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Schuller 161 Schuller
lehrer angestellt, im Jahre 1821 zum
Conrector ernannt und im Jahre 133 l
zum Rector des Gymnasiums erwählt.
Wie nun Schuller in seiner Selbstbio«
graphie berichtet, ward er durch an»
dauernde Kränklichkeit veranlaßt, 4836
das schon längere Zeit von einem Colle«
gen für ihn geführte Rectorat niederzu«
legen. Nunmehr blieb er als stabiler
Professor an demselben Gymnasium bis
März 1849 thätig, erhielt aber aus der
sächsischen Nationscafse eine Gehalts»
zulage jährlicher 400 fl. Als nun anfangs
März 1849 Hermannstadt von den Auf»
ständischen besetzt werden sollte, ward
Schuller's Sicherheit, der seine An»
hänglichkeit an die rechtmäßige Sache
des Kaisers nie verleugnet hatte, gefahr»
det, und mit seinem eilfjährigen Sohne
verließ er wenige Augenblicke vor Be«
setzung der Stadt durch die Insurgenten
die Stadt und flüchtete nach Bukarest,
wo er die Mittel, zum Lebensunterhalte
für sich und seinen Sohn durch Unter-
richtertheilen aufbrachte. Als ihn wenige
Wochen darnach das k. k. Ministerium
für Cultus und Unterricht zu deri Bera»
thungen über die Reorganisation des
siebenbürgischen Unterrichtswesens nach
Wien berief, langte S. auf Umwegen
über Czernowitz und Krakau am 23. Juli
1849 in Wien an, wo er neben den
Arbeiten, zu denen er berufen worden,
auch mit geschichtlichen Forschungen über
sein Vaterland sich beschäftigte. Am
4. April 1850 kehrte S. nach Hermann-
stadt, wo das neue Unterrichtssystem in's
Leben treten sollte, zurück, wurde dann
während der nächstfolgenden vier Jahre
bei dem damaligen Militär« und Civil-
Gouvernement in Unterrichtssachen ver>
wendet, im Jahre 1834 zum k. k. Statt-
Halterei-Secretär, im December 1855
aber zum k. k. Schulrathe für die evan» gelischen Glaubensgenossen A. C. in Sie-
benbürgen ernannt. Nach 45jähriger
Dienstzeit, da ihm bereits die Bürde des
Alters in der pstichtgetreuen Erfüllung
seiner dienstlichen Obliegenheiten zu fühl.
bar wurde, bat er um Versetzung in den
Ruhestand, welche ihm auch am 31.Octo-
ber 1839 mit gleichzeitiger Verleihung
des Statthaltereiraths.TitelS — das Rit-
terkreuz des Franz Joseph-Ordens hatte
er bereits im Jahre 1832 erhalten —
gewährt wurde. Nichtsdestoweniger ver-
blieb S. bis zur Auflösung der Statt«
halterei, welche am 23. April 1861 er-
folgte, im Dienste. Indem ihm noch eine
vierjährige Frist der Ruhe gegönnt war,
wurde er im Alter von 71 Jahren seiner
Familie, seinen Freunden und der Wissen-
schaft durch den Tod entrissen. Die An«
gaben des 3. und 12. Mai als seines
Todestages stnd beide unrichtig, am
10. Mai starb S., am 12. wurde er
unter großer Theilnahme des PublicnmS,
übrigens ohne feierliches Gepränge, wie
eS sein ausdrücklicher Wunsch war, be«
stattet. Schuller's Lebm ging in Ar-
beiten feines lehramtlicheri Berufes und
in schriftstellerischer Thätigkeit auf. Als
Schulmann zählt S. nach dem Urtheile
seiner Collegen und Fachgenoffen zu den
Zierden des Lehrstandes. Seine Thätig-
keit als Schriftsteller wird sich aus nach«
stehender Uebersicht seiner Schriften dar-
stellen. Die Titel der selbstständigen sind
in chronologischer Folge:
«sgns Zl<?5a656N5snz sna^Hns"
1819, ^. Vart^ 8<>.); — „Gedichte, ans
dem Englischen des GhllNus Mllllre üker»
setzt« (Hermannstadt 1829. 8".), der
Ertrag war zur Unterstützung der durch
Feuer am 12. September 1829 verun«
v. Wurzbach. biogr. Lerikon. XXXII. sGedr. 2- Mai 1376.) 11
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon