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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 158 -
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Seite - 158 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schulhof 158 Schulhof und sein Erfolg war ein glänzender. Jetzt war sein Virtuosenruf begründet. Schulhof unternahm zunächst eine grö< ßere Kunstreise, auf welcher er Frankreich, Spanien und England besuchte, und so» wohl mit seinem Spiele, wie mit seinen Compositionen überall reichen Beifall ein« tete. Im Winter 1849/30 kam Schul« Hof nach Wien, wo er den ihm voran» gegangenen Künstlerruf in mehreren Con< certen, die er gab, glanzend bewahrte. Hansl ickin seiner , Geschichte des Wie« ner Concertwesens" berichtet: ,Zu An fang dieser,Periode (1849—1869) war es der Pianist Julius Schulhof, der daS Publicum am meisten erwärmte und interesfirte. Sein Spiel und seine Kunst- richtung gehören nicht zu den epoche« machenden; das Große, Erhabene, das Dämonisch - Leidenschaftliche stehen ihm fern, allein die reizende Anmuth, das unübertrefflich Gesangvolle seines Spie» les bezauberien das Publicum. Schul« Hof gab sechs Concerte im Jahre 1830, mehrere seiner kleinen Clavierstücke, wie „^.H okant äu Ler^er") die ,Phantasie über böhmische Volkslieder" kamen sn voxue und erhielten sich lange Zeit be> liebt." Auf den Wiener Besuch-folgte eine Reise nach Norddeutschland und Rußland. Nach Deutschland zurückgekehrt, ging er 1833 wieder nach Wien, wo er abermals sechsmal concertirte. Dann be. reiste er Südrußland und die Krim, ging 1854 zum zweiten Male nach Paris, wo er neue Triumphe feierte, und concertirte im folgenden Jahre wiederum in den Hauptstädten Norddeutschlands. Gesund« heitsrückfichten bestimmten ihn dann, längere Zeit in völliger Zurückgezogen« heit' vom Concertgeben zu leben', und zwar in Dresden — seinem mehrjähri» gen, vielleicht auch jetzigen Domicil — wo ihn Familienbande fesseln. Diese Ruhezeit widmet-S. zugleich dem Com< poniren und dem tieferen Studium clas» sischer Pianofortemeister, wie Bach und Beethoven. Seit mehreren Jahren bringt er den Winter in Paris zu und gibt dann auch ein paar Concerte, die ebenfo Zeugniß seiner alten Meisterschaft, wie seiner unausgesetzten Studien sind. DaS Spiel Schulhof'S hat die ge« wohnlichen Vorzüge des Spieles mit anderen Componisten gemein, wo er aber eigenartig dasteht, das sind die Größe, Schönheit und detaillirte Aus- prägung seines TonS und der einem hohen, besonderen Tonsinne entsprin- gende Wohlklang seines Spieles; seine mit intensiv kräftigem, feurigem Zuge und regem Accente belebende, scharfe Rhythmik; schließlich jene gebundene, poe- fievolle Wärme, spirituelle, männliche Frische und liebenswürdige Anmuth sei» nes Vortrages, der immer neu, eigen« thümlich und sympathisch zu fesseln weiß, ohne je Natürlichkeit, maßvolle Einfach- heit und innere Wahrheit und Styl ein« zubüßen, ohne je dem Einflüsse der Ma- nier, der Effecthascherei und einer rafsi- nirten, speculativen Behandlung zu ver« fallen. Seine Compositionen bezeichnet die Musikkritik als melodisch, reizvoll, innig empfunden, geistreich und interes- sant in den Motiven, ebenso künstlerisch fein und correct, als geschmackvoll und elegant, in der Form gestaltet; schön im Klangeffect und durchaus claviermäßig gedacht, behaupten sie einen schönen Rang im sogenannten Salongenre; die meisten tragen einen gedanklich ernsten Charak« ter, keines leidet an der Gehaltlosigkeit, welche dergleichen Bravour auf die Dauer widerwärtig macht. Seine Pianoforte» Transscriptionen classischer Tonwerke bewähren ein außerordentlich feines Ton- gefühl für Beherrschung wohllautender
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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