v. Schulenburg ^S. 120,
in den Quellen im Teite bei Johann Georgs.
— 2. Nikolaus Schuler (Pfarrer, geb. im Dorfe Fließ in Tirol 19. September 1736,
gest. zu Zams ebenda 10. März 1831). Ueber
diesen würdigen Priester erfahren wir von
Staf f ie r , daß er mehrere Kirchen gebaut,
die Curatie Imsterberg gestiftet und in seiner
Pfarre zu Zams das Institut der barmherzi«
gen Schwestern, das erste im Lande, nach
dem Muster des Institutes in Straßburg in's
Leben gerufen und dasselbe auch zum Erben
seines Nachlasses eingesetzt habe. Decan Schu-
ler war ein Mann. der nicht durch Gelehr,
samkeit oder Autorruhm glänzte, wohl aber
ein seltenes Beispiel gab, was ein lebendiger
Geist der thätigen Liebe zur Beförderung der
Ehre GotteS und zum Wohle des leidenden
Nebenmenschen zu leisten im Stande ist.
lStaf f ler (Johann Jacob), Das deutsche
Tirol und Vorarlberg, topographisch mit
geschichtlichen Bemerkungen (Innsbruck 1847,
Felician Rauch. 8«.) Bd. I, S. 236.)
Schuler, siehe auch: Schuller
sS. 160 u. f.^
Schulheim, Hyacinth Edler von
(Poet, geb. zu Gratz in Steiermark
7. Jänner 1813, gest. zu Klagenfur t
12. August 1873). In seiner Vaterstadt
Gratz beendete er diephilosophisch-rechtS-
wissenschaftlichen Studien, worauf er,
dem militärischen Iustizfache fich zuwen«
dend, einige Jahre als k. k. Auditor thä»
tig war. Spater zur Civiljustiz übertre»
tend, war er im Jahre 1854 k. k. Lan»
oesgerichtS-Affeffor in Gratz, wurde dann
Leiter des Gratzer Bezirksgerichtes, spater
LandesgerichtSrath und zu Anfang der
Siebenzigei'Iahre Landesgerichts-Prasi-
dent zu Klagensurt, wo ihn im Alter von
60 Jahren ein Schlaganfall plötzlich
dahinraffte. I n seinem amtlichen Wir»
kungskreise erfreute fich der ebenso strenge
als humane Richter, der mit der Tüchtig»
keit in seinem Berufszweige ein vielseiti-
ges Wissen und sonstige wohlthuende
Bildung vereinigte, allgemeiner Achtung.
I n sewer Jugend huldigte S< mit hoff»
nungSvollem Erfolge den Musen, und
seine „Gedichte" (Gratz 1836, Damian u.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon