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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 171 -
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Seite - 171 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schultes 471 Schuttes ün Schilde vorkommenden ähnlicher, einwärts sehender Adler: aus jener zur Linken wächst - ein vorwärts gekehrter geharnischter Mann mit offenem Visir und rothem Helmkamm hervor, in der von sich gestreckten Nechten ein Schwert an goldenem Griffe pfahlweise, in der Linken ein dem im Schilde befindlichen ähnliches Buch, zur Brust gelehnt, haltend. Helmdecken. Die des rechten Helmö schwarz, jene des linken roth, beiderseits mit Silber unterlegt. Unter dem Schilde schlangelt sich ein rothes Band, daraus steht in silberner Lapidarschrift die Devise: „scisutiH st Schuttes, Joseph August (Natur- forscher, geb. zu Wien 43. April 5773, gest. zu Lands Hut 21. April 1831). Sein Vater, seines Zeichens ur- sprünglich Schmid, hatte den siebenjähri« gen Krieg mitgemacht und stand nach» mals alS Kammerdiener in den Diensten deS Grafen von Oet t ing en. Die Er» ziehung, welche S. im väterlichen Hause genoß, war somit eine höchst mangel- hafte, und ihre Mängel um so empfind- licher, als der Knabe Talsnt und Wiß- begierde zeigte. Als er 14 Jahre alt war, sollte er nach dem Wunsche des Vaters in ein Kaufmannsgeschäft tretm, seine eigene Neigung aber, worin ihn auch die Mutter unterstützte, trieb ihn zum Sludiren, und die Mutter wünschte, er solle Geistlicher werden. In Folge dessen verweigerte ihm der rohe Vater jede Unterstützung und S. mußte, um das damals übliche Schulgeld zu er» schwingen und um sich seinen Lebens- unterhalt zu erwerben, die Nachtstunden dem Studium widmen, da er bei Tag, um sich etwas zu verdienen, für einen Kunsthändler illuminirte. Erst. alS Baron van Swieten bei einer Prüfung auf den talentvollen Jüngling aufmerksam wurde, verschaffte er ihm ein Stipendium, daS ihn nun in den Stand sehte, feine Studien ohne Sorge fortzusetzen. Er wählte die Medicin zu seinem Berufsfache. Die mangelhafte Ausstattung der damali« gen Wiener Klinik bestimmte S., in Ge» meinschast mehrerer Studiengenoffen nach Pavia zu gehen, wo damals der berühmte Johann Peter Frank »Bd. IV, S. 320) die Lehrkanzel der Klinik inne hatte. Als er sich, um die Erlaubniß zu diesem Schritte zu erlangen, eine Audienz bei Kaiser Joseph I I . erbat, fragte ihn dieser, warum er nicht in Wien die Stu« dien fortsetze. S. erwiederte offenherzig, „es sei in Wien nichts zu lernen". Der Kaiser, über diesen Freimuth nichts weni- ger als ungehalten, gab ihm die Weisung, in Wien zu bleiben, dagegen wurde Frank, 1793, nach Wien berufen. Bald gewann S. Frank'S volle Zu> neigung und dieser übertrug ihm, nach- dem er seinen Sohn durch den Totz ver^ loren, für längere Zeit die von diesem inne gehabte Gehilfenstelle. Im Jahre 1796 erlangte S. die medicinische Doctor« würde. Wahrend seiner UniversitatSjahre stand S. mit mehreren Collegen. die gleich ihm von den durch die französische Revolution geweckten Freiheitsbestrebun- gen und kosmopolitischen Ideen jener Zeit erfüllt, sich mit Plänen von Welt- und Staatsverbefserung trugen, im freundschaftlichen Verkehre; mit ihnen im Vereine durchstreifte er die herrliche Umgegend Wiens und namentlich der Ieopoldsberg war ihr Sammelplatz. Auch machte er wahrend seiner Studienzeit bereits Reisen nach Oberösterreich, Steier» mark und dehnte diese bis über die Schweiz und Bayern hinaus, welches 3and ihm frühzeitig lieb geworden war. Auf diesen, seinen botanischen Kenntnissen sehr förderlichen Ausflügen sammelte und suchte er Pflanzen, und eine später wie« derholt bearbeitete Flora Oesterreichs — die Titel seiner Schriften folgen auf
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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