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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32
Seite - 172 -
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Seite - 172 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Band 32

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Schultes 172 Schuttes S. 174 — war die nicht völlig reife und an Irrthümern überreiche Frucht dieser Wanderungen, welche jedoch insofern verdienstlich ist, als sie diesen Zweig der Forschung im Kaiserstaate einleitete. Nun erhielt er, 4797, noch nicht 24 Jahre alt, die Lehrkanzel der Botanik an der Therefianischen Ritter»Akademie. und während er nebstbei eine glückliche ärzt. liche Praxis ausübte, war er zugleich schriftstellerisch thatig. Schon damals be< schäftigte er sich mit den Vorarbeiten zur Herausgabe eines tüchtigen kritischen Organs, welches er auch 4802 in den .Oesterreichischen Annalen" begründete. Dann ließ er seinen „Ehestands'Alma. nach" erscheinen, und die „Naturgeschichte deS Menschen" sollte eine Reihe von Werken einleiten, in welcher er sammt» liche . Theile der Zoologie behandeln wollte. Doch gab er diesen Plan. von anderen, ihm naher liegenden Gegen« standen in Anspruch genommen, in der Folge auf. Hingegen trieb ihn seine an« geborne Reiselust immer wieder hinaus in die Welt und jetzt zunächst in die höheren Regionen der Berge, von wel- chen er den Schneeb.erg und den Glockner vor allen auswählte und über die Ersteigung beider zwei. lange als mustergiltig angesehene, von der neueren Kritik jedoch als mit Vorficht zu benutzen bezeichnete. Werke veröffentlichte. Im Jahre 4806 erhielt er auf eigenen Wunsch die Professur der Chemie und Botanik in Krakau, und nun eröffnete sich seinem wissenschaftlichem Eifer ein dankbares Schaffensgebiet. Zunächst ging er an die Herstellung des fast verkomme- nen botanischen Gartens, der sich unter seiner Pflege sichtlich hob. dann bereiste er Krakau und Galizien nach allen Rich. tungen, untersuchte Heilquellen und Bergwerke, als er aber feine in französi. scher Sprache niedergeschriebene Reise durch den Druck veröffentlichen wollte, machte ihm die damals ihr Hydrahaupt bereits erhebende Censur Schwierigkeiten; für eine deutsche Bearbeitung aber fand er keinen Verleger. Nebenbei betrieb er fleißig Astronomie, wozu sich ihm er« wünschte Gelegenheit darbot, da in sei- nem Wohnhause sich die Sternwarte befand und er mit seinem Amtsgenoffen Li t t row. Vater, der 1807 als Pro- feffor der Astronomie nach Krakau ge< kommen war. bald in engeren freund- schaftlichen Verkehr getreten war. Aber dieses wissenschaftliche Stillleben wurde früh genug gestört durch die Vexationen der damaligen Verwaltungsbehörden, denen jede Fceiheitsaußerung als 3an« desverrath erschien, und die gegen Alles, worüber sie sich eine Aufsicht anmaßten, ein peinliches System der Ueberwackung ausübten. I n einem Staate leben zu muffen, wo man nicht ein Wort über die Thorheiten. welche diese Tutoren deS Staatswohles begingen, sprechen durfte, sich vor diesen geistlosen Manda- rinen immer bis zur Erde verneigen und alles laute Denken strenge vermeiden mußte, weil die Mauern Ohren hatten, schien ihm auf die Dauer unmöglich, und indem er einen ehrenvollen Ruf nach Pesth abgelehnt hatte, nahm er 1808 einen nach Innsbruck an, wo damals die Bayern eben ihre neue Verwaltung ein» gerichtet hatten. Die noch wenig erforsch« ten Naturschätze Tirols bewogen ihn zunächst zur Annahme dieses Postens. Er gab sich auch mit allem Eifer den Obliegenheiten desselben hin. reorgani- firte die sehr vernachlässigten minera« logischen und zoologischen Sammlun» gen und fühlte sich in seiner Stellung sehr angenehm, als die Vorbereitungen zum Ausbruche deS Aufftandes die Sach»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Band 32
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schrötter-Schwicker
Band
32
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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