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Schuller 167 Schulte
bekannt. — 6. Michael Got t l . Schul ler
(geb. zu Schäßburg am 2. November 1802).
Sein Vater Michael war Pfarrer zu Blas-
dorf. Der Sohn beendete die Gymnasialclas<
sen zu Schäßburg und dann die theologischen
Studien. 1523—1826, an der protestantisch-
theologischen Lehranstalt in Wien. In seine
Heimat zurückgekehrt, wendete er sich zunächst
dem Lehramts zu. uersah es anfangs in den
unteren Classen, wurde dann Conrector und
1340 Rector am Schäßburger Gymnasium.
Im Jahre 1542 wurde er als Pfarrer nach
Denndorf und 1845 zum Siadtpfarrer in
Schäßburg berufen. Einige Zeit verwaltete
er das Amt eines Syndicus des Kißder Ca>
pitels, darauf erwählte ihn dasselbe t867 zu
seinem Dechant. Als Deputirter der evange,
lischen Geistlichkeit betrieb er gemeinschaftlich
mit dem Superintendenten Binder in Wien
die Zehententschädigung. Im August 1862
entsendete ihn der Gustav Adolph-Verein in
Mediasch zu der in Nürnberg abgehaltenen
General-Versammlung dieses Vereins. Bis
zum Jahre 1867 verwaltete S. auch das
Schäßburger Decanat und vom 10. November
1863 bis 1870 das Superintendential'Vica«
riat in der evangelischen Landeskirche Sie»
benbürgens. Im Drucke erschien von ihm:
„Das Wort der Gustav Adolph.Stiftung an
uns. Nede zur Eröffnung der ersten Haupt»
Versammlung des Gustav Adolph-Vereins für
Siebenbürgen am 6. April 1862" (Hermann»
stadt 1362. 30.); — „Uebersichtliche Zusam»
menstellung der mit 198 Documenten belegten
Schäßburger evangel. Kirchencassen-Nechnung
für das Jahr 1864 u. s. w." (Hermannstadt
1865, Fol.); — „Rechenschaftsbericht des
Presbyteriums der evangel. Gemeinde A. B.
zu Schäßburg vom Jahre 1866" (Schäßburg
1867. 80.); „vom Jahre 156?" (ebd. 1868,
s°-)l — „Predigt, gehalten am ersten Oster»
tage 1870 in der Pfarrkirche'zu Schäßburg"
(Hermannstadt, Steinhaussen, 80.).
Schuller,
siehe
auch: Schuler >^S. 449
dies. Bds.^.
Schlllstein, siehe: Kindermaun Ritter
von SchulfteiN, Ferdinand Md. IX,
S. 269).
Schulte, Johann Friedrich Ritter
von (Rechtsgelehrter, geb. zu Win«
terberg im Herzogthume Westphalen
23. April 1827). Nach beendeten Stu« dien und erlangter juridischer Doctor-
würde hatte S. im Herbste 1833 als
Privatdocent an der Hochschule zu Bonn
seine akademische Laufbahn begonnen;
aber schon im folgenden Jahre wurde er
von Minister Leo Graf Thun nach
Oesterreich berufen und mit ah. Entschlie-
ßung vom 10. August zum außerordent-
lichen Professor deS canonischen Rechts
und mit einer gleichen vom l t . Novern«
ber 1835 zum ordentlichen Professor
desselben Faches und der deutschen
Reichs« und Rechtsgeschichte an der Pra«
ger Universität ernannt. Mit 3. Novem-
ber 1863 erfolgte seine Ernennung zum
auswärtigen Mitgliede des österreichischen
Unterrichtsrathes, welchem er bis zu des«
sen Auflösung angehörte. Schon seit
1836 fungirte S. als Commifsär bei den
Staatsprüfungen rechtshistorischer Ab«
theilung für die zwei von ihm vorgetra«
genen .Fächer; in den Jahren 1838,
1864 und 1866 versah er daS Amt eines
Decans des Professoren>Collegiums der
rechts' und staatswiffenschaftlichen Facul»
tät und im Studienjahre 1868/69 die
Würde des Rsotor niHFiMous an der
Prager Hochschule. Schon im Jahre
1833 verliehen ihm Se. Majestät bei
Ueberreichung seines „Eherechtes" die
goldene Medaille für Kunst und Wissen,
schaft, zwei Jahre später Papst Pi us IX.
mit Breve vom 24. April 1837 für seine
3eistungen auf kirchenrechtlichem Gebiete
daS Ritterkreuz des St. Gregor-Ordens,
eine Auszeichnung, welche S. nicht hin»
derte, bei Ueberhebung des Papstthums
im Jahre 1870 mannhaft gegen dasselbe
aufzutreten; und mit kais. Cabinetschrei»
ben vom 14. August 1868 schmückte ihn
der Monarch in „Anerkennung seiner aus«
gezeichneten lehramtlichen und literarischen
Thätigkeit, sowie der von ihm stets an
den Tag gelegten Treue und Ergebenheit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon